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Physikalisches Praktikum : mit 366 eingedrukten Abbildungen
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III. Schmelzpunkt.

Einleitung.

Gebraucht wird: Schmelzröhrchen; Thermometer; Paraffmbad; Drei-fuß; Asbestpappe; Schmelzgefäße mit Pb 4 8n, Pb s Sn und Zinn; Thermometer(bis etwa 360°); Öl; Stativ mit Bing; Brenner; Blechgefäß mit Pappdeckel;

Chronoskop.

Man bezeichnet die möglichen Bestandteile eines Systems, das auseinem oder auch mehreren chemisch oder physikalisch verschiedenenKomponenten, die voneinander unterscheidbar sind, besteht, als seinePhasen. Ist nur ein Körper vorhanden, so können die Phasen in denverschiedenen Modifikationen oder in dem verschiedenen Aggregat-zustande bestehen. Wir behandeln zunächst das Schmelzen, d. h.den Übergang von der festen in die flüssige Phase, bzw. das Erstarren,den umgekehrten Phasenübergang.

Um die Vorgänge bei dem Schmelzen eines Körpers zu verfolgen,nehmen wir an, daß demselben in gleichen Zeiten gleiche Wärmemengenzugeführt werden, etwa dadurch, daß man ihn in einer Schale durcheine konstant brennende Flamme erwärmt. Wir lesen nach gleichenZeitintervallen die Temperaturen ab und tragen die Zeiten als Abszissenund die zugehörigen Temperaturen als Ordinaten auf; die KurvenFig. 96 (a. f. S.) sind in dieser Weise erhalten.

In dem einfachsten Falle (I) (Fig. 96) geht die ganze Menge desfesten Körpers bei einer bestimmten Temperatur, dem Schmelzpunkt® = bS, aus dem festen in den flüssigen Zustand über. Zunächsttritt bei gleichmäßiger Wärmezufuhr zu dem festen Körper auch einegleichmäßige Temperaturerhöhung ein, die Kurve ist eine gleichmäßigansteigende Linie ab; bei dem Schmelzpunkt© beginnt das Schmelzen;dabei wird Wärme verbraucht, und die Temperatur bleibt, bis allesgeschmolzen ist, konstant: die Kurve bildet eine der Abszissenachseparallele Linie. Ist der ganze Körper geschmolzen, so bewirkt eineneue Wärmezufuhr auch ein erneutes Steigen der Temperatur. Beidem zweiten Falle (II) beginnt der Körper bei einer Temperatur r 1weich zu werden, bei der Temperatur & tritt das Schmelzen desgrößten Teiles ein, setzt sich aber noch ein wenig oberhalb derselbenbis zu r., fort; je kleiner T 2 — tFall II dem Falle I. Zwischen T 1 uuu i. 2

sam und bleibt bei & eine Zeitlang stehen, da das Weichwerden undSchmelzen mit einem Wärmeverbrauche verbunden ist. Im Falle III

Wieuemann-Ebert, Praktikum. ^

1 ist, um so mehr nähert sich derund T, steigt das Thermometer lang-