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2 (1902)
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429
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Narcemum.

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versetzt, welches Meconsäure nebst braunem Farbstoff ausscheidet. Nachdem wiederumültiirt und dann aus dem Filtrat der Barytüberschuss durch Ammoniumkarbonat beseitigtls t, wird die Flüssigkeit zur Sirupdicke eingeengt und bei Seite gestellt. Nach einigenTagen ist die sirupdicke Flüssigkeit zu einem Krystallbrei erstarrt. Die von anhängenderMutterlauge durch Pressen zwischen Fliesspapier befreiten Krystalle werden mittelst 40proc.Weingeistes gelöst, mit Thierkohle behandelt und durch Umkrystallisiren gereinigt. Aus-beute ca. ,0,1 Proc. Das Narce'in des Handels ist meist als Nebenprodukt bei der Morphin-Darstellung gewonnen.

B) Man verwandelt Narkotin durch Addition von Methylchlorid in das Narkotin-niethylchlorid und führt dieses durch Kochen mit Natronlauge in Narce'in über.

Eigenschaften. Narce'in krystallisirt aus Wasser mit 3 Mol. Krystallwasser inweissen, glänzenden, zu Büscheln vereinigten oder verfilzten Nadeln. Durch Trocknen bei100° C. wird es wasserfrei und schmilzt alsdann bei 163165° C. Darüber hinaus erhitzt,entwickelt es nach H'äringslake (Trimethylamin?) riechende Dämpfe. Ist es nicht zu langeull d nicht zu hoch über seinen Schmelzpunkt hinaus erhitzt worden, so giebt der Rückstandan Wasser eine Substanz ab, die sich mit Ferrichlorid schwarzblau färbt. Narce'in löstsich in etwa 1300 Th. kaltem Wasser, leichter in siedendem Wasser zu neutralen Flüssig-keiten; die heissges'ättigte wässerige Lösung erstarrt beim Erkalten zu einem Krystallbrei." ässerige Ammoniakflüssigkeit, wässerige Kali- oder Natronlauge lösen es reichlicher alsblosses Wasser. Von Alkohol, Chloroform und Amylalkohol wird es in der Kälte nurwenig, reichlicher in der Wärme gelöst, in Aether, Petroleumäther und Benzol ist es sogut wie unlöslich. Die Lösungen sind optisch inaktiv.

1) Konc. Schwefelsäure löst Narce'in mit graubrauner Färbung, die nach längeremstehen (rascher beim Erwärmen) in Kirschroth übergeht. 2) Erwärmt man es mit ver-dünnter Schwefelsäure, so tritt, wenn die Säure hinreichend koncentrirt ist, schön violett-rothe Färbung auf, die nach weiterer Erhitzung in Kirschroth überseht. Bringt man in£16 kirschrothe Flüssigkeit eine Spur Salpetersäure, so treten blauviolette Streifen auf.') Fköhde's Reagens löst Narce'in in Substanz zunächst blaugrün; allmählich tritt dunkel-olivengrütie, schliesslich in Blutroth übergehende Färbung ein. Letztere Färbung trittbeim Erwärmen sogleich ein. 4) Ekdmann's Reagens, ebenso konc. Salpetersäure,lösen Narce'in mit gelber Färbung. 5) Löst man Narccln in Chlorwasser und fügt unterUmrühren Ammoniakflüssigkeit tropfenweise hinzu, so erfolgt tiefrothe Färbung, welche'Weder durch einen Ueberschuss von Ammoniak noch durch Erwärmen verschwindet;. °°el). 6) Stark verdünnte wässerige Jodlösung färbt Narce'in in Substanz blau.') Fügt man zu einer wässerigen Narce'in Salzlösung eine Lösung von Kalium-Zinkjodid(^inkjodid 10 Th., Kaliumjodid 20 Th., Wasser 70 Th.), welcher man etwas froies Jodfusetzt, so erfolgt noch in grosser Verdünnung (z. B. 1 : 1000) Ausscheidung sehr feiner,Wauer, haarförmiger Krystalle. 8) Narce'in wird gefällt durch Jodjodkalium, durchWercuri-Kaliumjodid, Kaliumwismutjodid, Gerbsäure.

Narce'in ist eine tertiäre Base; es enthält neben 5Hydroxylgruppen', deren Wasserstoffatome indess durchAlkyle ersetzt sind, eine Carboxylgruppe.

Prüfimg. 1) Narce'in sei farblos, die wässerigeLösung gegen Lackmus neutral. 2) 0,1 g verbrenneauf dem Platinbleche ohne einen Rückstand zu hinter-lassen. 3) Es löse sich in verdünnter Schwefelsäureohne Färbung. 4) In eine Mischung von Ferricyan-kalium und Ferrichloridlösung eingetragen, färbe es diesenicht sogleich (!) blau (Morphin).

Aufbetvahrwng. Vorsichtig.Anivendung. Das Narce'in steht dem Morphinin seiner Wirkung sehr nahe, nur wirkt es milder undschwächer, erzeugt ruhigen Schlaf, während unangenehmeNebenwirkungen selten sind. Man giebt es in Fällen, wo Morphin oder Opium schlecht ver.tragen werden, als Sedativum und Antispasmodicurn mehrmals täglich zu 0,010,02 g, alsKypnoticum zu 0,030,050,1 g.

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Narce'in nach Freund.