Kalium aceticum,
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Kalium aceticum.
I- Kalium aceticum (Germ. Helv.)- Acetate de potasse sec (Gall.). Potassii«ctas (Brit., TJ-St.). Kali aceticum. Kaliumacetat. Essigsaures Kalium. Terraoliata Tartari. Arcanum Tartari. Magisterium Tartari. Sal diureticum. Blatte-te Weinsteinerde. C ä H 3 0 2 K. Mol. Gew. ~ 98.
Darstellung. Man bringt in eine hinreichend geräumige Porcellanschale 400 gVe rdttnnte Essigsäure von SO Proc. (Spec. Gew. = 1,041) und trägt allmählich 138 gei ßes Kaliumkarbonat oder 200 g reines Kaliumbikarbonat oder soviel von diesen Salzenm . dass die Lösung neutral oder schwach alkalisch ist. Dann erwärmt man zur Ver-] eibung der Kohlensäure, macht die Lösung durch Zusatz von etwas Essigsäure ganz°O.Wach sauer, flltrirt und dampft zunächst im Wasserbade, schliesslich im Sandbade zurrockne. Da eine konc. Lösung von Kaliumacetat beim Abdampfen lebhaft spritzt, soUss gegen das Ende des Abdampfens mit einem Porcellanspatel andauernd gerührt wer-e "- — Das schliesslich erhaltene, staubtrockene, krümelige Pulver füllt man sofort in die^'gewärmten Gefässe, schliesst diese mit gut passenden Korken und überzieht letzterel t Paraffin. Ein Ueberhitzen des Salzrückstandes ist zu vermeiden, da das Kaliumacetatai, dernfalls in Kaliumkarbonat übergeht.
Eigenschaften. Schneeweisse, etwas glänzende, nicht nach Essigsäure riechendea «ruasse, welche aus der Luft leicht Feuchtigkeit aufnimmt und zerfliesst. Kalium-c etat löst sich in etwa 0,4 Th. Wasser oder in 1,5 Th." Weingeist von 90 Proc. Dieftsserige Lösung bläut rothes Lackmuspapier langsam, röthet aber Phenolphthalein nicht.e giebt auf Zusatz von Ferrichloridlösung eine dunkelrothe Flüssigkeit, aus welcher beim°cken ein brauner Niederschlag abgeschieden wird. Auf Zusatz von Weinsäure entsteht''i weisser, krystallinischer Niederschlag. Bei 292 ° C. schmilzt es unzersetzt, beim höherenr mtzen wird es zu Kaliumkarbonat verbrannt. Das Präparat des Pharmakopoen enthält° c b- etwa 5 Proc. Wasser. Beim Zusammenreiben mit Jod färbt sich das Kaliumacetate 'blau, auf Zusatz von Wasser geht die Farbe in Braun über.
Prüfung. 1) Das trockne Kaliumacetat muss mit der doppelten Menge Wasser
116 klare Lösung geben, welche zwar rothes Lackmuspapier schwach bläut, auf Zusatz
°iPhenolphthalein aber nicht geröthet wird, andernfalls ist Kaliumkarbonat zugegen.
~7 '■) Diese Lösung werde auf Zusatz eines doppelten Volumens Schwefelwasserstoffwasser
'cht verändert (Metalle, wie Blei, Eisen). — 'S) Nach dem Ansäuern durch Salzsäure
tstehe in der Lösung auf Zusatz von Kaliumferrocyanid nicht sogleich eine blaue Fär-
n S (Eisen). — 4) Die mit Salpetersäure angesäuerte Lösung werde durch Silbernitrat
Ur opalisirend getrübt (Spuren von Chlor sind zuzulassen). —
-Aufbewahrung. Wegen seiner stark hygroskopischen Eigenschaften bewahre
a i das Kaliumacetat in kleinen Gefässen auf, und verschliesse die letzteren mit Kork-
°pfen, welche mit Paraffin gedichtet werden. Besonders empfiehlt sich die Aufbewahrung
"' S(r Gefässe in Exsikkatoren. Zerflossenes Kaliumacetat säuert man mit Essigsäure
kC bwach an und bringt es durch Eindampfen wieder zur Trockne.
-Anwendung. Kaliumacetat wird im thierischen Organismus zu Kaliumkarbonatei 'brannt, wirkt also wie dieses, ohne die Magenschleimhaut im gleichen Maasse an-greifen. Da die Kaliumsalze meist durch die Nieren ausgeschieden werden, so findetle 'i das Kali im Harne und macht diesen, ebenso wie das Blut alkalisch. Man giebt~ s zu 1,0—2,0—3,0 zwei- bis dreistündlich theils als harntreibendes, gelind eröffnendes,""lösendes Mittel bei Wassersucht, Nierenleiden, Gicht- und Steinbeschwerden, Milz-n schwellungeu, Entzündungen der Brustorgane, auch bei gewissen Intoxikationen (z. B.ei Vergiftungen mit Miesmuscheln), um Zersetzung oder Ausscheidung des Giftes zu be-ordern.
II. Liquor KalÜ acetiCI (Germ). Kalium aceticum solutum (Austr. Helv.)."liumacetatlösung. Liquor Terrae loliatae Tartari. Eine wässerige Lösung des