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Arzneiverordnuxgslehre. Specieller Theii..
Inhalation geweckt werden sollte, eine Contraindication; man könntein einem solchen Falle eine subcutane Injection von Morphin voraus-gehen lassen.
Man gebraucht Lösungen von:
Tanninum zu 0,2—5°/°»
Alumen zu 0,1 — 3°/o,
Liq. ferri sesquichlorati zu 0,1—2°/°>
Argentum nitricum cryst. zu 0,05—l°/o.
Balsamische (und antiseptische) Mittel. Es ist eine alteErfahrungssache, dass bei gewissen chronischen Zuständen der Ath-mungsorgane das Einathmen harziger oder balsamischer Stoffe einewohlthuende Wirkung hat und dass diese nicht nur palliativ, sondernauch heilend auf die kranken Partien einwirken. Daher Hess man infrüheren Zeiten Brustkranke in Werkstätten und auf Schiffswerften, woviel Theer zur Verwendung kam, sich aufhalten. Gegenwärtig werdendiese Körper in verfeinerter Methode durch Inhalation in die Luftwegegebracht. Unter diesen spielt namentlich das Theer w asser rein odermit Aq. destill, in verschiedenen Verhältnissen gemischt, eine Haupt-rolle. Neben diesem ist noch das Ol. terebinthinae zu erwähnen, demsich noch anderweitige, theilweise viel angenehmer schmeckende undriechende Coniferenöle, z. B. das (nicht offic.) Schwarzwälder Latschenöl(Ol. Pini Pumilionis) anreihen. Man inhalirt es suspendirt in Wasserzu 20—50 Tropfen auf 100—200,0 Wasser. Bei der Flüchtigkeit derSubstanz kann man den Inhalationsapparat entbehren: Man bringt diepassende Menge Ol. terebinthinae in einen Topf heissen Wassers undathmet die Dünste ein oder tropft es auf Fliesspapier, welches man ineine erwärmte Schale legt, und athmet auf diese Weise die Dämpfeein. Dieses Mittel wirkt besonders günstig bei putrider Bronchitis undLungengangrän.
Antiseptica. Die besten Antiseptica, welche wir kennen, Chlorund Hydrargyrum bichloratum, können wir zu Inhalationszwecken nichtverwenden; das erste nicht, weil es einen intensiven Hustenreiz selbstin sehr verdünntem Zustande hervorruft, das zweite nicht wegen seinertoxischen Nebenwirkungen, die es sofort hervorrufen würde. Wir sinddaher auf eine kleinere Gruppe von Körpern, denen diese nicht er-wünschten Wirkungen in geringerem Grade zukommen, angewiesen.Wir erwähnen (ausser den oben erwähnten Adstringentien „Tannin"und „Höllenstein" und den Balsamicis):
Chininum hydrochloricum, V 2 —4°/o in Wasser.
Acidurn carbolioum purissimum. Die Resorbirbarkeit des Phenols isteine grosse, daher Vorsicht nothwendig. Für kürzere Zeit kann man — mit Wasser-dampf — 1—5°/oige Lösung inhaliren lassen.