Tafel 43.
Mais.
Türkiseher Weizen, Welschkorn, Florentiner Korn, Mais ou Ble de Turquil, Maize, Com, Indian Corn, Kukuruz.
Der Mais, Zea Mais L., ist bekanntlich diklin-monoecisoh.Die hier uns allein interessierenden weiblichen Blüten bildenmeist einblütige Ährchen (eine zweite Blüte abortiert), die inreeelmäfsiger längszeiliger Anordnung an der fleischigen, spätertrockenen Spindel sitzen, einen (ährenartigen) Kolben bildend,der von einer grofsen Spatha umschlossen ist. Die Fruchtist eine Caryopse.
Man unterscheidet vier Bassengruppen: Zea Mais tuni-cata Larr., den Spelzenmais, dessen Früchte von sehr grofsenSpelzen umschlossen sind, Zea Mais americana Mill., denamerikanischen Zahnkorn- oder Pferdezahn-Mais, dessen pferde-zahnartige Früchte lang, vom Bücken her beiderseits flachkomprimiert sind, Zea Mais rostrata Bonaf., den Hornmais,dessen eiförmige Früchte nach oben spitz auslaufen, und ZeaMais praecox (L.), den gemeinen, europäischen Mais, dessenFrüchte etwa so lang als breit und dick, an der Spitze stumpfo-erundet und mit einem bemerkbaren Spitzchen nicht versehensind. Jede dieser Gruppen zerfällt wieder in mehr oderweniger zahlreiche Kulturvarietäten.
Der Beschreibung sei der europäische Mais zu Grunde"•elegt, der in verschiedenen Formen, als Zwergmais, gemeiner,breitkolbiger, spitzkolbiger und ästiger Mais in Kultur ist,die sich vorwiegend durch die Form des Kolbens unter-scheiden.
Die Frucht dieses Mais ist hart, rundlich, schwach platt-gedrückt, nach oben verbreitert (Fig. 1 u. 2), aufsen meist gelb,porzellanartig glänzend, im Querschnitt (Fig. 2 a) abgerundet recht-eckig. An der Basis trägt sie einen trockenen, lederigen, keilför-mig zugespitzten Fruchtnabel (X, Fig. 1). Die Frucht entsteht ausder einzigen zur Beife kommenden Blüte des Ährchens, dasvon zwei derben, kahnartigen, ovalen Glumis behüllt ist. Inner-halb derselben liegt eine weitere Gluma und die aufserordent-lich zarthäutigen Paleae. Diese Blattorgane (Fig. 3 a) umschliefsenanfangs die Blüte. Zur Beifezeit bilden sie einen basalen Becher,aus dem sich die Früchte leicht herauslösen. Diese Becher sitzender dicken, zur Beifezeit markigen Fruchtstandachse fest auf.Jeder Kolben trägt zahlreiche Früchte. Da den Früchten bis-weilen Beste des eben erwähnten Bechers ansitzen, sei der-selbe kurz analysiert.
Zu äufserst und unterst sitzt eine sehr derbe ovale G1 u m a(gl u Fig. 3 a), die breit kahnartig gestaltet und mit einem breitenhyalinen Saum versehen ist und besonders an ihrem oberenBande zahlreiche, einzellige, dünnwandige Haare trägt. EinQuerschnitt durch dieselbe zeigt, dass sie in ihrem mittlerenderben Teile ziemlich dick ist. Unter der äufseren (unteren)Epidermis liegen 4—8 Beihen von mechanischen Zellen, diezu äufserst am dickwandigsten sind, weiter nach innen aberimmer dünnwandiger werden und die Nervenbündel auf deräufseren Seite bescheiden. Der ganze übrige Teil des Blattes,sowohl das nun folgende mehrreihige Parenchym, wie dieinnere (obere) Epidermis sind offenbar infolge des starkenDruckes, den die heranwachsende Frucht auf die umhüllendenBlätter ausübt, zu einem breiten hellen Bande obliteriert, indem die Lumina nur durch zarte Linien angedeutet sind.An den Bändern ist das Blatt sehr dünn und besteht hiernur aus der äufseren Epidermis und wenigen Beihen oblite-rierten Parenchyms, sowie der gleichfalls obliterierten innerenEpidermis.
Auf diese erste Gluma folgt, etwas höher inseriert,eine zweite gröfsere und dünnere, die gleichfalls mit einembreiten hyalinen Saume versehen ist und besonders amoberen Bande einen Haarkranz trägt (gl 2t Fig. 3a). Siegleicht im allgemeinen im Bau der ersten Gluma, dochliegen unter der äufseren Epidermis meist nur zwei Beihenmechanischer Zellen, und auch die obliterierte Barenchym-zone ist sehr schmal.' Der hyaline Band besteht aus deräufseren Epidermis und einer sehr schmalen obliteriertenPartie, die nur aus der inneren Epidermis zu bestehen scheint,bisweilen fehlt selbst diese. Die zahlreichen untereinanderanastomosierenden Gefäfsbündel treten bei dieser Gluma kräftigaus dem Blattgewebe heraus und sind daher hier besser alsbei der anderen Gluma zu sehen. Die Epidermis der Aufsen-seite besteht aus wellig verbogenen, ziemlich dünnwandigenLangzellen, die mit Kurzzellpaaren und Haarzellen abwechseln,die Epidermis der Innenseite aus grofsen dünnwandigen Par-enchymzellen. Diese beiden Glumae pflegen der Fruchtnicht anzusitzen. Dagegen folgt nun nach innen zu eineEeihe aufserordentlich dünner Blättchen, von denen hie und
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