;*iip; : :
Narcotinum.
431
Narcotinum.
I. t Narcotinum. Narkotin. Anarkotin. Opian. Narcosin. Dekosse's Salz.C 2sH 23 NO,. Mol. Gew. == 413. Ein Alkaloid des Opiums.
Darstellung. Die rückständige Opiumsubstanz, welche man bei der Darstellungdes wässerigen Opiumextrakts sammelt, übergiesst man mit einem 4fachen Volum kaltemWasser und soviel Salzsäure, dass die Flüssigkeit schwach sauer reagirt. Nach mehr-stündiger Maceration wird filtrirt, und das Filtrat nach und nach so lange mit gelöstemNatriumkarbonat versetzt, als dadurch eine Fällung hervorgebracht wird. Der nach einigerZeit gesammelte Niederschlag wird nach dem Trocknen zerrieben, mit Aether behandelt,v on der flltrirten Aetherlösung der Aether abdestillirt, der Rückstand in wenig absolutemWeingeist unter Erwärmen gelöst und in flachem Gefäss der Verdunstung des Weingeisteslind der Krystallisation überlassen. Sind die Krystalle nicht farblos, so werden sie wiederumin Weingeist gelöst, mit thierischer Kohle digerirt ete.
Eigenschaften. Krystallisirt aus Alkohol in grossen, farblosen, glänzenden■Nadeln, welche bei 176° C. schmelzen, geruchlos und geschmacklos sind und alkalischT eagiren. In kaltem Wasser ist Narkotin unlöslich, in siedendem Wasser nur sehr weniglöslich. Leicht löslich in 2,3 Th. siedendem Chloroform und 20 Th. siedendem Alkohol oderin 100 Th. kaltem Alkohol. Löslich in 170 Th. Aether oder 31 Th. Essigäther oder 22 Th.Benzol oder 300 Th. Amylalkohol. Die neutralen Lösungen des Narkotins bez. seiner Salze'enken den polarisirenden Lichtstrahl nach links ab, die sauren Lösungen dagegen, nach''Cents.
1) Koncentrirte Schwofelsäure löst das Narkotin anfangs grünlichgelb, die Lösungwird bald gelb, dann röthlichgelb und nach einigen Tagen himbeerfarbig. — 2) Verdunstetman die frisch bereitete Lösung in verdünnter Schwefelsäure (1 -f- 5) sehr allmählich, so*'rd sie zuerst orangeroth, dann vom Rande aus blauviolett und schliesslich, wenn dieSchwefelsäure zu verdampfen beginnt, schmutzig - rothviolett. Die gleichen Farb-epcheinungen beobachtet man, wenn man die Lösung des Alkalo'ids in konc. Schwefel-saure vorsichtig erhitzt. — 3) Rührt man in die Lösung des Narkotins in konc.Schwefelsäure nach 1—2 stündigem Stehen eine sehr kleine Menge Salpetersäure (Bruch-teil eines Tropfens) ein, so entsteht schöne rothe Färbung. — 4) MolybdänsäurehaltigeSchwefelsäure löst das Narkotin in Substanz mit grüner Farbe, welche bei Anwendungeiner grösseren Menge Molybdänsäure (0,01 g Natriummolybdat auf 1 cem konc. Schwefel-saure) in schönes Kirschroth übergeht. — 5) Chlorwasser färbt die wässerige Lösung gelb-grün. Auf Zusatz von Ammoniak nimmt das Gemisch eine rothbraune Färbung an. —J) Jodjodkalium, Kaliumquecksilberjodid, Phospbormolybdänsäure und Kaliumwismutjodid'allen Narkotinlösungen noch bei einer Verdünnung von 1 : 5000.
Den sauren Narkotinsalzlösungen wird das Narkotin schon durch Schütteln entzogen."~ Narkotin ist eine schwache Base. Die Salze Teagiren sauer. Die Salze flüchtiger SäurenErsetzen sich schon beim Erhitzen der wässerigen Lösung unter Abscheidung von freiemnarkotin. Ammoniak, ätzende und kohlensaure Alkalien fällen das Narkotin aus seinenSalzlösungen. Das salicylsaure Narkotin ist in Wasser schwer löslich. — Durch Erhitzennut Salpetersäure wird das Narkotin gespalten und zugleich oxydirt unter Bildung vonCotarnin, s. w. u.
Prüfung. 1) Narkotin darf an 2procentige Essigsäure beim Schütteln nichts ab-geben, d. h. wird die Essigsäure auf dem Wasserbade in einem Glasschälchen verdampft,g o darf ein Rückstand nicht hinterbleiben. — 2) Es schmelze bei 176° C. und hinterlassebeim Verbrennen keinen Rückstand. — 3) Wird Narkotin mit 5proc. Natronlauge ge-schüttelt und die filtrirte Lösung alsdann mit Ammoniumchloridlösung im Ueberschuss ver-setzt, so darf auch nach 24 Stunden eine Ausscheidung nicht erfolgen (Morphin).
Aufbewahrung. Vorsichtig.
Anwendung. Narkotin wirkt nur in sehr geringem Maasse narkotisch. Daherau eh das Synonym „Anarkotin". Man giebt es zu 0,1—0,25 g mehrmals täglich gegenkrampfartige Beschwerden, Neuralgien, Intermittens. Als Höehstgaben giebt die Ross.Pro dosi 0,25 g, pro die 1,0 g an.