Marrubium.
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Darstellung. Man kocht Manna am Rückflusskühler mit Weingeist von ca. 90 Proc.aus, bis sie etwas Lösliches nicht mehr abgiebt, und filtrirt die heissen Auszüge. BeimErkalten derselben scheidet sich der Mannit in Krystallen ab. Man sammelt dieselbenund krystallisirt sie aus siedendem Alkohol unter Zusatz von etwas Thierkohle nochmalsum, worauf man sie ohne weiteres in hinreichend reinem Zustande erhält.
Eigenschaften. Aus Wasser krystallisirt grosse durchsichtige, rhombische Pris-men; aus Alkohol weisse, seidenglänzende Nadeln oder Säulen, ohne Geruch, von süssemGeschmack. Sie lösen sich in 7—7.5 Tb. kaltem, leicht in siedendem Wasser, ferner inetwa 100 Th. kaltem Alkohol leichter in siedendem oder in verdünntem Alkohol, in Aethersind sie unlöslich. Mannit schmilzt bei 165—166° C; darüber hinaus erhitzt, sublimirtei n kleiner Antheil unzersetzt. — Die wässerige Lösung ist neutral und entweder optischinaktiv oder sehr schwach linksdrehend. Auf Zusatz von Borax wird sie jedoch starkrechtsdrehend. Von Hefe wird Mannit nicht in Gährung versetzt.
Mannit ist ein sechsatomiger Alkohol 06118(011)8 und ein völliges Analogon desGlycerins; z. B. hält er wie dieses Kupferhydroxyd in Lösung und kann also an Stelleder weinsauren Salze oder des Glycerins zur Bereitung der FEHLiNG'schen Lösung benutztwerden, obgleich ein Bedürfnis hierfür eigentlich nicht vorliegt.
Prüfung. 1) Mannit sei farblos, geruchlos, von süssem Geschmacke. Er färbe■Kalilauge beim Erwärmen nicht und reducire die FEHLiNG'sche Lösung beim Erwärmennicht (Traubenzucker). — 2) Er werde beim Uebergiessen mit konc. Schwefelsäurenicht geschwärzt (Zuckerarten, z. B. Rohrzucker). — 3) Er hinterlasse beim Verbrennenkeine Asche.
■Aufbewahrung. Mannit ist luftbeständig, auch nicht stark wirkend, seine Auf-bewahrung bedarf daher keiner besonderen Anweisungen.
Anwendung. Man hat den Mannit in Gaben von 30—50 g als Abführmittelempfohlen. Indessen steht er der Manna an Wirksamkeit bei weitem nach und bietetvor dieser auch sonst keine Vortheile. Dagegen dient er in erheblichen Mengen zur Be-reitung von Saccharin-Tabletten für Diabetiker.
Marrubium.
Gattung der Labiatae — Stachyoideae — Marrubieae.
I. Marrubium Vulgare L. Heimisch von den kanarischen Inseln bis Central-asien. Aestig, weiss filzig, die unteren Blätter langgestielt, rundlich-eiförmig, die obereneiförmig, in den kurzen Stiel verschmälert, beide runzelig, oberseits dunkelgrün, weich-baarig, unterseits weissfilzig, am Rande gekerbt. Blüthen in dichten, kugeligen Halb-quirlen, weiss, Kelch röhrenförmig, 6-10 zähnig, die Kelchzähne mit langer, hakenförmiggekrümmter Stachelspitze.
Liefert Herba Marrubii (Ergänzb.). Herba Marrubii albi. Marrubium (U-St.).~ Andorn. Weisser Andorn. Weisser Orant. - Plante fleurie de marrube blanc(GalL). — Horehound.
liestandtheile. 2,05 Proc. Fett, Wachs und Spuren ätherischen Oeles,!.94Proc. in Alkohol lösliche, harzige bitterschmeckende Stoffe, 4,94 Proc. Schleim,°,67 Proc. Glukose, 6,72 Proc. Asche. — Der bitterschmeckende Bestandtheil, das Mar-r ubiin C 30 H 43 O 6 bildet Krystalle von gelblicher Farbe, die bei 154-155° C. schmelzen.
Verwechslungen. Das Kraut von Ballota nigra L. (schwarzer Andorn)und Nepeta Cataria L., die aber beide herzförmige Blätter haben und das von Stachysgermanica L. (grosser Andorn), ebenfalls mit an der Basis herzförmigen Blättern,ferner ist Marrubium candidissimum mit 5zähnigem Kelch, das wenig bitterschmeckt, beobachtet worden. Heimisch von Dalmatien bis Persien.