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2. Organische Chemie 2. Abt. (1901)
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Azofarbstof fe.

gefälltes Schwefelkupfer, Kupferacetat, Kaliumpermanganat, Cer- und Vana-dinsalze etc.

Auf diese oder ähnliche Weise werden erzeugt das sogenannte Jetolin,das Indigschwarz, der schwarze Indig, das Lukasschwarz etc.

Die Salze des Violanilins: C 18 H lä N 3 , welche aus den Bückständen derFuchsinfabrikation dargestellt werden, färben Seide und Wolle nur blau-schwarz mit einem Stich ins Violette; die aus dem gleichen Material ge-wonnenen Salze des Mauvanilins: C 19 H 17 N 3 , färben malvenblau.

Um einzelne der Anilinfarben in Wasser leichter löslich zu machen —in Wasser lösliche Anilinfarben —, führt man dieselben in die Alkali-salze von Sulfosäuren über. Zu diesem Zweck erwärmt man die Anilinfarb-stoffe mit concentrirter oder rauchender Schwefelsäure und bewirkt auf dieseWeise den Eintritt des Sulfonsäurerestes S0 3 H in den aromatischen Kerndes Farbstoffes. Die gebildeten Farbstoffsulfonsäuren werden alsdann durchWasser gefällt, mit Wasser gewaschen und schliesslich durch Neutralisationmit Alkalicarbonat in die in Wasser leicht löslichen Alkalisalze verwandelt.Auf diese Art sind z. B. hergestellt das sogenannte Säure-Fuchsin, dasAlkali-, Wasser- oder Chinablau (aus Triphenylrosanilin), das Violett S.(aus Methylanilinviolett) und das lösliche Malachitgrün, Säuregrün, etc.

IL A z o f a r b s t o f f e.

Als Azofarbstoffe fasst man eine überaus grosse Anzahl prächtiger Farb-stoffe der verschiedensten Nuancen zusammen, welche durch Einwirkung vonDiazoverbindungen auf aromatische Amine, Amidosulfosäuren, Phenolsäurenoder Phenole, oder durch Umsetzung von Amidoazoverbindungen resultiren.

Als Anilingelb, Säuregelb oder Echtgelb findet das Natriumsalzder Sulfosäure des Amidoazobenzols (s. S. 965) Verwendung.

Das Natriumsalz der Dimetbylamidoazobenzolsulfosäure: NaSO 3 —C 6 H 4 —N=N—C 6 H' . N(CH 3 ) 2 , findet als Tropaeolin D, Poirrier's Orange,Orange III, Methylorange und Helianthin in der Färberei und alsIndicator in der Alkalimetrie Verwendung. Goldgelbe, in heissem Wasserleicht lösliche Blättchen. Durch Einwirkung von Diazobenzolsulfosäure aufDimethylanilin entstehend.

Ueber das Dimethylamidoazobenzol: C 6 H 5 -N=N-C 6 H 4 .I(CHY,siehe I. anorgan. Theil, S. 613.

Als Ohrysoidine bezeichnet man eine Anzahl orangerother Farbstoffe,welche durch Einwirkung von Diazohenzolsalzen auf aromatische Diamine,und zwar auf die Metadiamine (1, 3) gebildet werden, z. B.:

C 6 H 5 .N 2 .N0 3 -f- C 6 H'(NH 2 ) 2 = G'W.TSO.G'B.'QXB*)* + HNO"Salpeters. Diazo- Phenylendiamin Diamidoazobenzol.

benzol

Das salzsaure Salz des Diamidobenzols (Chrysoidin des Handels) bildetstahlglänzende Krystalle, deren Lösung schön gelb gefärbt ist. Ein innigesGemisch aus 1 Thl. Chrysoidin und 2 Thln. Dextrin dient als „ Cremefarbe"zum Gelbfärben von Gardinen etc.

Als Phenylenbraun, Manchester-, Leder-, Gold-, Zimmt-,Bismarckbraun, Vesuvin findet das salzsaure Triamidoazobenzol:C e H 4 (NH 2 ).N 8 .C s H'(Nff) ! , HCl, als brauner Farbstoff Verwendung. Esentsteht bei der Einwirkung von salpetriger Säure auf Phenylendiamin; braun-gelbe, bei 137° C. schmelzende, in kaltem Wasser wenig, in siedendem Wasserleicht lösliche Krystalle.