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2 (1902)
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282
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Lauras.

Kirschlorbeeröl ist dem Bittermandelöl sehr ähnlich und unterscheidet sieh von ihmnur durch seinen etwas abweichenden Geruch. Es hat das spec. Gew. 1,054—1,066, istoptisch inaktiv und löst sich in 1—2 Th. Spiritus dilutus klar auf. Neben Benzaldehydenthält es Blausäure, Phenyloxyacetonitril (Mandelsäurenitril) und eine sich nicht mitNatriumbisulfit vereinigende Substanz, die bei der Oxydation Benzoesäure liefert und ver-muthlich aus Benzylalkohol besteht. Bei der Prüfung sowie der Bestimmung des Gehaltsan Blausäure verfährt man genau so, wie bei Bittermandelöl (s. Bd. 1, S. 283).

Laurus.

Gattung der Lauraceae—Lauroideae—Laureae.

LaurilS nobilis L., wahrscheinlich in Kleinasien heimisch. Strauch oder bis8 m hoher Baum mit immergrünen, lederigen, wechselständigen Blättern und achsel-ständigen, kurz gestielten Inflorescenzen. Blüthen zweihäusig oder zwitterig. Perigon mitkurzer Bohre und viertheiligem Saum. In den männlichen und zwittrigen Blüthen meist12 in 3 Wirtein stehende Staubblätter, daran Filamente, die gewöhnlich eine Drüse tragen.In der weiblichen Blüthe vier Staminodien. Griffel kurz, Narbe dreikantig. Frucht eineSteinfrucht.

Verwendung finden: a. Die Blätter:

Folia Lauri. Lorbeerblätter. — Feuilles de laurier commun (Gall.).

Beschreibung. Sie sind über 10 cm lang, bis 5 cm breit, lanzettförmig, mehroder weniger stumpf zugespitzt, kurz gestielt und mit verdicktem, etwas umgebogenem,wellig krausem Band, kahl. Die Oberseite ist glänzend, die Unterseite matt. Die Epi-dermen mit starker Cuticula, an der Oberseite zwei Schichten von Palissaden. Im Meso-phyll reichlich Oelzellen. Spaltöffnungen nur auf der Unterseite. Geruch und Geschmackgewürzhaft.

Bestandtheile. 1 — 3 Proc. ätherisches Oel (Oleum Lauri foliorum.Essence de Laurier. Oil of Laurel Leaves). Dasselbe ist hellgelb, von cajeputähn-liehem Geruch. Spec. Gew. 0,92—0,93. Dreht — 15 bis — 18°. 2—3 Th. 80proc. Alkohollösen 1 Th. des Oeles. Es enthält Pinen, Cineol, Methylchavicol ('?), Eugenol.

Sie finden hauptsächlich als Küchengewürz Verwendung. Die italienischen Händlerbenutzen sie als billiges Packmaterial bei Versendung des rohen Stangenlakritz.

Oleum Lauri foliorum, Lorbeerblätter öl. Es riecht angenehm cajeputölartig,etwas süsslich, hat das spec. Gew. 0,920—0,930. Drehungswinkel im 100 mm Rohr — 15bis — 18°. Es besteht aus Pinen, C 10 H 16 , Cineol, O 10 H ls O, und kleinen Mengen Eugenol,C 10 H 12 O 2 und enthält vielleicht auch das dem Anethol isomere Methylchavicol, C 10 H 12 O.

b. Die Früchte:

Fructus Lauri (Germ. Austr.). Baccae s. Grana Lauri. — Lorbeeren (volkstüm-lich: Norbeln, als Pulver: Barklers). — Fruits de laurier commun (Gall.). Baies delaurier. — Laurel-berries. Bay-berries.

Beschreibung. Die Frucht ist länglich-rund, bis 15 mm lang, mit 4 mm langemStiel. Getrocknet ist sie braunschwarz, runzlig, oben etwas zugespitzt. Die Frucht-schale zerfällt in eine äussere, frisch fleischige, aus Parenchym gebildete Schicht, in derOelzellen mit gelbgrünem Inhalt zerstreut sind, und eine innere, aus radialgestellten Stein-zellen bestehende „Hartschicht", die mit der zarten Samenschale ausgekleidet ist. DerEmbryo, der zwei dicke Kotyledonen und ein kleines Würzelchen hat, liegt locker in derSchale. Das Gewebe der Kotyledonen besteht aus dünnwandigem Parenchym, dessenZellen zum Theil Stärkekörner, fettes Oel und einen mit Jod sich gelb färbenden Klumpenenthalten. Andere Zellen enthalten nur Oel und etwas Gerbstoff.

Bestandtheile. 1 Proc. ätherisches Oel (Oleum baccarnm Lauri), dasdickflüssiger ist wie das der Blätter. Spec. Gew. 0,915—0,935. Dreht —14° 10', löst sich