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Sabina.
angepflanzt.') Strauchig, in der Kultur auch baumartig, mit dichten, buschigen Zweigen-Beerenzapfen etwas überhängend, eiförmig-kuglig, 6—8 mm im Durchmesser, schwarz mitbläulichem Reif. Blätter entweder klein, schuppenförmig und dekussirt, bis 5 mm lang,sehr dicht gestellt, mit dem grössten Theile der Spreite angewachsen, also nur an derSpitze frei, oder länger, lockerer gestellt, spitzig-nadelfb'rmig, zu dreien im Quirl gestellt,abstehend. Jedes Blättchen lässt in der Mitte des Rückens eine grosse ovale Oeldrüseerkennen, die am frischen Blatt gewöhnlich hervorgewölbt, am trocknen oft eingesunkenist. Sie entsteht schizogen.
Unter der kleinzelligen Epidermis mit grossen Spaltöffnungen liegt ein aus Fasernbestehendes Hypoderm, das auf den Rücken des Blattes beschränkt ist. Im Mesophy"„Querbalkenzellen" mit zahlreichen nach innen vorspringenden Zapfen und Balken derZellwand.
Geruch und Geschmack stark aromatisch.
Man verwendet die beblätterten Zweigspitzen:
t Summitates Sabinae (Ergänzb.). Herba Sabinae (Austr. Helv.). Sabina (U-St.)-Frondes s. Turiones Sabinae. — Sadebaumspitzen. Sabina. Sevenkraut. — Som-mite de sabine (G-all.). — Savine. Savine-tops.
Bestandtheile. Bis 4 Proc. ätherisches Oel (vergl. unten), Gerbstoff, Zucketund ein nicht sichergestelltes giftiges Säureanhydrid.
Einsammlung und Aufbewahrung. Man sammelt die Spitzen der Zweigeim April und Mai, trocknet im Schatten und bewahrt sie geschnitten, einen kleinen Vor-rath auch gepulvert, in dicht schliessenden Gefässen vorsichtig, vor Licht geschütztund (nach Austr.) nicht über ein Jahr auf. 4 Th. frische geben 1 Th. trockne. Na c "Helv. sind die Früchte in der Droge zulässig.
Wirkung und Anwendung. Träger der Wirkung ist das ätherische Oel. Be-schleunigt in kleinen Dosen die Pulsfrequenz und wirkt diuretisch. Grössere Dosen er-zeugen Erbrechen und oft blutige Durchfälle, Blutharnen, Konvulsionen und können denTod herbeiführen. Bewirkt bei Sehwangeren Abortus. Wegen dieser letzterenWirkung, die im Volke meist wohlbekannt ist, sucht man die Droge nicht selten in ver-brecherischer Absicht zum Abtreiben der Leibesfrucht zu benutzen. Solche Versuche habennicht selten zum Tode geführt. Der Apotheker wird daher unter keinen Umständendie Droge ohne ärztliche Verordnung abgeben, auch nicht als angebliches Ungeziefermitte 1oder gegen Krankheiten des Viehes. — Aeusserlich als Streupulver und in Salben, dasInfusum (5,0—10,0 : 150,0) zu Gurgelwässern, Einspritzungen. Innerlich zu 0,25—0,5 gmehrmals täglich in Pulver und Pillen.
Grösste Einzelgabe: 1,0g (Helv.), 1,0 (Lewin). Grösste Tagesgabe: 2,0 g 1(Helv.), 3,0 (Lewin).
In Deutschland ist Sabina und ihre Zubereitungen dem freien Verkehr entzogen.
t Extractum Sabinae. Extractum Sabinae alcoole paratum. Sadebaum-extrakt. Extrait de sabine (alcoolique). Ergänzb.: 2 Th. mittelfein zerschnitteneSadebaumspitzen werden zuerst mit 10, dann mit 5 Th. eines Gemisches aus 2 Th. Wein-geist und 3 Th. Wasser je 24 Stunden ausgezogen ; die Pressflüssigkeit dampft man z un Jdicken Extrakt ein. E. Dietekich lässt zuerst mit 6 Th. des Gemisches 5 Tage, dann in»4 Th. 3 Tage ausziehen, die Auszüge filtriren etc. Ausbeute : 10—12 Proc. eines grün-braunen, in Wasser trübe löslichen Extrakts. Vorsichtig aufzubewahren. Höchstgabe-0,3; auf den Tag 1,0 (Lewin). — Gall.: Wie Extrait de digitale alcoolique Gall. (Bd. US. 1041. 2.).
f Extractum Sabinae fluidum (U-St.).gepulverter Sabina (No. 40) und 5000 g oder q.woge. Man befeuchtet mit 250 com, fängt die erstenstellt 1. a. 1000 ccm Fluidextrakt her.
Fluid Extract of Savine. Aus 1000 gs. 91 proc. Weingeist im Verdrängungs-
900
ccm Perkolat für sich auf und
') Die Kultur der Pflanze ist stellenweise behördlich verboten, da sie und verwandteKoniferen der Träger der Teleutosporengeneration des „Gitterrostes" der BirnenbäumeI Gymnosporangium fuscum D. C.) sind.