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2. Organische Chemie 2. Abt. (1901)
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Santonin.

alkohol ausschütteln. Mit Kaliumdichromat und verdünnter Schwefelsäure(1 : 4) erwärmt, entwickelt es den Geruch nach salicyliger Säure.

Auch gewisse bittere Bestandteile des Capsicum annuum, der Vapl intMezereum , der Erythraea Centaurium und des Cnicus benedictus lassen si""aus saurer Lösung durch Ausschütteln mit Chloroform oder Benzol gewinne"und eventuell durch ihren eigenartigen Geruch und Geschmack erkennen.

Ueber den Nachweis des Colchicins, des Strychnins und der PikriB'säure im Bier siehe S. 1413, 1394 und 984.

Nicht sicher nachzuweisen sind auf dem angegebenen "Wege die Bitte 1 ''stoffe der Aloe und des Enzians. Zum Nachweis der Aloe behandelt niä Bdas zu prüfende Bier nicht mit basischem, sondern mit neutralem Bleiaceta'und schüttelt schliesslich mit Amylalkohol aus. Nach Verdunstung & etAmylalkoholauszüge bleibt alsdann ein Rückstand, der den charakteristisch 611Aloegeschmack besitzt, mit Brom-Bromkalium, Bleiessig und Quecksilbe 1 "oxydulnitrat Niederschläge liefert, sowie alkalische Kupferlösung und Gold'chloridlösung reducirt. Durch Gerbsäure wird die wässerige Lösung desRückstandes gleichfalls gefällt, der Niederschlag jedoch durch einen IXebei"schuss des Fällungsmittels theilweise wieder gelöst. Mit concentrirter S aI 'petersäure gekocht, liefert der Aloerückstand Pikrinsäure. Vergl. auch S. 1632'

Zur Erkennung des Enzians fällt man ebenfalls mit neutralem Ble 1 'acetat aus, entfernt den Bleiüberschuss durch Schwefelsäure, verdunstet di eklare Flüssigkeit bis zur Syrupconsistenz und unterwirft den mit Salpeter-säure angesäuerten Rückstand der Dialyse. Das neutralisirte Dialysat wirdalsdann mit neutralem Bleiacetat versetzt, aus dem Filtrat das Enzianbitte 1mit Bleiessig und Ammoniak gefällt, der Niederschlag ausgewaschen, si 1 'Schwefelwasserstoff zersetzt und die filtrirte Flüssigkeit mit Benzol ode rChloroform ausgeschüttelt. Das hierdurch isolirte Enzianbitter muss sicödurch Eisenchlorid in wässeriger Lösung braun färben, aber darf durch das-selbe nicht gefällt werden. Enzianbitter reducirt ammoniakalische Silber'und alkalische Kupferlösung und wird durch Brom-Bromkalium, Quecksilbefoxydulnitrat, Goldchlorid und Phosphomolybdänsäure gefällt.

Nach vorstehenden Methoden lassen sich nach Dragendorff in J e1 Liter Bier nachweisen: 0,25 g Wermuthkraut, 4 g ungetrocknetes Lechn* 1palustre, 4g Menyanthes trifoliata, lg Quassia, 8g Kokkelskörner, lg Col°'quintenrnark, 5 g Weidenrinde, 5 g Cnicus benedictus, 4 g Erythraea Centaur'ii'»'5 g Cortex Mezerei, 0,25 g Capsicum annuum, 0,25 g Aloe und 6 g Enzianwurze)'

Santonin: C 15 H 18 0 3 .

Moleeulargewicht: 246.(In 100 Theilen, C: 73,17; H: 7,32; O: 19,51.)

Santoninum.

Geschichtliches. Das Santonin ist fast gleichzeitig, und zwar unab'hängig von einander, im Jahre 1830 vom Apotheker Kahler in Düsseldorfund vom Apotheker Alms in Mecklenburg entdeckt und später v0 °H. Trommsdorff (1834), Liebig (1834), Heldt (1S48), Hesse (1873), CaD"nizzaro, J. Klein und Anderen näher untersucht worden. Die Hauptmeng' eDvon Santonin werden in der Heimath der Artemisia maritima dargestellt, s °z. B. in Tschimkent in der Provinz Taschkent und in Orenburg, südli c "vom Ural.

Vorkommen. Das Santonin findet sich neben Artemisin (s. S. 1629Jin einer Menge von 2 bis 3 Proc. in dem sogenannten Wurmsamen, den voi