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2. Organische Chemie 2. Abt. (1901)
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Prüfung der Weinfarbstoffe.

Heidelbeerweine zeichnen sich ferner durch einen relativ hoheDMangangehalt aus.

Zum Nachweis des Farbstoffes der Kermesbeeren schüttelt ffla"nach K. Heise 20 com Wein mit 10 ccm Alaunlösung von 10 Proc. und10 com Sodalösung von 10 Proc. Na' 2 C0 3 + 10H 2 O. Reagirt diese Mischungnoch sauer, so neutralisirt man dieselbe noch genau mit Sodalösung. I sdas Filtrat alsdann noch roth gefärbt, so sucht man die Gegenwart vonKerniesfarbstoff durch folgende Reactioneu darzuthun: 1. Amylalkohol nifflB«weder aus saurer, noch aus alkalischer Lösung Farbstoff auf; 2. NaHSOLösung verändert die mit Essigäure angesäuerte Flüssigkeit nicht; 3. AetZ'alkalien färben die Flüssigkeit gelb.

Einen Unterschied in dem Verhalten des Kermesfarbstoffes und den)der rothen Rüben konnte Heise und andere Beobachter nicht constatiren-

Nach Hilger und Mai lässt sich der Farbstoff der Kermesbeere 11auch in folgender Weise im Rothwein nachweisen: 5 ccm Wein werden ffli*zehn Tropfen einer fünfprocentigen Jod-Jodkaliumiösung versetzt, das Gemischnach zweistündigem Stehen filtrirt und das Filtrat mit überschüssiger Natrium'thiosulfatlüsung versetzt. Beiner Bothwein wird hierdurch vollständig färb"los, wogegen bei Gegenwart von Kerinesbeerfarbstoff eine mehr oder minderrothe Färbung verbleibt, die auch nach Zusatz von verdünnter Schwefelsäurenicht verschwindet.

Als gute Orientirungsprobe für den Nachweis von Theerfarb st offen kann

a) folgendes, von Arata angegebene Verfahren dienen; 50 bis 100ccmWein lässt man zehn Minuten lang mit 5 bis 10 ccm Kaliumbisulfatlösungvon 10 Proc. und drei bis vier Fäden weisser Wolle, oder besser mit Woll e >die zuvor mit Aluminimnacetatlösung imprägnirt ist, kochen. Die Woh ewird alsdann herausgenommen, mit Wasser ausgewaschen und getrocknet-Sie zeigt dann bei Gegenwart von Theerfarbstoffen eine mehr oder minderintensiv rothe Färbung, wogegen sie bei echtem Bothwein nur wenig schmutz'g'roth gefärbt ist. Wird die getrocknete Wolle dann mit einigen Tropfen coü-centrirter Schwefelsäure durchfeuchtet, so tritt bei Bordeaux B, Bordeaux»und Crocein-Scharlach tief indigblaue, bei Ponceau B und Ponceau B-"schön feurigrothe, bei Biebericher Scharlach dunkelgrüne Färbung » u * -

b) Verfahren von Cazeneuve. 10 ccm Wein werden in der Kälte i ,u0,2 g gelben Quecksilberoxyds eine Minute lang geschüttelt und die Mischungnach dem Absetzen durch ein mehrfaches, angefeuchtetes Filter (drei- bi svierfach) filtrirt. Die gleiche Operation ist mit einer zweiten Weinprobe»nach einmaligem Aufkochen mit dem Quecksilberoxyd, auszuführen. D aSQuecksilberoxyd entzieht in der Kälte und in der Wärme vollständig d eDnormalen Weinfarbstoff, sowie Cochenille und die Pflanzenfarbstoffe; <i aSFiltrat ist daher ungefärbt. Ist das Filtrat ti'übe, so ist dies ein Zeiche»>dass das Schütteln oder Absetzenlassen ungenügend war. Die Mehrzahl de 1Theerfarbstoffe werden durch das Quecksilberoxyd nicht zurückgehalten, dam 1 'gefärbte Weine liefern daher ein gefärbtes Filtrat. Die Cazeneuve'scbeProbe kann nach Wolff auch in der "Weise ausgeführt werden, dass m 8n10 ccm Rotliwein mit 10 ccm einer kalt gesättigten wässerigen Quecksilb el "Chloridlösung schüttelt und sodann zehn Tropfen Kalilauge von 1,27 specn-Gewicht zufügt.

Auf obige Weise lässt sich in der Kälte auch das Fuchsin S (RoS'anilinsulfosäure) leicht nachweisen, was nach den üblichen Nachweisung 3 'methoden des Fuchsins nicht immer der Fall ist. In der Wärme gehen inobiges Filtrat: Bordeaux B, Roccellin, Purpurroth, Crocein 3 B,Bieberichroth, Ponoeau R, Ponceau B, Orange R, RR, II, Trop»'