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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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form oder Benzol und läfst nach einiger Zeit vorsichtig einoder zwei Tropfen auf einen anderen Objektträger abfliefsen.Coffein kristallisiert dann beim Yerdunsten in schönen, oftziemlich grofsen Kristallen aus. Durchfeuchtet man etwasPulver mit starker Salzsäure und läfst einen Tropfen abfliefsen,so giebt dieser mit Goldchloridlösung eine weifse Trübungund beim Eintrocknen Kristalle von Coffein-Goldchlorid-Chlor-wasserstoff: C 8 H 10 N 4 0 2 HCl AuCl 8 , mit Platinchlorid Kri-stalle von Coffeinplatinchlorid - Chlorwasserstoff: C 8 H 10 N 4 O 3HCl Pt Cl 2 und mit Quecksilberchlorid Nadeln von Coffein-Quecksilberchlorid: C 8 H 10 N 4 0 2 2 Hg Ol. Man beobachtetim Tropfen "Wasser.

Die Nervenbündel sind durch reichlich entwickelteBastzellbelege ausgezeichnet. Das Bündel des Hauptnervenenthält einen grofsen, strahligen Gefäfsteil (gth, Fig. 7), dervorwiegend aus Gefäfsen besteht. Der der Blattunterseite zu-gekehrte Siebteil {sb, Fig. 7) ist im Querschnitte sichelförmigund sehr schmal. Aufser diesem finden sieb aber noch, in denbreiten Bastzellbeleg der Oberseite eingebettet, einige kleineSiebteilinseln (sb, Fig. 7). Aufser Bikollateralität des Bündelsist hier also auch Phloemspaltung (Angew. Anatomie S. 297) zubeobachten. Das Gewebe, besonders der Unterseite des Haupt-nerven, ist kollenchymatisch (col, Fig. 7). Die Bündel derübrigen Nerven sind individuenärmer und liegen meist tief imMesophyll (Fig. 7, gfb).

Die Stengelteile, die dem Mate des Handels reichlichbeigemengt zu sein pflegen, sind sehr verschieden dick, bis-weilen erreichen sie eine Dicke von 12 mm. Sie besitzeneinen sehr breiten strahligen Holzkörper {gth, Fig. 12) undbesonders die dickeren eine sehr schmale Binde (B, Fig. 12).In der Mitte der letzteren verläuft ein schmaler gemischterBing typischen Baues: Bastzellgruppen wechseln mit Skiereidenin regelmäfsigen Intervallen. Auch aufserhalb des gemischtenEinges finden sich bisweilen Skiereiden. Korkbildung istselbst an ziemlich dicken Achsenteilen noch nicht zu be-merken, der Sprofs ist aufsen von der Epidermis begrenzt,

deren Zellen eine sehr dicke Aufsenwand besitzen. Da-gegen finden sich reichlich Lenticellen. Die Markzellensind derbwandig und reich getüpfelt. Im Holzkörper findensich sehr eigenartige Spiralfasertracheiden mit sehr zartenSpiralen und behöft getüpfelter Wand, sowie Tracheidenmit rundlichen behöften Tüpfeln neben typischen Tracheenverschiedenster Art und Libriformfasern. Die Epidermis derSprosse gleicht, von der Fläche betrachtet, ganz der Epidermisder Mittelnerven der Blätter (Fig. 9 a).

Die dem Mat§ bisweilen des Aromas wegen beigemengtenMyrtaceenblätter sind leicht an den oblitoschizogenen Öl-behältern zu erkennen, die dem Mate fehlen. Auch Myricaacris hat Ölbehälter.

Weitere Beimengungen sollen sein: die Blätter vonSymplocos- und Maytenus - Arten, Villaresia mucronata B. etP., Psoralea glandulosa L.

Ich habe die Blätter dieser Pflanzen im Mate nichtbeobachtet.

Das Pulver.

Wie oben erwähnt, besteht der Mate des Handels ausdem groben Pulver der Blätter, dem Zweigstücko beigemengtsind. In der That läfst sich leicht erkennen, dafe das Pulverfast nur von den Blattfragmenten gebildet wird, die sehr leichtan den in jedem Gesichtsfelde auftauchenden beiden charak-teristischen Epidermen der Oberseite (Fig. 9) und der Unter-seite (Fig. 10) erkannt werden können. Auch Querschnitts-ansichten des Blattes sind da und dort sichtbar. DieGefäfsbündelelemente treten etwas zurück und auch die Kalk-oxalatdrusen sind nicht eben häufig.' Dagegen bieten dieziemlich oft hervortretenden Fetzen der charakteristischenEpidermis der Nerven (Fig. 9 a) ein vorzügliches diagnostischesHilfsmittel. Fragmente der Stengel sind selten und leicht anden Skiereiden (des gemischten Einges) und den Spiral-tracheiden zu erkennen.

Tafel 60.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. 1.

2.

3.

,. 4.

(Erythroxylon Coca Lam.)Blattspitze und Nervatur. Fa Falte.

Querschnitt durch die Mittelrippe und das anliegende Blatt-gewebe.Querschnitt durch das Blatt an der Falte.Epidermis der Blattohevseite mit dem darunter liegendenPalissadengewebe, Flächenansicht.5. Epidermis der Blattunterseite mit dem darunter liegenden

Merenchym.5 a. Spaltöffnung im Querschnitt.

Fig. 6. 7.

9.

(Hex paraguayensis Lamb.)Blattrand und Zähne.

Querschnitt durch die Mittelrippe und das anliegende Blatt-gewebe.Spaltöffnung der Blattunterseite im Querschnitt.Epidermis der Blattoborsoite, von der Fläche gesehen.9a. Epidermis über dem Hauptnerven, von der Fläche gesehen.

10. Epidermis der Blattunterseite, von der Fläche gesehen.

11. Kalkoxalatdruse isoliert.

12. Querschnitt durch einen Stengel, Lupenbild.