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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Fruchtbasis verwachsen. Seine Blätter verwachsen aber nichtuntereinander und bleiben immer klein. An der Spitze derFrüchte liegt an dem abgeflachten Scheitel ein dreistrahligerStern (Fig. 1), dessen drei Strahlen den Nähten der drei Frucht-blätter entsprechen und zwischen dessen Strahlen nach aufsengerichtet drei Höcker sichtbar werden: die zurückgekrümmtenSpitzen der Fruchtblätter (Fig. 1, x). Die Farbe der Frucht-hülle ist dunkel-braunrot und glänzend, wird aber durch denzarten Wachsüberzug, der die Früchte wie ein Keif bedeckt,bläulich Das Innere der Frucht ist markig weich, gelblich-braungrünlich, ölreich. Die äufsere gefärbte Schale löst sichleicht von diesem markigen Innern ab. Ohne Schwierigkeitlassen sich mit der Nadel die drei bräunlichen Samen heraus-präparieren. Diese Samen (Fig. 10 u. 11) sind unten eiförmig-stumpfkantig, nach oben hin verschmälert, meist mehr oderweniger ausgesprochen unregelmäfsig dreikantig und in einefeine Spitze auslaufend, die der Integumentarspitze der her-vorgezogenen Mikropyle (Fig. 4 u. 5) entspricht. Eine Kantepflegt als flügelartiger Kiel entwickelt zu sein. An der Bauch-seite, mehr noch aber an der Rückenseite, und vorwiegendunten tragen die herauspräparierten Samen meist drei grol'seÖlblasen (Fig. 10 u. 11), die zum Fruchtfleisch gehören, aber,da sie in Vertiefungen der Samenschale eingebettet sind(Fig. 14, srb), an dem Samen haften bleiben, wenn man ihnherauspräpariert (Fig. 10 u. 11).

Der anatomische Bau der Fruchtblätter desBeerenzapfens bez. des Pericarps der Frucht istfolgender.

Die äufsere Epidermis besteht aus an der Aufsenseitcsehr stark verdickten, an den Seitenwänden getüpfelten Epi-dermiszellen (Bp, Fig. 17), die aufser dem grofsen Zellkern einebraune körnige Masse enthalten, die die tief braun-schwarzeFärbung der Oberfläche der Droge bedingt. Die in den Zellenenthaltenen rundlichen Körner werden durch Jod gelb. DerAufsenwand der Epidermiszellen aufgelagert ist ein feinkörnigerWachsüberzug, der den bläulichen Reif bildet, den man meistauf den Baccae juniperi, immer auf den frischen Früchtenwahrnimmt. Die Tüpfolung der Seitenwände ist besondersschön auf dem Flächenschnitte wahrzunehmen, ist aber nichtimmer vorhanden (Fig. 18). Eisenchlorid färbt den Inhaltgrünschwarz, Kali löst mit goldgelber Farbe. Spaltöffnungenfinden sich meist nur an der Spitze der Frucht. Nur wenige(23) Zellschichten unter der Epidermis sind lückenlos oderfast lückenlos verbunden, ein kollenchymatisches Hypodermbildend, sehr bald tritt vielmehr ein ganz aufserordentlich reichdurchlüftetes Gewebe auf, welches bei den reifen Früchten diemürbe Beschaffenheit des Innern bedingt. Die rundlichen,wenig gestreckten Zellen enthalten grofse Zellkerne ui*I auchin der Droge noch wohlerhaltene Chlorophyllkörner. DieMembranen sind in Pektinmetamorphose begriffen. Legt manSchnitte in Glycerin, so krystallisiert an den Zellen oft Zuckerin schönen Tafeln aus, da das Gewebe der reifen Frucht sehrzuckerreich ist. Die unreife enthält statt dessen Stärke imFruchtfleischparenchym. In dies Gewebe sind grofse schizogeneÖlbehälter in reichlicher Anzahl regellos eingelagert. Der Kranz

der äufsoron besitzt etwa eine Weite von 100150 mik.Diese sind alle in der Längsrichtung des Organs gestreckt.Etwa in der Mitte dos Boeronzapfen sind oft sehr viel weitere(8001000 mik), also mit blofsem Auge gut wahrnehmbareschizogene Ölbehälter zu beobachten, die den Flanken der Samenangedrückt sind und die sich oft in toto als ovale, ölgcfüllteBlasen aus dem Goweboverbatide herauslösen lassen, für ge-wöhnlich aber den Samen so fest angedrückt sind, dafs siebeim Herauslösen der letzteren an diesen haften bleiben. Ge-wöhnlich trägt jeder Same 2 3 solcher Ölbehälter auf demKücken (Fig. 10), doch ist der Fall nicht selten, dafs ihm vier,dann aber in verschiedener Höhe (die gröfseren in der Mitte,die kleineren unten und etwas gegen die Bauchseite gerichtet)ansitzen. Man mufs jedoch diese Ölbehälter, trotzdem sie demSamen anhaften, als zu den Fruchtblättern gehörig betrachten.Sie enthalten meist verharztes Öl.

Anfserdem liegen in dem mürben Gewebe der Frucht-hülle zahlreiche leere, oft bizarr verbogene und verkrümmteIdioblasten, die man leicht übersieht, aber sich durch Phloro-glucin-Salzsäure gut sichtbar machen kann, da ihre Mem-bram sich meist damit rot färbt. Diese in das Parenchymeingestreuten Idioblasten sind sehr merkwürdige Gebilde.Sie kommen bald einzeln, baldzu Gruppen vereinigt im Ge-webe vor und sind bald etwas verdickt, bald dünnwandigund, wie es scheint, stets mit einer Korklamelle versehen.Sie besitzen bald gar keine Tüpfel, bald einfache, baldbehöfte oder gar netzleistenartige Verdickungen der Wand.Nach alledem kann man sie nicht zu den Sclereiden zählen,sondern dürfte in ihnen vorsprengte Tracheiden vor sichhaben, die zu dem Transfusionsgewebo der Ooniferenblättcr(dem Tracheidensaume, Angew. Anatomie, S. 338 u. Fig. 389)in Beziehung stehen, aber von der Verbindung mit denBündeln losgelöst sind. Jedenfalls sind die Zellen des Trans-fusionsgewebes auch bald mit behöften Tüpfeln, bald mitNetzleisten versehen. In den reifen Früchten sind dieseTracheiden" übrigens oft durch den Druck des umgebendenGewebes obliteriert und bilden dann mehr oder wenigergewundene, gestreckte Schläuche. Sie machen ganz den Ein-druck funktionslos gewordener Elemente.

Die Gefäfsbündel der Fruchtblätter, deren Verteilungoben beschrieben wurde, sind ziemlich zart. Sie zeigen strah-ligen Bau und führen neben einer Gruppe derber Bastfasernmit linksschiefen, spaltenförmigen oder ovalen Tüpfeln zarteSpiralfasertracheiden, die nur 7 8 mik weit und deren Spi-ralen sehr dünn sind. An die Bündel legen sich hie und dagrofse blasige oder verbogene, etwas verdickte Zellen an, diebald nur behöfte Tüpfel, bald Loistenverdickungen zeigen. Essind dies ebenfallsTracheidensaume" und gehören zu deneben besprochenen Bildungen (Transfusionsgewebe).

Die Samenschale zeigt folgenden Bau. An denfreien inneren Seiten ist die Epidermis entwickelt. Dieseaus der Epidermis des Integumentes (Fig. 12, i, l) hervor-gehende Samenschalepidermis (Fig. 13, l u. 14, l) besteht ausZellen, deren gegen den centralen Hohlraum gerichtete Wändeziemlich stark verdickt sind. Die Epidermis löst sich schon