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2 (1902)
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Teucrium. Thallinum.

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Teucrium.

Gattung der Labiatae Ajugoideae Ajugeae.

I. Teucrium ChamaedryS L. In Buropa verbreitet. Halbstrauchig. Mit Aus-läufern und länglichen, fast fiederspaltigen, in den Blattstiel verschmälerten Blättern.Blüthen in 6blüthigen Scheinquirlen, in der Achsel gefärbter. Hochblätter. Blüthe purpurn.Liefert: Herba Cliamaedryos. Hb. Teucrii Cliamaedryos. Hb. Trixaginis. EdlerGamander. Plante fleurie de germandree chaniaedrys ou de petit-chene (Gall.).

Das im Juli und August gesammelte, blühende Kraut wird nur noch selten als blut-reinigendes Volksmittel gebraucht.

Extractum Cliamaedryos. Wie Extract. Absinthii (Bd. I, S. 408).

Lebel's Hämorrboidalmittel bestehen aus 1. Pillen: Extract. Cliamaedryos, Scordn,Millefolii ää 4,0, Herb. Scordii 8,0. Zu 100 Pillen, die mit Silber überzogen werden.2- Salbe: aus Unguentum populeum mit den Extrakten von 1., ferner Extr. Belladonn.,Tannin, Plumb. aeetic.

II. Teucrium Scordium L. In Europa und Centralasien. Grundachse kriechend,mit Ausläufern. Blätter sitzend, länglich-lanzettlich, gekerbt, die unteren am Grunde ab-gerundet, die oberen am Grunde keilförmig verschmälert. Scheinquirle 4blüthig, hellpur-purn. Frisch nach Knoblauch riechend. Liefert: Herba Scordii. Lachenknoblauch.Wasser -Batheu gel. Plante fleurie de scordium ou de germandree d'eau (Gall).

Das im Juni und Juli mit den Blüthen gesammelte Kraut. 3 Th. frisches = 1 Th.trocknes. Als Heilmittel veraltet, aber neuerdings gegen Hämorrhoiden empfohlen.

Extractum und Tinctura Scordii. Wie Extractum und Tinctura Absinthii(Bd. I, S. 408).

Unter dem Namen Teucrin ist von Wien aus ein sterilisirtes Extrakt der Pflanzezu subkutanen Injektionen empfohlen worden gegen Lupus.

III. Teucrium Chamaep'ltyS L (Ajuga ChamaepitysL.). In Mittel- und Süd-europa und Nordafrika. Liefert: Sommite fleurie d'ivette ou de chamaepitys (Gall.).

IV. Teucrium Iva L. (Ajuga Iva). Heimisch im Mittehneergebiet. Liefert:Soiuinite fleurie d'ivette musquee (Gall.).

V. Teucrium Nlarum L. Heimisch im westlichen Mittelmeergebiet. Liefert: HerbaMari veri. Herba Thymi Catariae. Amberkraut. Ilastich- oder Katzenkrant.Moschus- oder Theriakkraut. Syriau Mastiche.

Das gepulverte Kraut wird bisweilen noch als Schnupfmittel, sowie zu Witterungenfür Marder, Füchse etc. benutzt.

Pulvis sternulatorius viridis. Florum Convallariae, Herbae Mari veri, Khizo-rnatis Iridis florentinao ää 1,0, Herbae Majoranae 3,0.

Sirupus Mari veri. 15,0 Tincturae Mari veri, 85,0 Sirupi Sacchari.Tinctura Mari veri. Aus 1 Th. Kraut und 5 Th. verdünntem Weingeist.Tinctura Mari veri ex herba recente. 5 Th. frisches Kraut, 6 Th. Weingeist.

P

Thallinum.

Das Thaliin wurde 1885 von Skeaup dargestellt und durch von Jacksch als Ersatz-mittel des Chinins bez. als synthetisches Antipyreticum empfohlen. Sein innerlicher Ge-hrauch wurde aber nach verhältnissmässig kurzer Zeit aufgegeben, da es sich als zu giftigerwies. Zur Zeit finden die Salze des Thallins noch äusserlich Anwendung.

I. f Thallinum. Thallin. Thalline. Tetrahydroparachinanisol. C 9 H 10 > T (OCH 3 ).Mol. Gew. = 163. Die freie Thallinbase. Der Name rührt her von -dallos, grünerZweig, wegen der Grünfärbung, welche die Lösung der Salze mit Ferrichlorid giebt.

Darstellung. Diese erfolgt in den chemischen Fabriken: Ein Gemenge von Para-amidoanisol, Paranitroanisol, Glycerin und Schwefelsäure wird längere Zeit auf 150° C. er-