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Urina.
Kiupp'sche Lösung zum Nachweis und zur Bestimmung der Glukose. 10 g
reines, troeknes Merkuricyanid werden in Wasser gelöst, mit 100 com Natronlauge vomspeo. Gewicht 1,145 vermischt und mit Wasser zu 1 Liter aufgefüllt. 40 com dieserLösung werden in der Hitze durch 0,1 g wasserfreien Traubenzucker reducirt, so dassim Piltrat durch Ammoniumsulfid Quecksilber nicht mehr nachweissbar ist.
Olitee's Reagenspapier zum Nachweis von Zucker im Harn. Zwei Papiere,getrennt mit Natriumkarbonat, bez. mit Indigokarmin getränkt.
Piffakd's Paste zur Harnuntersuchung auf Zucker. Besteht aus 1 Th. .Kupfer-sulfat, 5 Th. Seignettesalz und 2 Th. Natronhydrat.
Soldainis Lösung zum Nachweis der Glukose. 15 Th. Kupferkarbonat, 416 Th.Kaliumbikarbonat, 1400 Th. Wasser.
Watne's Lösung zum Nachweis der Glukose. 2 Th. krystall. Kupfersulfat, 10 Th.Aetzkali, 10 Th. Glycerin, 200 Th. Wasser.
Glykosolvol. (Ein Antidiabeticum.) Besteht aus ca. 82 Th. Weizenmehl mitSchwefel, Milchzucker, Sennapulver, Fenchelpulver. (Aufrecht.)
Eiweiss. Jeder normale Urin enthält Spuren des zur Gruppe der Nucleoalbu-mine gehörigen Eiweissstoffes Mucin. Die bei pathologischen Zuständen im Harn vor-kommende Eiweissart ist das Serumalbumin, neben welchem gewöhnlich auch nochSerumglobulin vorkommt. Ausserdem ist Bücksicht zu nehmen auf das Vorhandenseinvon Albumosen, Peptonen (Hämoglobin). Von einer eigentlichen Albuminuriekann aber nur die Bede sein beim Vorhandensein von Serumalbumin; auf dieses beziehensich also die Angaben, falls von Eiweiss schlechthin gesprochen wird.
Qualitativer Nachweis. Es ist durchaus erforderlich, dass der Harn, nu*welchem die nachfolgenden Proben angestellt werden, vollständig klar ist. Eührt eineeinfache Filtration nicht zu einem klaren Filtrate, so schüttelt man den Harn vor demFiltriren mit Filtrirpapier-Brei an. Zusätze von gebrannter Magnesia und Talksteinpulversind nicht zu empfehlen, weil diese Eiweiss zurückhalten können. — In allen Fällen i stzunächst die Reaktion des Harns, bez. des Filtrates festzustellen. Um die durch vorhan-denes Mucin sich ergebenden Täuschungen zu vermeiden, säuert man den Harn mit Essig-säure schwach an und filtrirt nach dem Absetzen. Zu den Prüfungen auf Eiweiss ver-wendet man alsdann das klare, mucinfreie Filtrat.
1) Essigsäure-Kochprobe. 10 ccm des mit Essigsäure sehr schwach ange-säuerten Harns werden zum Sieden erhitzt. Trübung oder Niederschlag zeigen das Vor-handensein von Serumalbumin und Serumglobulin an. — Man muss mit dem Zusatz vonEssigsäure vorsichtig sein, da ein Zuviel derselben Eiweiss wieder auflöst.
2) Essigsäure-Aussalzprobe. Man säuert 10 ccm Harn stark mit Essigsäurean, fügt ein gleiches Volumen kalt gesättigter Kochsalz- oder Natriumsulfatlösung hin-zu und erhitzt zum Sieden: Trübung oder Niederschlag rühren von Serumalbumin, Serum-globulin, auch Albumosen her. — Der Ueberschuss von Essigsäure schadet hier nicht, dain Neutralsalzen die Eiweissstoffe unlöslich sind. Sehr zu empfehlen.
3) Salpetersäure-Probe. 10 ccm Harn werden zum Sieden erhitzt. Zur heissenFlüssigkeit giebt man — gleichgiltig, ob ein Niederschlag entstanden war oder nicht
20—30 Tropfen Salpetersäure. Eine bleibende Trübung oder ein bleibender flockiger Nie-derschlag zeigen Eiweiss an. Eine Trübung, welche beim Kochen des Harns allein eintrit ,auf Zusatz von Salpetersäure aber verschwindet, rührt von Erdphosphaten her. Eine voausgeschiedenen Harzsäuren (nach Einnehmen von Copaiva-Balsam u. dergl.) herrührend''Trübung würde durch Zusatz von Alkohol verschwinden.
4) Heller 's che Probe. Man schichtet auf 10 ccm konc. (25proc.) Salpetersäurevorsichtig 10 ccm Harn. Eine deutliche Trübung an der Berührungsstelle bei"Flüssigkeiten zeigt Serumalbumin und Serumglobulin an. Auftreten von farbigen Bing eohne Trübung ist nicht auf Eiweiss zu deuten.
5) Boedecker's Probe. Man versetzt 10 ccm Harn mit 5—10 Tropfen Essigsäurebis zur stark sauren Reaktion. Tritt ietzt schon eine Fällung ein (von Mucin oder Uratenj,
' -3 Tropfen fnsob
so filtrirt man ab. Zum klaren Harn oder Harnfiltrat setzt man nun 1—u j.*^.. —bereitete Ferrocyankaliumlösung (ein Ueberschuss ist zu vermeiden, weil er lösend aui &weiss wirkt). Trübung oder Niederschlag zeigen Serumalbumin, Serumglobulin, auAlbumosen an.
6) Spiegler's Probe. Man giebt zu 10 ccm des mit Essigsäure stark angesäuerte ,und wenn hierdurch eine Trübung entsteht, filtrirten Harns vorsichtig einige Tropfen voSfiegler's Reagens (s. weiter unten), so dass keine Mischung der Flüssigkeiten eT *?.£ 'Bei Gegenwart von Eiweiss entsteht an der Berührungsstelle ein scharfer, weisser Ring-Empfindlichkeit 1 : 150000.