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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Cryptogamen.

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kleinen Warzen (so bei Cetraria islandica). Bei den Cladonien kommen sie aufdenselben Frachtkörpern vor wie die Ascushymenien oder auf besonderen, diesenähnlichen. Die Pyknosporen wurden früher als Spermatien bezeichnet und irr-thiimlicherweise für männliche Sexualzellen gehalten, die Pykniden Messen Sper-niogonien.

b) Die Pyrenoliehenen besitzen krugförmige Ascusfrüchte oder Perithecienwie die Pyrenomyceten und entwickeln ausserdem auch Pykniden. Hierher ge-hören nur wenige, meist Krustenflechten bildende Gattungen, z. B. die LaubflechteEndoearpon, die Krnstenflechte Verrucaria.

2. Hymenolichenes( 40 ).

Die Hymenolickenen werden nur durch die in den Tropen weitverbreitete,auf Erdboden oder auf Bäumen lebende Gora pavonia vertreten, zu welcher auchdie Gattungen Dictyonema und Laudatea als besondere Wuchsformen zu rechnensind. Der Pilz der Cora ist eine Thelephoree (vgl. S. 331), deren halbkreisförmigegelappte flache, dachziegelartig gruppirte Fruchtkörper auch ganz ohne Algen ge-funden werden. Tritt der Pilz in Symbiose mit einzelligen Chroococcusalgen, soresultirt als Fruchtkörper die Gora pavonia (Fig. 310), welche wie eine Thele-phorafrucht auf der Unterseite ein durch Bisse gefeldertes Basidienhymeniumentwickelt. Tritt dagegen derselbe Pilz mit den Fäden der blaugrünen AlgeScytonema in Symbiose, so bildet sich, wenn der Pilz überwiegt, die Flechte zustrahlig fädigen, halbkreisförmigen oder kreisförmigen, an Baumästen abstehendenScheiben mit dem Hymenium auf der Unterseite aus [Dictyonema- Form), undwenn die Alge formbestimmend ist, in Form von feinfädigen filzigen Ueberzügenauf Baumrinde mit unregelmässigen, an dem Lichte abgewandten Stellen des'Phallus erscheinenden Hymenien (Laudatea-F orm).

Die Flechten sind überall auf der Erde verbreitet, auf Erdboden, an Felsen,an Baumstämmen, an Aesten vegetirend. Sie können unbeschadet die grössteKälte, Hitze und Trockenheit ertragen; bei genügender Feuchtigkeit und Wärmeleben sie wieder auf und vegetiren weiter. So treten die Flechten noch aufden höchsten Gipfeln der Gebirge auf. In den Polargegenden erscheinen sie imVerein mit manchen Moosen vielfach formbestimmend für die Vegetation durchihre massenhafte gesellige Vegetation, besonders in den sogen. Tundren, derenHauptgewächs die Cladonia rangiferina vorstellt.

Officinell ist unter den Flechten nur Cetraria islandica (Liehen islan-dicus Pharm, germ.).

II.

Bryophyta, Moospflanzen (*> 41 42 ).

Die Bryophyten, Moospflanzen oder Muscincen umfassen die beidenKlassen der Lebermoose (Hepaticae) und der Laubmoose (Musci). Sie unter-scheiden sich von den Thallophyten zunächst durch den charakteristischenBau ihrer Geschlechtsorgane, der Antheridien und Archegonien, welchein ganz ähnlicher Ausbildung auch bei den höchststellenden Cryptogamen,den Pteridophyten wiederkehren. Bryophyten und Pteridophyten dürften