2382
Arzneimittel
Yohimbin. Hauptalkaloid der westafrikanischen Yohimberinde von Cory-nanthe Yohimbe Schum. (Rubiazee).
Formel: C 21 H 26 0 3 N 2 . Darst.: Ein essigsaurer Auszug der Rinde wird mitSoda gefällt u. das erhaltene Rohalkaloid nach wiederholtem Umlösen u. Aus-fällen aus 50%igem A. umkristallisiert (Güstrow). Auch durch Methylierungder aus dem Rohalkaloid durch Verseifung gewonnenen Yohimboasäure(Riedel). Eigensch.: Feine Kristallnadeln, 1. 1. in A., Essigäther, Chlorof.,schw. 1. in Ä., fast unl. in W. Sm. 234-5°. Rechtsdrehend: <x D +50-9°. Färbtsich an Luft u. Licht bald gelblich; die Salze sind haltbar. Alkalien oder Säurenverseifen zu Yohimboasäure, C l9 // 24 0 4 N 2 , u. Methylalkohol. Yohimbin ist derDimethylester der Yohimboasäure. Zeitweilig irrtümlich als identisch mitQuebrachin angesehen. Arzneilich verwendet vorzugsweise als
Yohimbinum hydrochloricum, Yohimbinhydrochlorid,Y o h y d r o I (E. W.).
Formel: (C 21 H^O z N. 2 ) HCl. Mol.-Gew. 390-7. Darst: Durch Auflösender Base in heiß, salzsäurehaltigem W. u. Auskristallisierenlassen. Eigensch.:Weißes, bitter schmeckendes Kristallpulver; 1. in etwa 100 T. W. von 20°,leichter in heiß. W. u. in heiß. A.; die Lsgn. verändern Lackmuspapier nicht oderröten es nur schwach. Für eine 1 %ige Wässer. Lsg. des bei 100° getrocknetenYohimbinhydrochlorids ist [a]f = + 103° bis + 104°. Ident: Versetzt man5 ccm der wässer Lsg. (1 + 99) mit einigen Tropfen Natriumkarbonatlsg., soscheidet sich ein weißer, flockiger Niederschlag ab, der nach dem Abfiltrieren,.Auswaschen mit wenig W. u. Trocknen im Exsikkator bei 230—235° schmilzt.0 - 01 g Yohimbinhydrochlorid löst sich in 1 ccm Schwefelsäure unter Entwicklungvon Chlorwasserstoff ohne Färbung. Zieht man ein Körnchen Kaliumdichromatdurch diese Lsg., so entstehen violette Schlieren, die schnell in Schieferblauübergehen; schließlich ist die Lsg. schmutziggrün gefärbt. Werden wenige Milli-gramm Yohimbinhydrochlorid mit 2—3 Tropf, rauch. Salpetersäure versetzt,so färbt sich das Salz vorübergehend dunkelgrün u. löst sich dann mit gelberFarbe; versetzt man diese Lsg. mit 2 ccm alkoh. Kalilauge, so entsteht nebeneiner Ausscheidung von Salpeter eine kirschrote Färbung. Prüf.: 0'2 g Yohimbin-hydrochlorid dürfen durch Trocknen bei 100° höchstens 0 - 004gan Gewicht verlierenu. nach dem Verbrennen keinen wägbaren Rückstand hinterlassen (D. A. B. VI)..Aufbewahr.: Vorsichtig! Pharmakol.: Erzeugt durch periphere Wirkung auf dieGefäßwände Erweiterung der Arterien von Haut, Darmkanal, Nieren u. nament-lich Genitalorganen unter gleichzeitigem Absinken des Blutdruckes. Wirkt in-folge vermehrter Blutfülle in den Genitalien in Verbindung mit erhöhter Erreg-barkeit des Erektionszentrums im Sakralmark als Aphrodisiakum (vgl. Bd. IV,S. 767). Anwend. u. Dos.: Bei psychischer u. funktioneller Impotenz, 0 - 005 bis0-015 g 3mal tägl., 0 - 005—0 - 01 g subkutan oder intramuskulär, ferner beiArteriosklerose, Störungen des uropoetischen Systems, bei Menstruations-anomalien (s. Menolysin, S. 1415). Größte Einzelgabe 0-03 g; größte Tagesgabe0-1 g (D. A.B. VI). Äußerl. als Lokalanästhetikum in der Augenheilkunde in1 %iger, in der Nasen- u. Ohrenheilkunde in L5—2%iger Lsg. In der Tier-heilkunde (s. Yohimbinum hydrochl. ad usum veterinarium u. Yohimvetol)peroral u. subkutan als Aphrodisiakum; für Zuchtbullen 5mal tägl. 1 Eß-löffel der Lsg. 1:250 in einem Kleientrank; für Pferde u. Rinder 0 - 05^,für Schweine 0-01 g, für Hunde bis 10 Ag 0-00025 g, bis 25 kg 0-001 g, darüber0-025 g, drei- bis sechsmal tägl.; bei spinaler Lähmung sechs- bis zehnmal