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Opiumpulver auffinden könne, da dieselben so fest anhaften,dafs sie nicht davon abgelöst werden können und vor demPulvern auch in der That nicht von denselben abgelöst wer-den. Dies ist aber nur selten der Fall, besonders wohl des-halb, weil dieselben quantitativ stark in den Hintergrundtreten und die stärkeren Eippen beim Sieben des Pulverszurückbleiben. Eeste der Laubblätter jedoch sind fast injedem Pulver zu beobachten.
Die Epidermis der Oberseite der Laubblätter von Papaversomniferum besteht aus polyedrischen, dünnwandigen Zellen(Fig. 4), die Zellen der Laubblattunterseite sind schwach welligverbogen (Fig. 5). Auf der Unterseite trägt das Blatt zahlreichegrofse Spaltöffnungen, die, da die Epidermiszellen sich von allenSeiten über dieselben vorwölben, vertieft erscheinen. Man siehtdaher, wenn man sie von der Fläche betrachtet, die Begrenzungs-linie der äufseren Atemhöhle (Angew. Anatomie S. 434) in Ge-stalt eines gestreckten Ovals über der Spaltöffnung (Fig. 5).Fragmente der Bumexfrüchte, welche bekanntlich (als Pack-material) zwischen die Opiumbrote in die Kisten gestreut werden,habe ich bisher nur in einem (geringwertigen) Opiumpulver desHandels gefunden. Aufserdem bietet das Opiumpulver wenigCharakteristisches. Der Milchsaft ist zu mehr oder wenigergrofsen Klumpen zusammengeballt. Wohl aber kann mansich die Alkaloide, die als Sulfate und Mekonate darin ent-halten sind, mit den Alkaloidguppenreagentien sichtbar machen.So giebt z. B. Jodjodkali einen feinkörnigen Niederschlag,dessen Teile oft zu dentritrisch-verzweigten Bildungen vereinigt
sind. Phosphormolybdänsäure und Phosphorwolframsäure er-zeugen weifse Niederschläge. Unmittelbar sind die Alkaloideim kleinasiatischen Opium auch bei Benutzung des Polarisations-mikroskopes nicht oder doch nur in Ausnahmefällen zu sehen— besser im persischen —, wohl aber kann man sie sichleicht sichtbar machen, wenn man Opiumpulver mit Kalilaugebefeuchtet, eintrocknen läfst und dann auswäscht. Bei Beob-achtung im polarisierten Licht sieht man alsdann über dasganze Gesichtsfeld verstreut zahllose kleine Kristallenen derdurch Kali aus den Salzen in Freiheit gesetzten Alkaloide.Salpetersäure färbt das Opiumpulver orangerot.
Die behufs Gewinnung des Opiums angeschnittenenKapseln entwickeln sich trotz der Verletzung weiter (Fig. 1),da der eingetrocknete Milchsaft zunächst wie ein Wund-verschlufs wirkt und die Wunde nach und nach durch Bildungeines, vorwiegend aus den inneren Parenchymschichten ent-stehenden, aus papillösen, verkorkenden Zellen gebildetenWundkallus vernarbt. Derartige Früchte errreichen zwarmeist nicht die normale Gröfse, bilden aber normale Samen.
Verfälschungen des Opiums mit Mehl (meist Weizen)lassen sich mikroskopisch leicht nachweisen, da Opium gänz-lich stärkefrei ist, die anderen (Gummi, Traganth, Extrakte)indirekt durch eine Alkaloidbestimmung. Am häufigsten istjetzt die Beschwerung mit Steinchen und Bleikugeln. Diepharmakognostische Sammlung in Bern besitzt mehrere der-artig verfälschte Proben aus neuester Zeit.
Tafel 17.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1
(Papaver somniferBehufs Opiumgewinnung in Kleinasien angeschnittene FigMohnkapsel, die sich nach dem Anschneiden weiter „entwickelt hat. „
2. Durchschnitt durch eine reife Mohnkapsel, pla Pia- „centa, sla Nebenleisten. „
3. Fruchtwandreste im Opium.
4. Epidermis des Laubblattes, Oberseite. „
5. „ „ „ Unterseite. „
6. Längsschnitt durch eine halbreife Kapsel. „7 a. Längsschnitt durch die Mediane der Narbe mit den „
Papillen.7 b. Längsschnitt durch Narbe und Fruchtwand an derStelle, wo sich die Klappe öffnet (x ... a;).
8. Querschnitt durch die Fruchtwand einer reifen Mohn-kapsel an der Ansatzstelle der Placenta.
9. Epidermis der reifen Mohnkapsel, Flächenansicht.
10. Tangentialer Längsschnitt durch den mittleren Teilder Fruchtwand einer halbreifen Kapsel.
11. Innere Epidermis der Fruchtwand einer reifen Kapsel. "12 a. Lupenbild der Ansatzstelle der Placenta mit den
2 Nebenleisten (sla). »
12 b. Querschnitt durch die Placenta mit 2 Samenansatz-stellen (SÄ). ,,
um L.)
13. Flächenansicht der Placenta an einer Samenansatzstelle.
14. Epidermiszellen der Placenta, Flächenansicht.
15. Querschnitt durch den Fruchtstiel, Bandpartie.16 a. Milchschläuche der Frucht. Tangentialschnitt.
16 b. Bastfasern aus der Bandschicht des Bastbeleges einesHauptbündels (B in Fig. 8).
17. Same von aufsen.
18. Same, medianer Längsschnitt. ^ Lupenbilder.
19. Same, Querschnitt. I
20. Aleuronkörner des Endosperms in Alkohol.
21. „ „ „ „ verd. Kalilauge.
22. EndospermzeUe des entfetteten Samens in Essigsäure(Plasmanetz, Zellkern).
23. Querschnitt durch den Samen von aufsen bis in dasKotyledonarge webe. 1—6 Samenschale.
24. Ansicht der Samenschale ohne vorherige Behandlungmit Beagentien. 1—6 von Fig. 23.
25. Querschnitt durch die beiden Integumente des Ovulums.1—6 korrespondieren mit Fig. 23 und 24. ,
26. Flächenansichten der einzelnen Schichten der Samen-schale. 1—6 mit Fig. 23 korrespondierend.
27. Keimender Same.