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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Schenck:

Stoff- und Wasserspeicher für die sich bildenden Sporen. Elateren wer-den nie gebildet. Im Einzelnen weist die Gestaltung des Laubmoos-sporogons bei den vier Ordnungen der Laubmoose, nämlich den Sphagnacem,den Andreaeaceen, den Pliascaceen und den Bryinen mancherlei Verschieden-heiten auf. Am nächsten stellen den Lebermoosen die Sphagnaceeii undAndreaeaceen.

1. Ordnung. Spliagnaceae( 46 ). Die Sphagnaceeii oder Torfmoose ent-halten nur eine, allerdings sehr formenreiche Gattung, Sphagnum. Die Torf-moose leben an sumpfigen Orten, häufig in Quellen, und bilden grosseschwellende Polster, die an ihrer Oberfläche von Jahr zu Jahr weiterwachsen,während die tieferen Schichten absterben und schliesslich in Torf übergehen.Die Stämmchen verzweigen sich reichlich, ein Theil ihrer Zweige wächst aufwärts

und bildet das gipfelständige Köpfchen, ein anderer abwärtsund umhüllt den unteren Theil des Stämmchen (Fig. 322 A .Diese abwärts wachsenden Zweige sind peitschenförmig ge-streckt. Ein Zweig unter dem Gipfel entwickelt sich all-jährlich ebenso stark wie der Mutterspross, der damit einefalsche Gabelung erhält. Indem nun die Stämmchen vonunten her allmählich absterben, werden die successive er-zeugten Tochtersprosse zu selbstständigen Pflanzen. EinzelneZweige des Köpfchens fallen durch ihre besondere Gestaltund Färbung auf; sie erzeugen die Geschlechtsorgane, meistmonöcisch auf derselben Pflanze, seltener diöcisch auf ver-schiedenen Stöcken. Die männlichen Zweige tragen nebenden Blättern die runden gestielten Antheridien, welche sichbei der Keife an der Spitze mit zurückgerollten Klappenöffnen und die spiralig gewundenen Samenfäden entlassen(Fig. 322 E, F), die weiblichen Zweige weisen an ihrerSpitze die Archegonien auf, deren Eizelle nach der Be-fruchtung zum mehrzelligen Embryo des Sporogons wird B .Die Sporogone entwickeln nur einen kurzen Stiel mit an-geschwollenem Fuss (C), sind längere Zeit von der Arche-goniumwand oder Calyptra eingeschlossen und sprengen die-selbe an deren Spitze, lassen sie also an ihrer Basis alsScheide zurück, wie es auch bei den Lebermoosen der Fallist. In der kugeligen Kapsel wird eine centrale halbkugeligeColumella ausgebildet, die von dem sporenbildenden Ge-webe (spo) überlagert wird. Die Kapsel öffnet sich mittels einesDeckels, welcher abgeworfen wird. Das reife Sporogon erscheint wie bei Andreaeaauf einem Pseudopodium, der Verlängerung des Zweiges, emporgehoben und ist mitdem Fuss in das angeschwollene obere Ende desselben eingesenkt. Auf den eigen-thümlichen Bau der Blätter und der Stengelrinde ist bereits oben hingewiesen(S. 32 0.

Eigenartig sind die Vorkeime der Torfmoose gestaltet. Die Sporen keimenzunächst zu kurzen Fäden aus, welche sich zu flächenförmigen Vorkeimen, aufdenen die Stammknospen entstehen, erbreitern.

2. Ordnung. Andreaeaceae. Die Andreaeaceen oder spaltfrüchtigenLaubmoose (Schizocarpae) werden von der Gattung Andreaea gebildet, deren Artenkleine bräunliche Moospolster an Felsen vorstellen. Die Sporogone stehenan der Spitze des Stengels, ihre von einer mützenförmigen Calyptra anfangsbedeckte Kapsel öffnet sich in eigenthümlicher Weise mittels vier an derSpitze und Basis verbundenen Klappen (Fig. 323) und besitzt nur einen kurzenStiel mit einem basalen erweiterten Fuss 6);/", welcher an dem oberen Ende einer

Fig. 323. Andreaeapetrophila. ps Pseu-dopodium, Spf Spo-rogonfuss, k Kapsel,c Calj'ptra. Vergr. 12.