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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Strasburger:

Erst wenn der Höhepunkt der Erstarkung erreicht

Die Pflanze „erstarkt 1 ' .,^^^^^^^^^^^^^^^^^^_^^_^^^^^_ist, werden bestimmte Theile der embryonalen Substanz der Vegetations-punkte zur Erzeugung neuer Keimanlagen verwendet. Dieser Höhepunktkann bei eormophyten Pflanzen meist erst durch Achsen höherer Ordnungerreicht werden. — Die aus Keimanlagen hervorgehenden, aufeinander fol-genden Generationen einer Pflanze sind entweder alle einander gleich, odersie sind verschieden. Im ersten Fall liegt Entwicklung ohne Generations-wechsel, im zweiten mit Generationswechsel vor. Im Generations-wechsel gleicht schon die dritte, oder erst eine nächstfolgende Generationder ersten. Bei den Cormophyten ist es bereits die dritte. Eine Generationim Generationswechsel pflegt geschlechtlich differenzirt zu sein, d. h.die von ihr erzeugten reproduetiven Gebilde werden erst nach Verschmel-zung mit anderen entwicklungsfähig. Es ist das der Vorgang der Be-fruchtung (vgl. S. 76); ihr Product ist das befruchtete Ei. Die unge-schlechtlichen Generationen erzeugen hingegen reproduetive Gebilde,die ohne Befruchtung sich weiter entwickeln, und die man Sporen nennt.

Der Generationswechsel bei den Thallo-phyten, so im Besonderen bei den Pilzen-wird oft durch Einschaltungen andererFortpflanzungsorgane, deren Bildungauch unterbleiben kann, complicirt. Beiden Cormophyten wechselt ganz allge-mein eine geschlechtliche Generationmit einer ungeschlechtlichen ab. Inallen Fällen, wo Generationswechselvorliegt, ist somit mehr als eine Ge-neration nothwendig, um den Entwick-lungskreis der Species abzuschliessen.Zwei oder mehr Individuen gehören so-mit zu dem Begriff einer Art. DieseIndividuen können getrennt von ein-ander ein völlig unabhängiges Lebenführen, oder auch zu einem einzigenLebewesen mit einander verbunden sein.Letzteres liegt bei den Moosen vor, wodie sporenbildende Generation auf dergeschlechtlichen lebt, auch bei den Pha-nerogamen, wo umgekehrt die geschlechtliche Generation innerhalb der unge-schlechtlichen ihre Entwicklung durchmacht.

Der als Keimung bezeichnete Abschnitt in der Entwicklung der Pflanzeist bei den Phanerogamen in bestimmter Weise begrenzt, weil man diese Be-zeichnung hierauf die Entfaltung des im Samen bereits angelegten Keimesbeschränkt. Zu der Zeit, wo dieser im Samen eingeschlossene Keim vonseiner Mutterpflanze abgeworfen wird, weist er meist schon jene Gliederungauf, wie sie dem cormophyten Pflanzenkörper zukommt. Er wird geschlitztdurch die Samenschale, dieihn zugleich befähigt, eine längere Ruhezeitdurchzumachen. Reichlich aufgespeicherte Nährstoffe, in ihm selbst, oderden ihn umgebenden Samentheilen, haben für seine Ernährung während derKeimung zu sorgen. Man hat die einzelnen Glieder des phanerogamenKeimes in besonderer Weise bezeichnet. Die Fig. 52 zeigt bei A den medianenLängsschnitt durch einen reifen Samen des Lebensbaumes (Thuja oeeiden-talis), bei B einen im Beginn der Keimung befindlichen Samen, bei C einenetwas vorgerückteren Keimungszustand, bei I) die Abstreifung der Samen-

Fig. 52. Thuja occidentalis. Bei A me-dianer Längsschnitt durch den reifen Sa-men, bei 5 bis E Keimungsstadien, h Hy-pocotyl, G Cotyledonen, r Eadicula, rStammvegetationskegel. A 5 Mal, B undG 2 Mal vergr. D und E nat. Gr.