Quercus.
715
II. QlterCUS alba L. Heimisch in Nordamerika. Blätter an der Basis keilförmigln den Blattstiel verschmälert, stumpfspitzig, gelappt bis fiedertheilig, in der Jugend beider-seits graufilzig.
Liefert Cortex (Juercus albae. Quercus alba (Ü-St.). — White Oak.
Beschreibung. Bildet fast flache, vom Kork befreite Stücke, im Innern roth-braun. Die Binde ist ausgezeichnet durch die starke Sklerose der Markstrahlen und desBastes, der gegenüber die Fasergruppen zurücktreten.
III. QuercUS Hex L. Steineiche. Heimisch in den Mittelmeerländern. BlätterWein, starr, meist ganzrandig, unterseits filzig.
Liefert Cortex (Juercus viridis. — Ecorce de chene vert (Gall.). Enthält 5 bis11 Proc. Gerbstoff.
IV. üuerCUS Baiiota Desf. Heimisch im westlichen Mittelmeergebiet. Dies amen liefern Sem. Quercus Ballotae — Gland doux (Gall.). Das daraus gewonneneStärkemehl wird unter dem Namen Bacahout als Kindernahrung verwendet. EssbareFrüchte haben ferner: Quercus Hex L., Qu. macrolepis Kotschy, Qu. ValloneaKotschy, Qu. alba L., Qu. agrifolia Nee, Qu. chrysolepis Liebm., Qu. undu-lata Torr.
V. QuerCUS Vallonea KotSChy und einige verwandte Arten liefern in ihrenFruchtbechern die technisch des Gerbstoffgehalts wegen verwendeten Vallonea, Wal-'onen oder Velaney, orientalische oder levantinische Knoppern. Sie enthaltenbis 31,6 Proc. Gerbstoff, die Schuppen der Becher allein bis 42,0 Proc.
VI. QuerCUS Suber L. Korkeiche. Heimisch im westlichen Mittelmeergebiet.Mit gezähnten, lederigen, eiförmigen Blättern. Liefert in den äusseren Theilen der Binde:Suber. Suber quercinum. Cortex Suberis. Lignum suberinum. — Kork. Pan-toffelholz. — Liege. - Cork.
Gewinnung. Die Korkbildung beginnt am Baum mit dem 4. Jahre; dieser natür-liche Kork (Jungfernkork, männlicher Kork) wird mit dem 15.—20. Jahre entfernt,indem man horizontale und Längsschnitte in den Baum macht, die Rinde klopft und denKork lossprengt. Er ist rissig mit vielen braunen Stellen (vergl. unten), zur Herstellungvon Korken unbrauchbar. Der sich nun neu bildende Kork (weiblicher Kork) zeigtwenige Risse, er ist aber meist auch noch wenig brauchbar, erst die neuen Schälungen,uie etwa alle 10—15 Jahre wiederholt werden, liefern guten Kork. In Katalonien er-reicht man eine Dicke von 23 mm, wie sie für grössere Stopfen erforderlich ist, in zehnJahren. — Die Korkplatteu werden zu Haufen aufgeschichtet, mit Steinen beschwert undgetrocknet. Dann kocht man sie eine Stunde in Wasser, wobei Unreinigkeiten ent-fernt werden und der Kork aufquillt, streckt zu Platten und kratzt die äussere unreineSchicht ab.
Beschreibung. Der Kork ist von hellbrauner Farbe und lässt koneentrisch ver-laufend hellere und dunklere Schichten erkennen. Mit diesen sich kreuzend, verlaufen durch<ien Kork in radialer Richtung dunkle Streifen, die mit lockerem Parenchym und Steinzellenerfüllt sind (Lenticellen). Sie beeinträchtigen die Verwendung und die Stopfen müssendaher so geschnitten werden, dass diese Streifen den Stopfen quer durchsetzen, nur ganzgrosse Spunde muss man so schneiden, dass die Streifen senkrecht verlaufen, sie bedürfendaher noch besonderer Dichtung (Pergamentpapier u. s. w.). Spec. Gew. 0,12—0,25, Wasser-gehalt im lufttrocknen Zustand 4—5 Proc, Asche 0,3—0,5 Proc. Der Kork ist elastisch,undurchlässig für Gase und Flüssigkeiten; nach längerer Verwendung verliert der Korkseine Elasticität, erlangt sie aber durch Einlegen in heisses Wasser z. Th. wieder.
Die Wand der einzelnen Korkzelle setzt sich aus 3 Lamellen zusammen: 1. einerverholzten, 2. einer aus Cellulose bestehenden und 3. der eigentlichen verkorkten Lamelle,die die Eigenschaften des Korkes bedingt.