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Kritische Temperatur.
K». 100.
Fig. 100 a.
Prinzip. Man füllt ein enges dickwandiges Rohr zur Hälfte mitder zu untersuchenden Substanz und bestimmt beim Erwärmen undAbkühlen diejenige Temperatur, bei der die Grenze zwischen Flüssig-keit und Dampf verschwindet, also beide nicht voneinander zu unter-scheiden sind. Das Mittel der beiden Temperaturen ist sehr nahe derkritischen Temperatur.
Apparat. Die zur Aufnahme der Flüssigkeit dienenden Röhren Mhaben meist die Gestalt Fig. 100 a. Den Erwärmungsapparat gibt Fig. 100.
abccl, a 1 b 1 c 1 d 1 sind Cylinder ausEisenblech, deren Boden cd und c 1 d 1aus Kupfer bestehen, und die vornund hinten mit Glimmer verschlos-sene Fenster besitzen. Das Thermo-meter t und die neben ihm an-gebrachte Röhre B (in der Figurnicht gezeichnet) sind in einemAsbestpfropfen A befestigt. DasRohr jB wird zweckmäßig von zweian einem Stabe auf- und abschieb-baren Ringen gehalten.
Übung. 1. Das Rohr wird ähn-lich wie die Gefäße zur Bestimmungder Dampfdichte nach Dumas etwabis zur Hälfte gefüllt. Dann schmilztman das enge Rohr ab, wobei manzweckmäßig das weite in kaltes Was-ser event. in ein Kältegemisch taucht.
2. Man stellt den Apparat zusammen, richtet gegen ihn das ent-fernt aufgestellte Ablesefernrohr und erwärmt langsam.
3. In der Nähe der kritischen Temperatur tritt eine sehr lebhafteBewegung der Flüssigkeit ein. Das Volumen der Flüssigkeit wächstschnell. Man erwärmt langsam, bis die Grenze verschwindet, dieTemperatur sei T v
4. Man erwärmt über die kritische Temperatur, macht die Flammeklein und läßt langsam abkühlen. Man bestimmt die Temperatur T 2 ,bei der die Flüssigkeit wieder erscheint *).
') Zweckmäßig erwärmt man von T 2 an langsam und erhält nun einenWert T[, kühlt von ihm aus langsam ah und erhält T! 2 , so daß die kri-tische Temperatur zwischen immer engere Grenzen eingeschlossen wird.