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2. Organische Chemie 2. Abt. (1901)
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1629
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Alo'ine.

In coneentrirten Auflösungen von Bleiacetat, Zinksulfat, Silbernitrat,v °n Quecksilberoxydul- und Quecksilberoxydsalzen erzeugt das santoninsaureNatrium weisse, schwer lösliche Niederschläge, mit Eisenoxydsalzlösungene >nen isabellenfavbenen, mit Kupferoxyd salzen einen blauen, mit Uranoxyd-salzen einen gelben und mit Chromoxydsalzen einen grünen Niederschlag.Beim Kochen mit "Wasser oder mit Alkohol werden diese Präcipitate wiederin ihre Bestandtheile zersetzt.

Artemisin: C 15 H l8 0 4 , Oxysantonin, findet sich in den Mutterlaugenv °n der Santoninfabrikation (E. Merck). Von dem Santonin lässt es sichdurch Ueberführung in die Chloroformverbindung: C 15 H 18 0 4 . CHC1 3 , welches 'ch aus der Lösung in Chloroform alsbald abscheidet, trennen. Das Chloro-form-Artemisin zerfällt bei 80° C. wieder in seine Componenten. Das Arte-misin bildet farblose, säulenförmige, bei 200° C. schmelzende Krystalle, welchesich in 60 Thln. kochenden "Wassers und in 3 Thln. siedenden absolutenAlkohols mit neutraler Beaction lösen. Diese Lösungen sind linksdrehend,ha Bonnenlicht färbt sich das Artemisin langsam gelblich. In einer Mischunggleicher Volume Schwefelsäure und "Wasser löst es sich ohne Färbung; aufZusatz von einem Tropfen Eisenchloridlösung und darauf folgendes Erwärmennimmt die Mischung eine gelbbraune Earbe an. Erhitzt man 0,1 g Arte-misin mit 1 g Soda und 4 ccm Wasser zum Kochen, so tritt eine carminrotheFärbung auf, welche jedoch nach einer Minute vollständig wieder verschwin-det- Auch von erwärmter alkoholischer Natronlösung wird es mit carrnin-l 'otlier Farbe gelöst. Das Artemisin ist das Anhydrid (Lacton) der Oxy-*antoninsäure: 0 u H M O» (L. Mai).

A 1 o ! n e.

Als „Alo'ine" bezeichnet man die krystallisirbaren Bitterstoffe, welchem den verschiedenen Aloesorten enthalten sind. Obschon dieselben in ihren■Eigenschaften mannigfache Uebereinstimmung zeigen, so ist doch ihre Zu-sammensetzung eine verschiedene. Nach der Abstammung und nach demGemischen Verhalten unterscheidet man hauptsächlich Barbaloin, dasAlo'in der Barbados-Aloe. Socaloin, das Alo'in der Zanzibar- und Socotra-Aloe, und das Natalo'in, das Alo'in der Natal-Aloö.

Barbaloin: nach E. Groenewold und Leger C l6 H 16 0 7 + 3ffO."Ur Darstellung dieses Alo'ins löst man mehr oder minder zerkleinerte Bar-bados-Aloe in der neun- bis zehnfachen Menge kochenden, zuvor mit Schwefel-s äure angesäuerten Wassers, filtrirt nach dem Erkalten die erzielte Lösungv °n dem ausgeschiedenen Harz ab, dampft dieselbe auf die doppelte Gewiehts-menge der angewendeten Aloe ein und stellt alsdann das Liquidum an einenk ühlen Ort zur Krystallisation bei Seite. Die nach mehrtägigem Stehen aus-geschiedenen Krystalle sind zu sammeln, durch Absaugen und Waschen mit"Wenig verdünntem Alkohol von der Mutterlauge zu befreien und endlichtt Urch TJmkrystallisation aus verdünntem, heissem Alkohol zu reinigen. DieMutterlauge des Bohaloins liefert bei längerem Stehen eine zweite und etwasei ugedampft auch noch eine dritte Krystallisation von Alo'in. Ausbeute 10Di s 20 Broc.

Das Barbaloin scheidet sich aus alkoholischer Lösung in wohl aus-gebildeten gelben, geruchlosen Nadeln von intensiv bitterem Geschmack ab,"welche sich in Wasser und Alkohol, besonders in der Wärme, ziemlich leichtIn Aether sind sie schwer löslich. Das Barbaloin enthält wechselnde

Men

gen von Krystallwasser (5,6 bis 14Proc), welches es bei längerem Stehen