Parietaria.
Pelletierinum.
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Parietaria.
Gattung der Urticaceae — Parietarieae.
Parietaria officinal'lS L Heimisch im südlichen und mittleren Europa. „Glas-kraut, Tag und Nacht, Eebhuhnkraut, Wendkraut." Mehrjährig. Stengel auf-recht und einfach, oder ausgehreitet und ästig. Blätter rundlich bis elliptisch, ganz-randig, dreinervig.
Lieferte früher Herba Parietariae, jetzt noch in der Gall. als Parietaire.Gut als harntreibend, wurde äusserlich auch als Wundmittel verwendet.
Pelletierinum.
Die Granatwurzelrinde enthält, wie Bd. I, S. 1248 angegeben ist, vier als Pelle-tierin, Methylpelletierin, Pseudopelletierin und Isopelletierin bezeichneteAlkaloide, von denen das Pelletierin als der Hauptträger der vvurmtreibenden Wirkungangesehen wird.
I Pelletierinum. Pnnicin. C s H 1B NO. Mol. Gew. = 141.
Darstellung. Die gepulverte Granatwurzelrinde wird mit Kalkmilch versetzt undln einem Perkolator mit Wasser ausgezogen. Den erhaltenen Auszug schüttelt man mit"-'hloroform aus und entzieht diesem die Basen durch Schütteln mit stark verdünnterSchwefelsäure. Diese Lösung, welche sämmtliche Alkaloide enthält, wird mit über-schüssigem Natriumbikarbonat versetzt, wodurch Pseudopelletierin und Methylpelletierinausgeschieden werden, die man durch Ausschütteln mit Chloroform entfernt. Aus derruckständigen natriumbikarbonathaltigcn Flüssigkeit scheidet man Pelletierin und Iso-Pelletierin mit Kalilauge ah und schüttelt mit Chloroform aus. Dieser Lösung entzieht manuie beiden Alkaloide mit verdünnter Schwefelsäure. Man dampft die Sulfatlösung zurJ-rockne und setzt den Salzrückstand auf Filtrirpapier der Luft aus. Isopelletierinsulfat.zerfiiesst an der Luft und zieht in das Filtrirpapier ein, während Pelletierinsulfat in-krystallen zurückbleibt. — Man zerlegt das Sulfat mit Kalihydrat, schüttelt die Base mitChloroform oder Aether aus, destillirt das Lösungsmittel ab, trocknet die Base mit Aetz-kali und destillirt sie im Wasserstoffstrome.
Eigenschaften. Eine ölige, farblose, an der Luft sich bräunende Flüssigkeit vonaromatischem, an Wein erinnerndem Geruch. Spec. Gew. bei 0° C. = 0,999, bei 21° C. =0,985. Siedepunkt = 195° C. Die freie Base ist rechtsdrehend; die Salze dagegen sindlinksdrehend. Durch Erhitzen auf 100° C. wird das Pelletierin optisch inaktiv. Es löstsich in 20 Th. Wasser, in jedem Verhältnisse in Alkohol, Aether und Chloroform, giehta 'le Reaktionen der Alkaloide, ist eine starke, alkalisch reagirende Base, giebt z. B. mitSalzsäuredämpfen Nebel und bildet gut krystallisirende Salze. Platinchlorid erzeugt in derwässerigen Pelletierinlösung keinen Niederschlag. In den Lösungen der Blei-, Zink-, Queck-silber- und Silbersalze erzeugt Pelletierin weisse, mit Cohaltnitrat und Kupfersulfat blaueNiederschläge. Der durch Gerbsäure bewirkte Niederschlag ist im Ueberschusse des Fällungs-mittels löslich.
Aufbewahrung. Vorsichtig, vor Licht und Säuredämpfen geschützt.
Anwendung. Die freie Base wird nur selten in Gahen von 0,1—0,5 g in Pulvernund Pillen als Bandwurmmittel verwendet. Häufiger giebt man die folgenden Salze.
t Pelletierinum sulfuricnm (C 8 H I5 NO) 2 . H„S0 4 . Mol. Gew. = 380. Punici-ßnm sulfuricum. Pelletierinsulfat. Punicinsulfat. Wird durch genaue Neutrali-sation von 10 Th. freier Pelletierinbase mit ca. 20 Th. verdünnter Schwefelsäure (von16 Proc'.) und Eintrocknen der Salzlösung über Calciumclilorid dargestellt.
Weisse, krystallinische, nicht hygroskopische Masse, leicht in Wasser löslich. BeimStehen an der Luft, ebenso beim Verdampfen der wässerigen Lösung nimmt es leicht
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