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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Tetanusheilserum.

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folgender Nomenclatur angegeben: 1 ccm Tetanusnormalgift stellt dieGiftmenge dar, welche 40 Millionen Gramm lebend Mäusegewicht zutödten vermag. Die Tetanusantitoxineinheit ist die Dosis, welche 1 ccmTetanusnormalgift genau zu neutralisiren, d. h. 40 Millionen GrammMäusegewicht gegen die grade tödtliche Dosis zu schützen vermag.

Die Höchster Antitoxinlösung enthält in 1 ccm flüssigen Serumsungefähr 10 Antitoxineinheiten; Behring empfiehlt beim Menschen nichtweniger als 100 und nicht mehr als 200 A.-E. zu injiciren, auch dieInjection nicht später als 30 Stunden nach Eintritt der allerersten Starr-krampfsymptome vorzunehmen. Zu prophylaktischen Zwecken genügtdie Injection von 10—20 Einheiten. Inwieweit die neuerdings aufexperimenteller Basis und aus theoretischen Gründen vorgeschlageneCombination von subduraler und subcutaner Injection grösseren Erfolgverspricht, kann im Hinblick auf das immerhin nur spärliche Materialnicht entschieden werden.

Was nun die Heilerfolge des Antitoxins beim menschlichen Tetanusanlangt, so sind sie auch jetzt noch nicht so eclatante, wie man nachden ersten Thierversuchen zu hoffen berechtigt war. Der Grund liegtwohl in den folgenden Umständen, die Dönitz beim Kaninchen evidenthat zeigen können: Bereits eine Stunde nach Injection der einfachentödtlichen Dosis bedarf es zur Neutralisirung (nicht mehr der einfachen,sondern) der 24fachen Antitoxinmenge, und nach Verlauf von einemTage sind die Kaninchen überhaupt nicht, auch nicht durch die 3600facheAntitoxinmenge zu retten; ebenso scheint auch beim Menschen zur Zeitdes Auftretens der ersten tetanischen Symptome die überwiegendeMenge des Giftes bereits in den Nervenzellen gebunden und der Ein-wirkung des neutralisirenden Antitoxins entzogen zu sein. Da nachden Versuchen von Wassermann (ganz in Bestätigung der oben S. 16 f.vorgetragenen EHRLicu'schen Theorie) im Gehirn (und Rückenmark)giftbindende Complexe vorhanden sind, welche das Toxin in derselbenWeise an sich reissen (und die Wirkung der Toxophorengruppe hier-durch ermöglichen) wie die Antitoxine der Circulation, so ist es nichtzu verwundern, dass das eingeführte Antitoxin das von der Nervenzellegebundene Gift nicht mehr oder nur zu einem kleinen Tb eile an sichreissen kann.

Trotz dieser ungünstigen Verhältnisse, wie sie durch die rascheKuppelung des Toxins beim Menschen geschaffen werden, hat die Anti-toxintherapie in der Praxis oft Hervorragendes geleistet und stellen-weise eine beträchtliche Verminderung der Mortalität herbeigeführt.Die Anwendung der Antitoxinbehandlung dürfte auch in jedem Fallevon Tetanus indicirt sein, da durch sie alles vom Centralnervensystem