Druckschrift 
2 (1902)
Entstehung
Seite
433
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Nasturtium. Natrium.

Nasturtium.

433

Gattung der Crucil'erne Sinapeae Cardamininae.

Nasturtium Officinale R. Br. Heimisch in Europa und dem nördlichen Asien,auch in Amerika. Kahl, Stengel am Grunde kriechend und bewurzelt, hohl, Blätter ge-fiedert, Blättchen ausgeschweift und gekerbt, die seitenständigen sitzend, das endständigegestielt. Blüthe weiss, Blumenblätter länger als der Kelch. Fruchtstiele etwa so lang alsdie lineal-länglichen, gedunsenen, meist sichelförmig gekrümmten Schoten. Verwendungfindet das Kraut:

Herba Nasturtii. Herba Nasturtii aquatici. Herba Cardainines Brunnen-kresse. Wasserkresse. Cresson de foutaine (GalL). Water cress.

Es riecht und schmeckt scharf und etwas bitterlich. Es verdankt den Geruch und«eschniack hauptsächlich dem Nitril der Phenylpropionsäure C 0 H 10 N.

Verwendung. Zuweilen zu den sogen. Frühlingskuren, hauptsächlich als Salat.

Aqua Nasturtii. Aus frischem, blühendem Kraut wie Aqua Cochleariae (Band I,S - 888, I). .

Conserva Nasturtii. Aus frischem Kraut wie Conserva Conii (Band I, S. 947) - bereiten.

Sirupus cum succo Nasturtii. Sirop de cresson (GalL). 1000,0 frischen, durchErhitzen geklärten Brunnenkressensaft bringt man mit 1800,0 Zucker zum Sirup.

Succus Nasturtii. Suc de cresson (GalL). Frische Blätter der Brunnenkresse^erstösst man, presst den Saft aus und filtrirt ihn. Gilt als anregendes, harntreibendes,katarrhwidriges Mittel.

Natrium.

f Natrium metalliCUm. Natrium. Sodium. Na. Atomgew. = 23.

Ein silberweisses, auf der frischen Schnittfläche stark glänzendes, bei mittlerer Tem-peratur wachsweiches, bei niederer Temperatur spröde werdendes Leichtmetall. Das speei-fiscbe Gewicht ist bei 15° C. = 0,972. Es schmilzt bei 95,6° O. An der Luft oxydirts 'ch das metallische Natrium sehr rasch, die frische Schnittfläche wird bald blind und dieNatriumstücke umgeben sich mit Krusten von Natriumoxyd, bezw. Natriumhydroxyd, bezw.Natriumkarbonat. Beim Schmelzen an der Luft entzündet es sieh und verbrennt mit gelber* lamme und unter Entwickelung ätzender Dämpfe zu Natriumoxyd Na 2 0. Bei Abschluss"er Luft siedet es bei 742° C. und verwandelt sich dabei in einen farblosen DampfIKaliumdampf ist grün). Der Dampf giebt im Spektrum einen der D-Linie entsprechendenA-bsorptionsstreifen, Auf kaltes Wasser geworfen, zersetzt es das Wasser mit grosserHeftigkeit unter Entwickelung von Wasserstoff (Fische halten die auf dem Wasser umher-'ahrenden Natriumkugeln für brummende Insekten, verschlucken sie und gehen unfehlbarJämmerlich zu Grunde; deshalb werfe man Natriumabfälle niemals in Gewässer, welcheFische enthalten. B. Fischer). Wird Natrium auf heisses Wasser geworfen, so entzündets ieh der Wasserstoff und verbrennt mit gelber Flamme.

In den Handel gelangt das metallische Natrium gewöhnlich in Barren, während dasValium meist in die Form von Kugeln gebracht ist.

Aufbewahrung. Wegen der grossen Empfindlichkeit des Natriums gegen Sauer-stoff un( j Feuchtigkeit bewahrt man dasselbe in der Regel unter Petroleum, noch hesserunter flüssigem Paraffin auf. Es überzieht sich in diesem allmählich zwar auch mit einerKruste von Natriumhydroxyd bezw. Natriumkarbonat, aber der Kern bleibt doch metallischWank. Zur Zeit wird das Natrium von den chemischen Fabriken auch nur mit festemParaffin überzogen versendet. Der Apotheker wird stets gut thun, seinen kleinenNatriumvorrath unter Petroleum oder flüssigem Paraffin aufzubewahren und jede Möglich-keit fernzuhalten, dasszu dem so aufbewahrten Natrium Wasser hinzutreten kann.

Handb. d. pharm. Praxis. II. 28