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Jodum.
Porcellanschale oder in einem Becherglase ab. — Durch Jod erzeugte Flecken auf derHaut oder in Geweben beseitigt man durch Einwirkung von Natriumthiosulfat.
Anwendung. Jod in Substanz (auch in Dampfform) oder koncentrirter Lösungwirkt auf Schleimhäute und die Haut reizend. Die Haut wird braun gefärbt und stö'sstsich nach einigen Tagen ab. Innerlich erzeugt es in grösseren Dosen heftige Magen-entzündung, Erbrechen (Gegenmittel = Stärke.). Kleine Mengen wirken innerlich er-regend und zeigen sonst die allgemeine Jodwirkung. Der innerliche Gebrauch ist selten;Vorkommendenfalls giebt man es stets in stark verdünnter wässeriger Lösung mit Kalium-jodid zusammen. Sind solche Lösungen verordnet, so bringe man zunächst Jod und Kalium-jodid mit wenig (1—2 com) Wasser zusammen und setze erst nach völliger Auflösung desJods die übrige Menge Wasser zu.
DerReceptar substituire in solchen Lösungen niemals das Jod durch eine entsprechendeMenge Tinctura Jodi. Die letztere enthält das Jod zum Theil als Jodwasserstoff, dieLösungen fallen daher heller aus als mit genuinem Jod. Aeusserlich wird das Jod,namentlich in Eorm der Tinktur und von Salben, als reizendes und resorbirendes Mittelangewendet. — Ausscheidung erfolgt durch den Urin als Jodalkali.
Höchstgaben: pro dosi 0,02 (Germ.), 0,03 (Austr.), 0,05 (Helv.) pro die 0,1 (Austr.Germ.), 0,2 (Helv.).
Reines Jod, chlorfreies Jod, wie es für chemische Zwecke, insbesondere zumEinstellen der '/^-ISTatriumthiosulfatlösung gebraucht wird, erhält man, indem man dasresublimirtc Jod mit etwa 5 Proc. Jodkalium verreibt, dieses Gemisch in eine Porcellan-schale bringt, in die letztere einen Trichter umgekehrt einstellt und nun im Sandbade beischwacher Hitze langsam sublimirt
3KJ-f JC1 3 = 3 KCl + 4 J.
Das erhaltene Jod wird über Schwefelsäure oder Aetzkalk getrocknet.Neuerdings ist empfohlen worden, reines Jod durch Umkrystallisiren aus konc.Kaliumjodidlösung, ferner auch durch Elektrolyse von Alkalijodiden darzustellen.
Erkennung und .Bestimmung. A) Man erkennt das freie Jod: 1) An dervioletten Earbe seines Dampfes, 2) daran, dass es in Lösung oder Dampfform den Stärke-kleister blau färbt, endlich 3) an der Färbung der Lösungen in Chloroform, Schwefelkohlen-stoff oder Benzol, s. S. 136.
Liegen Verbindungen des Jods vor, so lässt sich allgemeingültig sagen, dass die-selben durchweg beim Erhitzen mit konc. Schwefelsäure freies Jod abspalten. — Aus denlöslichen Jodiden kann man das Jod am einfachsten durch Zusatz von Ferrichlorid odervon rauchender Salpetersäure im freien Zustande abspalten. In den löslichen Jodatenweist man das Jod nach, indem man kleine Mengen von Reduktionsmitteln in saurerFlüssigkeit zufügt. Soll z. B. das Jod in einer Lösung von Kaliumjodat nachgewiesenwerden, so säuert man diese mit Schwefelsäure an und fügt in kleinen (!) Mengen schwef-lige Säure oder Stannochlorid oder Zinkstaub zu. Das in Freiheit gesetzte Jod ist auseiner braungelben Farbe und an seinem Verhalten gegen Stärkekleister erkennbar.
B) Man bestimmt das freie Jod am einfachsten durch Titriren mit Natriumthio-sulfatlösung. Da der Vorgang der Entfärbung des Jods durch Natriumthiosulfat im Sinnenachfolgender Gleichung verläuft
2[Na,S.A + 5H,0]2 x 248 = 496
J„
2x127 = 254
= 10 H.,0 -f NaoS.O,. -f 2 NaJ,
so ergiebt sich daraus, dass 1 cem 1 /, 0 -Normal-Natriumthiosulfatlösung, welcher 0,0248 gNa»S.,0 3 -f- 5H 2 0 enthält = 0,0127 g Jod zu binden vermag.
'}* Tinctlira Jodi. Jodtinktur. Ist in den verschiedenen Pharmakopoen vonverschiedener Stärke. Man bereitet sie durch Auflösen von Jod in der vorgeschriebenenMenge Weingeist unter Ausschluss von Erwärmung. Wem das zu einfach ist, der kannsich eines Auflösungsgefässes bedienen, wie solche von Wakmbbunn Quilitz & Co. in Berlinhergestellt werden.
Austr. Tinctura Jodi. Jodi 10,0, Spiritus (90 proc.) 150,0. Höchstgaben:pro dosi 0,3, pro die 1,0.
Brit. Tinctura Jodi. Jodi, Kalii jodati, Aquae ää 25,0 g, Spiritus (90proc)q. s. ad 1 Liter. Dient vorzugsweise zum inneren Gebrauche. Liquor Jodi fortis (Streng