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Magnesium carbonicum.
sieb sich ohne Mühe in ein weisses, lockeres Pulver verwandeln lassen. In Form dieseslockeren Pulvers ist das Magnesiumkarbonat officinell.
Die offlcinelle Magnesia bildet, durch ein feines Haarsieb gerieben, eine sehr leichte,blendend weisse, zarte, geruchlose und schwach erdig schmeckende Pulvermasse, welcheschwach alkalisch reagirt und ungefähr in 2500 Th. kaltem oder 9000 Th. kochendemWasser löslich ist. Bei schwacher Glühhitze verliert sie ihre Kohlensäure und ihrenWassergehalt. Sie wird schon von schwachen Säuren zersetzt unter Abspaltung vonKohlensäure und Bildung der den betr. Sänren entsprechenden Magnesiumsalze. Vonkohlensäurehaltigem Wasser wird sie zu Magnesiumbikarbonat gelöst.
Die Znsammensetzung des Magnesiumkarbonats wechselt nach den bei seiner Dar-stellung eingehaltenen Bedingungen. Je niedriger die Fällungstempcratur war, desto mehrKohlensäure enthält das Salz und umgekehrt. — Um festzustellen, welche thatsächlicheZusammensetzung ein Magnesiumkarbonat hat, würde die Ermittelung des Gehaltes anMagnesium, ferner an Wasser und an Kohlensäure erforderlich sein. Da das umständlich ist,so begnügt man sich in der Regel mit der Feststellung des Glührückstandes, welcher einenannähernden Schluss auf die Zusammensetzung zulässt.
Es machen in dieser Beziehung die einzelnen Pharmakopoen folgende Angaben:Austr. Keine. Brit. Formel: 3(MgCO s ) . Mg(OH) 2 + 4H 2 0 mit 42 Proe. Glührück-stand. Germ. Keine Formel, nicht weniger als 40 Proc. Glührückstand. Helv. KeineFormel, 45 Proc. Glührückstand. U-St. Formel: 4(MgCO s ). (Mg(OH) 2 -|-5H 2 0 mitmindestens 40 Proc. Glührückstand. Es ergiebt sich hieraus, dass das leichte Magnesium-karbonat aller Pharmakopoen trotz der verschiedenen Formelausdrücke im Grossen undGanzen das nämliche Präparat ist.
Prüfung. Dieselbe lehnt sich eng an diejenige der gebrannten Magnesia an,Gelbfärbung der Lösung in verdünnter Salzsäure zeigt Eisen, röthliche Färbung Manganan. — 1) Zieht man das Magnesiumkarbonat mit Wasser aus, so soll [das Filtrat beimVerdunsten einen nur geringen Rückstand hinterlassen, widrigenfalls liegt Verunreinigungdurch Alkalikarbonate, besonders Natriumkarbonat vor. — 2) Die mit Essigsäure be-reitete wässerige Lösung (1 = 20) werde durch Schwefelwasserstoff nicht verändert (weisserNiederschlag == Zink, dunkler Niederschlag oder ebensolche Färbung = Blei, Kupfer).Die nämliche essigsaure Lösung werde auf Zusatz von Baryumnitrat, oder nach Zusatzvon Silbernitrat 4- Salpetersäure innerhalb 2 Minuten nicht mehr als opalisirend getrübt,womit also Spuren von Sulfaten und Chloriden zugelassen sind, welche den Ausgangs-materialien entstammen. — 3) Sofortige Blaufärbung der mit Hilfe von Salzsäure bereitetenwässerigen Lösung (1=20) auf Zusatz von Kaliumferrocyanidlösung würde Eisen an-zeigen. — 4) 1 g Magnesiumkarbonat hinterlasse nicht weniger als 0,4 g Glührückstand,wodurch Magnesiumkarbonate der obigen Zusammensetzung mit mehr als 6 Mol. Wasserausgeschlossen werden sollen. Wird der Glührückstand mit 20 ccm Wasser geschütteltund die Flüssigkeit filtrirt, so soll das Filtrat auf Zusatz von Ammoniumoxalatlösung inner-halb 5 Minuten nicht mehr als opalisirend getrübt werden, andernfalls ist der Gehalt anCalcium Verbindungen zu gross.
Aufbewahrung. Die Magnesia wird als ein feines Pulver vorräthig gehalten.Das Pulvern im Stossmörser oder Reibmörser ist nicht ausführbar, indem sie hierbei zudichteren Massen zusammengedrückt wird. Leichter geht die Pulverung, wenn man dieBlöcke durch ein mittelfeines Haarsieb, gegen die Gewebefläche drückend, hindurchreibt.
Anwendung. Magnesiumkarbonat wird innerlich als mildes, die Säure desMagens abstumpfendes und schwach abführendes Mittel, namentlich bei Kindern undschwächlichen Erwachsenen angewendet. Aeusserlich als absorbirendes, austrocknendesMittel, in Zahnpulvern etc. Es ist Bestandtheil mehrerer Kinderpulver. Es empfiehlt sich,die mit Magnesiumkarbonat hergestellten Pulver — auch diejenigen der Receptur, ein-schliesslich der Streupulver — stets noch einmal zu sieben.
II. Magnesium carbonicum ponderosum. (Ergänzb.). Magnesü Carbonas
ponderosus. (Brit.). Heavy Magnesium Carbonate. Schwere kohlensaure Magnesia.