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Arzneiverordnungslehre. Specieller Theil.
gewordenen Kohlensäure absorbirt befindet. Früher hatte man nur diesog. Potio Riveri im medicinischen Gebrauche: man Hess den Patientenzuerst etwas kohlensaures Natrium in wässriger Lösung nehmen undunmittelbar darauf frisch ausgepressten Citronensaft. Die Vermengungund somit die Kohlensäureentwickelung fand im Magen statt, was zueiner raschen Ausdehnung des Magens mit Aufstossen Veranlassunggab. Dieses Verfahren wird noch als diagnostisches Hilfsmittel be-nutzt, um bei Magenerweiterung die Grenzen des Magens zu bestimmen.Die heutige officin. Potio Riveri (Ph. Helv.: P. effervescens) wird in Deutsch-land hergestellt, indem 4 Thle. Citronensäure in 190 Thln. Wasser ge-löst und 9 Thle. kohlensaures Natrium in kleinen Krystallen zugefügtwerden, worauf das betreffende Gefäss verschlossen wird; wird nur aufVerordnung bereitet. (Wenn eine „Saturation" ohne Angabe der Be-standtheile verordnet wird, so ist — nach dem Arzneib. f. d. D. R. —Potio Riveri abzugeben.) (Ph. Helv. dagegen: P. eff. s. Riveri: I. Citronen-säure 4, Citronensirup 10, Wasser 86. — IL Natriumcarbonat 9, Zuckersirup 10,Wasser 81 Thle. Allfällige Zusätze werden je nach ihrer Natur der einen oder deranderen Lösung zugefügt und die Wassermenge entsprechend vermindert.)
Im Allgemeinen werden in einer Gesammtflüssigkeitsmenge (mitAq. destill.) von 180—300,0 etwa 5,0 (—10,0) kohlensaures Salz (fürdiuretische Arzneien besonders Kalium carbonicum, sonst auch Na-trium bicarbonicum oder carbonicum) und organische Säure (Essigsäurein Form von Essig; Acicl. tartaricum oder Ac. citricum) q. s. ad satu-rat. verschrieben. Ungefähr sättigen 10,0 Essig (Acetum enthält6 Acid. acet. und 94 Wasser; Essig muss gleiche Mengen der Normal-kalilauge [=56 g Kaliumhydroxyd in 1 Liter Wasser] sättigen) 0,7kohlens. Salz (die Apotheker titriren ihre Salz- und Säurelösungen be-sonders), und ungefähr wird 1,0 kohlensaures Salz von 14,0 Acetum,0,65 Ac. cifcric. und 0,625 Ac. tartar. gesättigt. Succ. Citri ist wech-selnd im Säuregehalt und oft eine Kleinigkeit saurer als Acetum.
Wenn Acet. Scillae in Saturation gegeben werden soll, so darf nichtdieses mit q. s. verordnet werden, sondern muss, weil zu wirksam, inbestimmter Dosis verschrieben werden, und entweder setzt man danndas kohlensaure Salz mit „q. s", oder man schreibt (z. B.): Kalii car-bonici 5,0, Acet. Scillae (der, weniger sauer als gewöhnlicher Essig,etwa zu 1—3,0 pro dost gegeben werden kann) 20,0, Acet. q. s. ut f.saturatio, Aq. destill. 80,0, Sir. spl. 20,0.
Als Corrigentien werden gern Fruchtsirupe (Himbeersaft u. a.),auch Elaeosacchara benutzt. Irgendwie muss die Bezeichnung ,f. satu-ratio" in das Recept geschrieben werden, z. B.: M. f. 1. a. saturatiooder q. s. ad perfect. satur. u. Aehnliches.