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Galle und Gallenbestandtheile.
1861
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Kochen mit verdünnter Schwefelsäure liefert es Tyrosin, Serin (s. S. 416) undWenig Leucin.
Zu den leimgebenden Geweben und dem Fibrom (s. S. 1801) der Roh-seide scheint auch das jodhaltige (1 bis 1,5 Proc. J) Spongin, die orga-nische Grundlage des Badeschwammgewebes, in gewisser Beziehung zu stehen;dasselbe liefert beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure Glycocoll undLeucin, und, wie es scheint, auch Tyrosin. Aehnlich liegen die Verhältnissebei dem Conchiolin, der organischen Grundsubstanz des Skeletts der Muscheln.
T. Galle und Gallenbestandtlieile.
Als Galle bezeichnet man ein Gemisch von Secreten, die besondersT on den Leberzellen, jedoch auch von den Schleimhäuten, welche die-Lebergänge und die Gallenblase auskleiden, abgesondert werden. Siebildet ein schleimiges, fadenziehendes, beim Schütteln schäumendes, eigen-tümlich riechendes, intensiv bitter schmeckendes Liquidum von gelb-hchbrauner (bei den Fleischfressern) oder grünlicher (bei den Pflanzen-fressern) Farbe. Die Reaction derselben ist im frischen Zustande eineNeutrale oder schwach alkalische. Der Gehalt an festen, darin gelöstenßestandtheilen ist ein sehr schwankender; im Mittel beträgt er etwa10 Proc. Als charakteristischen Hauptbestandtheil enthält die Galleder verschiedenen Thiere, neben eigenthümlichen, als Gallenpigmentebezeichneten Farbstoffen, die Natrium- und Kaliumsalze einiger Säuren,die unter dem Collectivnamen Gallensäuren zusammengefasst werden.Die am besten studirte Ochsengalle enthält die Natrium- und Kalium-salze der Glycocholsäure und der Taurocholsäure in ziemlichgleicher Menge, wogegen in der menschlichen Galle das quantitativeV erhältniss dieser beiden Säuren innerhalb sehr weiter Grenzen schwankt.Ausser diesen beiden Gallensäuren sind ferner in der menschlichen^alle noch die entsprechenden Glycocoll- und Taurinabkömmlinge derkrystallinischen, bei 169°C. schmelzenden Fellinsäure: C 23 H 38 0 4 , ent-halten. In der Fischgalle, in der Hundegalle, sowie in der Galle vielerFleischfresser findet sich nur Taurocholsäure. In der Galle des Schweines8 md zwei eigentümliche, der Glyco- und Taurocholsäure nahestehendeSäuren enthalten, die Hyoglycocholsäure undHyotaurocholsäure;ebenso ist die Gänsegalle durch das Vorkommen einer besonderen^allensäure, der Chenotaurocholsäure, ausgezeichnet. Die ver-schiedenen Gallensäuren zeigen bezüglich ihres bitteren Geschmackes^öd ihres Verhaltens gegen Zucker und Schwefelsäure (siehe unten^allensäurereaction) eine grosse Uebereinstimmung. Gemeinsam ist^nen ferner, dass sie durch Kochen mit Barytwasser in Stickstoff- undSchwefelfreie Säuren und in Amidosäuren gespalten werden.
Ausser den Gallenpigmenten und den Salzen der Gallensäurene öthält die Galle noch Cholesterin (s. S. 683), Gholin (s. S. 710),Lecithin und seine Zersetzungsproducte (s. S. 654), Schleim, Fette,