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2 (1902)
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Magnesium sulfuricum.

die wässerige Lösung' von Magnesiumsulfat gegen Lackmusfarbstoff neutral ist, währenddiejenige des Zinksulfates sauer reagirt.

Prüfung. 1) Die wässerige Lösung (1 = 20) soll Laekmuspapier nicht verändern;saure Reaktion könnte von freier Schwefelsäure, aber auch von beigemengtem Zinksulfatherrühren). Sie darf weder durch Schwefelwasserstoff verändert (Metalle, wie Blei,Kupfer, Zink), noch durch Silbernitratlösung nach 5 Minuten mehr als opalisirend getrübtwerden (Spuren von Chlor sind zuzulassen). 2) Eine Mischung aus 1 g zerriebenemMagnesiumsulfat und 3 com Zinnchlorürlösung soll im Laufe einer Stunde eine dunklereFärbung nicht annehmen (Arsen). 3) 20 ccm der wässerigen Lösung (1 = 20) sollennach Zusatz von 2 Tropfen Salzsäure durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht sogleichgebläut werden (Eisen). 4) Auf Natriumsulfat und Kaliumsulfat prüft man zweckmässigin folgender Weise: 1 g Magnesiumsulfat wird mit 2,5 g Baryumkarbonat in einem por-cellanenen Mörser zusammengerieben, das Gemisch in einem geräumigen Kölbchen mitca. 20,0 g destillirtem Wasser 810 Minuten unter bisweiligem Umschütteln gekocht,wobei man das Uebersteigen der schäumenden Flüssigkeit zu vermeiden hat. Nach demErkalten wird filtrirt und das Filtrat mit Baryumchloridlösung versetzt. Entsteht eineFällung oder Trübung (welche durch Zusatz von Salpetersäure wieder verschwindet), sowar Kalium- oder Natriumsalz in mehr als Spuren vorhanden. Eine nur äusserst schwacheTrübung wäre zu vernachlässigen, denn das offlcinelle Bittersalz ist nicht die Magnesiasulfurica purissima. Wird das Filtrat aus der Kochung eingedampft, mit Salpetersäureaufgenommen, wieder eingetrocknet und dann mit Weingeist gewaschen, so wird dasNatriumsalz gelöst, nicht aber das Kaliumsalz.

Aufbewahrung. Um das Verwittern des Bittersalzes zu verhüten, bewahrt manes an einem kühlen Orte von möglichst gleichbleibender Temperatur und zwar in Kästen,Tonnen oder Gefässen aus Steinzeug oder Glas auf.

Anwendung. Das krystallisirte Magnesiumsulfat wird in Gaben von 51015bis 20 g in wässeriger Auflösung als Abführmittel angewendet. Es bewirkt wässerigeDarmentleerungen. Falls Magnesium sulfuricum in Pulvermischungen verordnet wird, soist im Geltungsbereiche des Deutschen Arzneibuchs das entwässerte Präparat, Magnesiumsulfuricum siccum, abzugeben.

Magnesium sulfuricum effervescens. Magnesii Snlphas effervescens (Brit.).Effervescent Epsom Salt. Man trocknet 500 Th. krystall. Magnesiumsulfat bei 55° C,bis es nur noch 385 Th. wiegt, mischt es alsdann mit 105 Th. Zuckerpulver, 360 Th.Natriumbikarbonat, 190 Th. Weinsäure und 125 Th. Oitronensäure. Man erhitzt dieMischung auf 95105° O. und granulirt sie.

II. Magnesium SUlfuriCUm SiCCUm (Austr, Genn. Helv.). Magnesium sulfuri-cum dilapsum. Magnesium sulfuricum pulveratum. -/[Entwässertes Bittersalz. Ge-trocknetes Bittersalz. Gepulvertes Bittersalz.

Zur Darstellung giebt man 100 Th. klein krystallisirtes oder gröblich zerstossenesBittersalz in eine Porcellanschale und erwärmt das Salz in einem zunächst massig, späterkräftiger Dampf entwickelnden Wasserbade unter häufigem Umrühren, bis der vor-geschriebene Gewichtsverlust eingetreten ist. Alsdann schlägt man das Pulver durchein Sieb.

Der Gewichtsverlust wird verschieden angegeben: Nach Austr. sollen 100 Th. einenGewichtsverlust von 43 Proc. erleiden, das Gewicht des zurückbleibenden entwässertenSalzes soll also 57 Proc. betragen. Dieses Salz hat ungefähr die ZusammensetzungMgS0 4 -f- H 2 0. Um es darzustellen, muss das im Wasserbade ausgetrocknete Salz zumSchluss noch über 100° C, also im Sandbade erhitzt werden.

Germ, lässt lediglich im Wasserbade entwässern, bis das Salz 3537 Th. verlorenhat, bis also der Rückstand 6563 Th. beträgt. Dieses Salz hat die ungefähre Zusammen-setzung MgS0 4 -f- 2H 2 0.

Helv. lässt das entwässerte Magnesiumsulfat im Wasserbade austrocknen: dasselbeentspricht demnach dem Präparate der Germ.