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Cardio- et An'Giotonica.
reizung auf halb so häufige oder noch seltenere und dafür längerdauernde Systolen concentrirt, so könnten diese, bei gleichem Aufwändevon Spannkräften nutzbringender sein; es würde ferner eine, etwa auchdurch Vagusreizung zu erzielende, Verstärkung der diastolischen Er-schlaffung (durch Aufnahme eines grösseren, nachher zu expedirendenBlutvolums) dieses Bestreben begünstigen können; und es wäre sehrvortheilhaft, wenn man durch eine Medication es erreichen könnte, dassdie Spannkräfte, welche sich in den derartig verlängerten und vertieftenDiastolen ansammeln, in verstärkten und verlängerten Systolenvollständig und mit ganzer Energie verbraucht würden; dann könnteder betreffende Herzabschnitt seinen Inhalt zunächst wieder vollständigaustreiben, und ein Theil der Circulationsstörung wäre schon beseitigt.Hätte man dann die Möglichkeit, das Aortensystem zu zwingen, vor-I läufig dieses übergepumpte Blut nicht sogleich wieder ausfliessen zulassen, sondern theilweise aufzuspeichern und so allmählich eine Wieder-erhöhung des Aortenblutdrucks anzubahnen, so würden wir in u m-gekehrter Reihenfolge jenen vorher besprochenen Circulus vitiosuszurücklegen können, — denn das nunmehr besser ernährte Herz würdebesser arbeiten —, und das dann wieder besser arbeitende Herz würdefür seine Ernährung wieder besser sorgen u. s. w. Und eben diesesleistet die Digitalis. Daher die oft zauberhaft schnelle Beseitigungvon Compensationsstörungen durch die Digitalis.
Bei solchen Zuständen — aber nur bei solchen, im Gegensatz zumNormalzustande (s. oben), — erscheint die Digitalis als ein mächtigesDiureticum. Mit dem Schwinden der venösen Stauung in den Nieren,mit der reichlicheren Blutdurchströmung der Nieren — vielleicht auchmit dem Steigen eines Filtrationsdrucks in den Glomerulis nimmt —bei gesunden oder doch nicht allzu kranken Nieren — die Urinsecre-tion jetzt um so mehr zu, als der verschwindende Hydrops grosseFlüssigkeitsmassen ins Blut befördert. Dass aber die Digitalis diesecernirenden Elemente der Niere nicht direct reizt, wie früher ge-glaubt wurde, beweisen die Versuche mit künstlich durchströmtenNieren.
Die mehrfach von uns betonte Eigenthümlichkeit, dass die Digitalis-bestandtheile (wohl durch eine specifische Selection) in der Herzwandfestgehalten werden, dass erst nach vielen Tagen die Wirkung der ein-zelnen Dosis vollständig vorüber ist, und dass deshalb eine Summirungder Wirkung zweier und mehrerer Dosen noch über grosse Zeiträumehinweg stattfindet, — die sog. „Cumulirung 1 " — macht es durchausnothwendig, mit der Medication aufzuhören, sobald die beabsichtigteWirkung annähernd erreicht ist, da diese nach Aussetzen des Mittels