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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Tafel 61.

Cortex Condurango.

Condurangorinde, Eeoree de Condurango.

Die Rinde von Gonolobus Condurango Triana, einemsüdamerikanischen Schlingstrauche, ist im Handel in Röhrensehr verschiedener Länge und Dicke zu treffen. Auch derDurchmesser der Rinde wechselt aufserordentlich, da sowohldie Rinde dünner Zweige wie die dicker gesammelt wird.Bei den dünnsten mir vorliegenden Stücken hatte die Rindeeine Dicke von 1 mm, bei den dicksten mafs sie 6 mm. Diedünnen Rindenstüoke sind aufsen hellgrau bis bräunlich undziemlich glatt, die dickeren braun mit abblätternder Korkschicht,die dicksten warzig und zerklüftet. An den Stellen, wo derKork abgeblättert ist, erscheint die Rinde heller, meist grau.Die Innenseite ist grobstreifig, gelblich-grau bis bräunlich.Die Rinde bricht in den äufseren Partien infolge der Bast-fasern faserig, in den inneren grobkörnig.

Schon bei den dünnsten Rindenstücken von 1 mm Dickeist die sekundäre Rinde ausgebildet. Sie sind bedeckt miteinem mehrreihigen typischen Kork. Auf das Phellogen folgtein schmales Phelloderm, dann die primäre Rinde, derenäufsere Schichten kollenchymatisch sind, deren innere Milch-röhren und grofse Oxalatdrusen führen. Nach Innen zu istdie primäre Rinde durch einen lockeren Kreis von viel-gliedrigen Bastbündeln abgeschlossen. In der sekundärenRinde sind Sclereiden noch nicht zu bemerken, - wohl aberreichlich kleine Oxalatdrusen.

Dickere Rindenstücke von 1,5 mm Durchmesser zeigenin der sekundären Rinde bereits reichlich Sclereiden und inganz dicken Stücken ist die ganze sekundäre Rinde, beson-ders die äufseren Teile derselben, mit Sclereidennestern durch-setzt (Fig. 3, sei).

Den Abbildungen ist im. allgemeinen eine Rinde mittlererDicke zu Grunde gelegt.

Das Lupenbild des Querschnittes (Fig. 3) zeigt zu äufserstden schmalen braunen Kork (k), dann folgt die helle primäreRinde (pB), dann der lockere Kranz heller Bastbündel (B).In der sekundären Rinde sieht man als gelbe Inseln die

Sclereidengruppen {sei), der innerste Teil ist zart radial ge-streift.

Der Kork, der schon bei jüngeren Ästen mehrreihig ist,wird bei älteren durch reichliche Teilungen im Phellogensehr stark vermehrt, so dafs er dann eine dicke, bisweilenSchichtung zeigende, vielreihige Schicht bildet (Fig. 1, if,Fig. 6, K). Die Korkzellen sind dünnwandig und besitzen dietypische Tafelform, von der Fläche gesehen sind sie poly-edriseh (Fig. 15).

Nach Innen zu bildet das Phellogen anfangs nur einigewenige Schichten Phelloderm (pd in Fig. 1 u. 6). DiesePhellodermbildung nimmt aber, wenn die Rinde älter wird,etwas zu, so dafs man bisweilen eine ziemlich dicke SchichtPhelloderm findet (meist aber nur 3 5 Reihen). Die Phello-dermzellen sind nicht sehr dickwandig, im Querschnitt (Fig. 1)quadratisch oder tangential gestreckt, im radialen Längsschnitt(Fig. 6, pd) rundlich oder etwas längsgestreckt, im tangentialenLängsschnitt (Fig. IG) rundlich-eckig und getüpfelt. Sie führenmeist einen wohlausgebildeten, prismatischen oder rhombo-edrischen Kalkoxalatkristall (kr, Fig. 1, 6, 16), der in einerTasche steckt.

Im Kork findet man sowohl bei jüngeren wie bei älterenRinden kleine, meist rundliche Korkhöckerchen. Dieselbenrepräsentieren zwei verschiedene Bildungen. Die einen sindechte Lenticellen {lenf., Fig. 3) und entstehen wie diese.Sie führen reichlich dünnwandige, abgerundete Füllzellen.Die anderen sind Schuppenborkebildungen. Sie entstehendadurch, dafs durch eine schalenförmig nach Innen einsprin-gende Phellogenzone circumscripte Partien der primärenRinde abgeschnürt und aus dem Saftverkehr ausgeschaltetwerden. Man findet in ihnen daher nicht nur Phelloderm,sondern auch Partien des subepidermalen Kollenchyms, von demsogleich die Rede sein wird. Durch diese lokale Schuppen-borkebildung werden also Randschichten der primären Rinde

abgestossen. >

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