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Noll:
ganzen Apfel bald durch und durch faul, indem er dessen festes Gewebeunter Verfärbung' in eine weiche, übelriechende Masse verwandelt. — Nebender eigenartigen Ernährungsthätigkeit wirken meist besondere Athmungs-vorgänge, die man als intermoleculare (S. 191) bezeichnet, bei den Vorgängender Gährung und der Fäulniss mit. Diese Processe sind so energisch, dassoft eine erhebliche Wärmeentwickelung dabei stattfindet. Die Wärineent-wickelung in faulendem Mist wird bekanntlich in den Mistbeeten ausgenützt;feuchtes, gährendes Heu und feuchte Rohbaumwolle sollen sich oft (wohlmit Hülfe leicht brennender Gase) bis zur Selbstentzündung erhitzen, und beikeimender Gerste hat man Temperatursteigerungen von 40—70 und mehrGrad beobachtet. Dieselben sind in dieser Höhe aber nicht durch die Ath-mung der Gerstensamen bedingt, sondern, nach Coiin, durch die zersetzendeThätigkeit eines Schimmelpilzes, des Aspergillus fumigatus. Die Erhitzungder feuchten Rohbaumwolle, die schon zu Schiffsbränden Anlass gegeben,wird dagegen durch einen Micrococcus veranlasst. — Geronnenes Eiweissund eoagulirte Gelatine werden von vielen Pilzen und Bacterien verflüssigtund die auftretenden Fäulnissgase (Kohlensäure, Schwefelwasserstoff, Schwefel-ammonium, Ammoniak, Wasserstoff u. a.) beweisen, wie tiefgreifend die Zer-setzung des Substrates ist. Solche gründlichen Zersetzungen bewirken haupt-sächlich die erwähnte Wegräumung der abgestorbenen Organismen. Dieäusserst giftigen Substanzen, welche nebenbei oft gebildet werden, veranlassendie schweren Krankheitserscheinungen, welche Pilze und Bacteriendem Körper lebender Wesen hervorrufen können i Kartoffel-Krankheit.
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Brand des Getreides, Cholera, Typhus, Diphtheritis, Milzbrand u. s. w.j.Pflanzen und zumal Thiere vermögen sich ihrerseits gegen den Angriff jenerMikroorganismen dadurch zu schützen, dass sie Stoffe (Alexine, Antitoxinebesitzen oder nachträglich ausbilden, welche für jene Bacterien speeifischeGifte sind, ein Umstand, den die Therapie mehr und mehr mit Erfolg zurBekämpfung der Infectionskrankheiten benutzt.
Während man bisher als Erreger der ansteckenden Krankkeiten stets Mikro-organismen annehmen zu müssen glaubte, ist von Beyeeixck kürzlich einunorganisirtes, aber im Plasma vermehrungsfähiges Gontagium fluidum als Ur-sache der Fleckenkrankheit der Tabaksblätter entdeckt worden ( 40 ).
Neben der merkwürdigen und für ihre Existenz höchst unvortheilhafterscheinenden Eigenschaft, den eigenen Nährboden durch Gährung und Fäul-niss zu zerstören, besitzen Pilze und Bacterien aber auch die Fähigkeit, einen
nicht geeigneten Nährboden für sich brauchbar zu machen. Durch invertirende
ungeeigneten Rohrzucker
in brauchbarendurch geeigneteund Maltose her-
Fermente können sie den für sie
Invertzucker überführen und sie vermögen andererseits
Enzyme auch aus Stärke, selbst aus Cellulose, Glukosen
zustellen.
Wie aus dem Gedeihen von Pilzen auf den verschiedensten Nährbödenhervorgeht, sind dieselben im Stande, mit Hülfe der allermaimigfaltigstenKohlenstoffVerbinduugen (auch solchen, wie weinsteinsaurem Ammoniak odergar aus kohlensaurem Ammoniak) Protoplasma, Zellhaut, Nuclein, Fett, Glu-kogen u. s. w. zu bilden.
Nicht alle schmarotzenden Pilze aber fügen ihrer Nährpflanze durch weit-gehende zersetzende Wirkungen einen die Nahrungsentziehung weit überbieten-den Schaden zu. Anders als z.B. die baumtötenden Hutpilze verhalten sich vieleBrand- und Rostpilze, welche die befallenen Pflanzen verhältnissmässig wenigschädigen. Die Einwirkung des schmarotzenden Pilzes auf die Nährpflanzeerweist sich aber geradezu als förderlich bei den Flechten. Diese wurdenfrüher als eine den Algen und Pilzen völlig gleichwertige dritte Gruppe der