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2 (1902)
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1099
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Vaccinium.

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Soll ein Alkaloid enthalten, das in Dosen von 0,01 g Frösche tödtet, aber auf Warm-bliitlei nicht giftig wirken soll. Das Alkaloid ist neuerdings (1896) nicht wieder gefunden,dagegen ist ein Glukosid gefunden.

Anwendung. Das frische Kraut wurde früher innerlich als Presssaft, äusserlichzum Nesseln (iirticatio) gebraucht, ist heute als Heilmittel vollkommen veraltet, wird aberneuerdings als blutstillendes Mittel und gegen Hämorrhoiden empfohlen.

Extractum Urticae. Aus frischem Kraut wie Extractum Belladonnae Germ. (Bd. I,S. 469). Innerlich zu 12 g.

Tinctura Urticae. Aus 5 Th. frischem Kraut und 6 Th. Weingeist. Dient alsunschädliche Farbe für Liköre u. dergl.

Spiritus crinalis cum Urtica.Brenn nessel-Haarwasser Tüllner.

Kp.

1000,02000,0

ää 3,0

1. Herb. Urticae recent.

2. Spiritus (90proc.)Baisami peruvianiOlei BergamottaeOlei Unonae odoratae

'\ HeliotropiniTincturae Moschi ää 1,0

Olei Rosae gtts. XII.

Man zieht 1 mit 2 acht Tage aus, presst, löst 3 und filtrirt.

II. Urtica d'lOica L. Verbreitung wie I. Stengel aufrecht, meist einfach.Blätter länglich zugespitzt, am Grunde meist herzförmig, grob gesägt. Die Zweige desBlüthenstandes tragen entweder männliche oder weibliche Blüthen.

Neuerdings ebenfalls als blutstillendes Mittel empfohlen.

Liefert die Nesselfaser. Sie ist 3060, ausnahmsweise bis 120 jj. dick, ihre Wandbesteht aus Cellulose. Im Aussehen erinnert sie an Hanf. Ihrer Verwendung steht diegeringe Menge im Stengel und die Schwierigkeit, sie rein aus demselben zu gewinnen,entgegen.

Aus der Wurzel bereitet man:

Extractum Urticae fluidum (Nat. form.). Fluid Extract of Urtica. Aus 1000 gBrennnesselwurzel (No. 40) und q. s. verdünntem Weingeist bereitet man im Verdrängungs-W'ege unter Zurückstellen der ersten 875 ccm Perkolat 1. a. 1000 ccm Fluidextrakt.

Vaccinium.

Gattung der Ericaceae Vaccinioideae Yaccineae.

I. Vaccinium Myrtillus L. vergi. Band n, s. 421.

II. Vaccinium OxyCOCCUS L. Heimisch in Nord- und Mitteleuropa, Ostasien,Kanada. Kleiner Strauch, Stamm kriechend. Blätter klein, eiförmig bis länglich, spitz,am Bande zurückgerollt, vmterseits blaugrün. Blüthen in 14blüthigen Dolden. Kelch-saum viertheilig. Staubfäden am Bande gewimpert. Blumenkrone hellpurpurn, Blüthen-stiele dunkelroth. Verwendung finden die braunrothen Früchte:

Fructus Oxycoccos. Baccae Oxycocci. Moosbeeren. Sauerbeeren. Kranich-beeren.

Die reifen Früchte werden nach Eintritt des Frostes gesammelt und theils roh,theils in Zucker eingemacht genossen; auch bereitet man aus den gefrorenen und mitheissem Wasser aufgethauten Beeren nach Art des Succus Myrtill. insp. (S. 421) einen

Succus Oxycocci inspissatus. Extractum Oxycocci. Moosbeerensaft.Sirupus Oxycocci. Moosbeerensirup: Wie Sirupus Oerasi (Bd. I, S. 698).Man benutzt beide zu kühlenden Limonaden etc.

III. Vaccinium VitiS Idaea L. Auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet.Kleiner, aufrechter Strauch. Blätter glänzend, verkehrt eiförmig oder elliptisch, stumpf,meist undeutlich gekerbt, oberseits dunkel-, unterseits hellgrün, schwarz drüsig-punktirt.