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2 (1902)
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Saccharinum.

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Reaktionen. Von den Reaktionen, welche das Saccharin zeigt sollen die folgenden^geführt weiden:

1) Der süsse Geschmack, welcher noch bei sehr geringen Substanzmengen oder insehr verdünnter Lösung wahrgenommen wird; derselbe tritt stärker hervor, wenn man dieLosung oder das Saccharin in Substanz (Ausschüttelungsrüokstand) mit etwas Natrium-karbonat neutralisirt. 2) Mit Soda gemischt vor dem Löthrohr auf Kohle erhitzt, erhältm an eine Heparschmelze. Trägt man Saccharin in ein schmelzendes Gemisch vonSalpeter und Soda ein, so enthält die Schmelze Schwefelsäure, welche in bekannter Weisena ch dem Ansäuern durch Baryumchlorid nachzuweisen ist. 3) Wird Saccharin in Natron-lauge gelöst, zur Trockne verdampft, und der Rückstand \/ 2 Stunde auf 250° C. erhitzt,s ° enthält die Schmelze Natriumsalicylat. Säuert man die Lösung der Schmelze mit ver-dünnter Schwefelsäure an und schüttelt die Lösung mit Aether aus, so hinterlässt derletztere beim Verdunsten Salicylsäure, welche durch Eisenchlorid nachzuweisen ist.IV Schmitt.) 4-) Erhitzt man 0,05 g Saccharin mit ca. 0,1 g Resorcin und ca. 10 Tropfen*°nc. Schwefelsäure, so nimmt die Flüssigkeit zunächst gelbrothe, dann dunkelgrüne Fär-bung an. Löst man die erkaltete Masse in Wasser und übersättigt mit Natronlauge, so

ei gt die Flüssigkeit intensiv grüne Flüorescenz (Bömktein).

Prüfung. 1) Saccharin sei rein weiss, schmelze möglichst nahe an 224° C., 1 )e Schmelze gebe nach dem Erstarren eine rein weisse (!), nicht gelbe oder brauneMasse. 2) Der süsse Geschmack lasse sich noch in einer wässerigen Lösung 1 :100000deutlich wahrnehmen. 3) Saccharin verbrenne auf dem Platinblech unter HinterlassungVou höchstens Spuren von Asche. Der .\schengehalt betrage allerhöchstens 0,5 Proc.*) In konc. Schwefelsäure löse es sich ohne Färbung; die wässerige Lösung reducire

E HxrNG' S che Lösung heim Erwärmen nicht (redneirender Zucker). 5) Die gesättigte"wässerige Lösung werde durch Ferrichlorid weder braun gefällt (Benzoesäure) nochVl olett gefärbt (Salicylsäure). 6) Man löst. 0,2 g Saccharin mit Hilfe von Natrium-'arbonatlösung in 45 cem Wasser auf, fügt Kupfersulfatlösung in geringem Ueherschusse

inzu, bis kein Niederschlag mehr erfolgt und filtrirt vom Kupfersaccharinat ab. Die

lussigkeit wird nach Zusatz von Natronlauge zum Sieden erhitzt. War das Saccharinrei &, so entsteht ein dunkler Niederschlag; färbt sich die Flüssigkeit dagegen azurblau, so

ar Mannit zugegen. ") Beim Kochen des Saccharins mit, Maguesiamilch werde Ammo-m ak nicht abgespalten.

Aufbewahrung. Ueher diese ist etwas Besonderes nicht zu bemerken.Werthbestimmung. Die von Hefelmam angegebene Methode beruht darauf,ss beim Erhitzen mit Schwefelsäure von 7073 Proc. wohl die Orthosulfaminbenzoe-sa ure in Sulfobenzoesäure und Ammoniumsulfat zerlegt wird, während die Parasulfamin-

e «zoesäure (welche nicht süss schmeckt) unverändert bleibt.» Man erhitzt 10 g getrocknetes Saccharin mit 100 cem Schwefelsäure von 70 bis

ö i r °G. H 2 SO.! drei bis vier Stunden lang unter öfterem Umschwenken im lebhaft sie-

cnaen Wasserbade, indem man den mit der Saccharin-Schwefelsäuremischung beschickten^olben in das Wasserbad einsenkt. Die Ueberführung des Saccharins in o-Sulfobenzog-aure und Ammoniumsulfat ist beendet, wenn ein aus der Mischung entnommener Tropfenna ch starker Verdünnung mit Wasser nicht mehr süss schmeckt. Die Para-Sulfaminbenzog-saure wird, wie schon bemerkt, hierbei nicht zersetzt. Ist alle Orthosulfaminbenzoesäurezersetzt, so lässt man erkalten und verdünnt mit dem gleichen Volumen Wasser. Chemischreines Saccharin scheidet alsdann selbst nach wochenlangem Stehen nichts aus, während

ara-Sulfaminbenzoesäure enthaltendes nach 12stündigem Stehen oder bei sehr kleinenMengen nach Verlauf von 2S Tagen, alle Para-Sulfaminbenzoesäure krystallinisch aus-scheidet. Der Zusatz einer Spur von Para-Sulfaminbenzoesäure beschleunigt die Aus-8 °heidung. Die ausgeschiedene Para-Sulfaminbenzoesäure wird auf einem Asbestfiltergesammelt, mit kleinen Mengen eiskalten Wassers gewaschen, bei 100° C. getrocknetutu i gewogen.

Das Filtrat von der Para-Sulfaminbenzoesäure wird mit Wasser zu 500 cem anf-Inn In 50 com dieser Flüssigkeit (= 1,0 g Saccharin) bestimmt man nach Zusatz von

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»W com Wasser und frischgeglühter, gebrannter Magnesia im Ueberschussßcl - I, S. 258 die Menge des in Lösung befindlichen Ammoniaks maassanaly

*) Zu der Bestimmung des Schmelzpunktes trockne man das Saccharin erst über

Schwefelsäure aus, erhitze dann rasch auf ca. 215° C. und steigere von da ab erst dieemperatur langsam bis zum eintretenden Schmelzen.