Terebinthina, Terpentin. Oleum Terebinthinae, Terpentinöl.
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Aether (der Aether als Anodynon ist vermuthlich liier die Hauptsache).— 4) Gegen Meteorismus, auch in Klystieren. — 5) Gegen Band-würmer (wenig üblich, es gibt bessere Mittel). — 6) Als Antidot beiPhosphorvergiftung (s. diese) als O-Ueberträger (das nichtrectif.Oel).
Aeusserlich wird es rein oder in Gemengen mit Chloroform,Spirituosen Präparaten, Salben und Oelen zu Einreibungen, besondersgegen rheumatische Schmerzen als Hautreiz benutzt. Gegen Erysipelin Form von Einpinselung, mehrmals täglich, ist es empfohlen.
Durch Behandlung des Ol. Ter. in alkoholischer Lösung mit Salpetersäure unterLuftdurchleitung im Sonnenlichte wird ein Körper CioHjgfHjO^ 4- H 2 0 gewonnen,welcher Terpinum hydratum (offic.) heisst: farblose, rhombische Krystalle,schwer löslich in kaltem Wasser. Wirkt diuretisch; in kleinen Dosen expectori-rend, in grösseren secretionvermindernd bei Bronchialkatarrhen u. s. w.
Durch Destillation dieses Terpinhydrats mit verdünnter Schwefelsäure wirddas Terpinol (C[oH|ß)2. IJjO (nicht offic.) gewonnen; farblose, nach Hyacinthenriechende Flüssigkeit. Ohne Wirkung auf die Nieren, milder als voriges, als Ex-pectorans benutzt.
Präparate und Dosen:
1) Oleum Terebinthinae und Ol. T. rectificatum. Innerlich zu0,1—0,3 pro dosi, 1—2,0 pro die; in Haferschleim, Pillenform, Emulsion, auch inGallertkapseln. Das DuRANDE'sche Mittel gibt man zu 3—10 Tropfen pro dosi,einigemal täglich in Zuckerwasser. — Aeusserlich kann Ol. Terebinth. in Wein-geist gelöst, 10—20 : 100, als Einreibung verwendet werden oder als Zusatz zumLinim. volat. 4—10 : 20.
2) Unguentum oasilicum, Königssalbe, 9 Thle. Olivenöl, 2 Thle. Terpentin,3 Thle. Wachs, Colophonium und Talg. (Ph. Helv.: hat dafür mehrere andereSalben: Ung. Elemi, Ung. resinosum, Ung. Rosmarini composit.; letztere Salbeexistirt auch im Arzneib. f. d. D. R., hat aber hier kein Terpentinöl.)
3) Terpinum hydratum, innerlieh 0,1(—0,4) 2—3mal täglich in Pillen,Pulvern.
4) Terpinolum (nicht offic), 0,1 in Kapseln mehrmals täglich.Ausserdem wird in verschiedenen der officinellen „Pflaster" (Emplastra) die
Terebinthina (das ursprüngliche natürliche Gemenge von Ol. T. und Colophonium).sowie Colophonium benutzt. (Ph. Helv. schreibt als Bezugsquelle für „Terebin-thina" das Kernholz von Larix decidua vor; in Deutschland sind „verschiedenePinusarten" genannt; das Ol. Tereb..soll in der Schweiz von europäischen undnordamerikanischen Coniferen, besonders von Pinus maritima, P. Täeda und I'..australis, in Deutsehland von „verschiedenen Pinusarten" genommen werden.)
Galbanum (Gummi-resina Galbanum). Der eingetrocknete milchige Saftvon persischen TJmbelliferen der Gattung Ferula (L.), besonders Ferula galbaniflua.Die an der Luft harzig werdende Masse hat zuerst eine gelbliche, später gelb-braune Farbe. Sie enthält ebenfalls neben Gummi und Harz ein flüchtiges ätheri-sches Oel, welches der frischen Droge einen eigenthümlichen starken Geruch ver-leiht. Wird nur noch äusserlich in reizenden Pflastern verwendet.
Ammoniacum (Guinmi-resina Ammoniacum). Der milchige Saft der Um-bellifere Dorema Ammoniacum. Dieses Harz (das nichts mit dem Ammoniak NH 3zu thun hat) kommt aus Persien in Stücken von rundlicher Form, in der Grösseeiner Erbse oder Kirsche in den Handel und hat eine weissgelbe Fa,rbe, bitter-scharfen Geschmack und eigenthümlichen Geruch. Auch dieses Product, welchesin seiner Zusammensetzung sehr ähnlich dem vorher genannten ist, wird nur nochzu reizenden Pflastern verwendet. ,.....