Aet'hylpülvinsäure, At[ranorsäure.
120g Benzylcyanid: C 6 H 5 .CH 2 —CN, im Wasserbade erwärmt und alsda»»das gebildete Nitril C 18 H 12 N 2 0 2 , durch Essigsäure abscheidet. Letzteres g elltdurch Kochen mit Schwefelsäure von 60 Proc. in Pulvinsäureanhydrid üt> er 'welches durch Erwärmen mit einer Lösung von Kalihydrat in Methylalkob 0 'in Vulpinsäure verwandelt wird (Volhard). Die Vulpinsäure krystallisir*in gelben, durchsichtigen, giftig wirkenden, sublimirbaren Prismen, die i»Wasser und Alkohol kaum löslich sind. Sie schmilzt bei 148° C. Beim Koche»mit Barythydrat spaltet sie sich in Phenylessigsäure (s. S. 1056), Oxalsäur«und Methylalkohol; beim Kochen mit Kalkmilch in Methylalkohol und Pul'vinsäure: C 18 H 12 0 5 ; beim Kochen mit verdünnter Kalilauge in Methylalk 0 'hol, Kohlensäureanhydrid und die in farblosen, bei 154° C. schmelzend 1311Prismen krystallisirende Oxatolylsäure: C 16 H 16 0 3 . Letztere zerfällt durc»starke Kalilauge in Oxalsäure und Toluol. Durch Erhitzen auf 200° g e »,die Vulpinsäure unter Abspaltung von Methylalkohol in das hellgelbe, ° el220° C. schmelzende Pulvinsäureanhydrid: C 18 H 10 O 4 , über, welches durß»Kochen mit Kalkmilch in orangefarbene, bei 215,5° C. schmelzende Pulv 1 »säure: C 18 H 12 0 5 , verwandelt wird (Bebert, Möller, Strecker, Spieg e1 'O. Hesse, W. Zopf).
Aethylpulvinsäure: C 20 H 16 O 5 , findet sich nach W. Zopf in Can&\laria coiicolor, in Physcia medians und Callopisma vitellinum; gelbe, D127,5° C. schmelzende Tafeln. In naher Beziehung zur AethylpulvinsäWsteht die Khizocarpsäure: C 26 H 20 O <i , welche durch Kochen mit wenigEssigsäureanhydrid in erstere übergeht. Dieselbe kommt neben der farblose»'glänzenden, bei 144,5°C. schmelzenden Pleopsidsäure in Pleopsidium chl» fphanum vor. Sie findet sich ferner in Bhizocarpon geographicum, BiatO'lucida, Catocorpus alpicolus, Acolium tigülare und Eaphiospora flavovirescev igelbe, bei 178° C. schmelzende, rhombische Prismen (W. Zopf).
In Beziehung zur Vulpinsäure scheint auch das Calycin: C 18 H "'der Lepraria candelaris, L. chlorina, Callopisma vitellinum, Chyalolechia aurl" 'Physcia medians und Candelaria concolor zu stehen; ziegelrotb.es , bei 242 "245° C. schmelzendes Krystallpulver, welches beim Kochen mit starker K alauge Oxalsäure und «-Toluylsäure (s. S. 1056) liefert (O. Hesse).
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Atranorsäure: C 19 H 18 0 8 (Atranorin), findet sich in sehr vieHechten der Eamilien der Urceolariaceen, Parmeliaceen, Physciaceen llDOladoniaceen. Farblose, lichtbrechende, bei 196° C. schmelzende Prismen,unlöslich in Wasser, schwer löslich in Alkohol sind (Paterno, Streck eStenhouse, O. Hesse, W. Zopf u. A.). Aetzalkalien und concentrUSchwefelsäure lösen die Atranorsäure mit gelber Farbe. Eisenchlorid f aldie alkoholische Lösung purpurroth. Durch Erhitzen mit Alkohol entsteder Aethyläther der Hämatommsäure: C 9 H 7 O 5 . C 2 H 5 , welcher in f arlosen, bei 113,5° C. schmelzenden Nadeln krystallisirt. Letztere Verbind» 110kommt nach W. Zopf in Haematomma coccineum, Physcia caesium und Imelia perlata vor.
Wird Atranorsäure mit Eisessig auf 150° C. eine Stunde lang erbiso zersetzt es sich unter CO ä -Entwickelung in Phj'sciol und Physcia»(O. Hesse). Physciol: C 7 H 8 0 3 (Atranorinsäure), bildet farblose,104,5°C. schmelzende, sublimirbare Nadeln. Physcianin: C 10 H 12 O 4 (Atr a ''_'säure, Ceratophyllin), ein Abkömmling des Betaorcins (s. S. 1013), k,Jstallisirt in farblosen, bei 161° C. schmelzenden Nadeln.
Zu den Flechtensäuren zählen ferner zahlreiche von Schunck, S tehouse, O. Hesse, W. Zopf u. A. aufgefundene Verbindungen, z. B. die i»lose, in Wasser schwer lösliche Parellsäure: C 21 H 16 0 9 (Psoromsä» 1Zeorsäure), der Lecanora Parella und anderer Flechten, bei 262° C. scb»*
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