VIII
Aus der Vorrede zur ersten Auflage.
Die Übungen selbst sind je nach der Natur der in Fragekommenden Erscheinung qualitative oder quantitative. In letzteremFalle wird gezeigt, wie aus den einzelnen Beobachtungsdatendiejenigen Größen sich ableiten, welche in der entsprechendenFormel enthalten sind. Die Berechnung ist so geführt, daßder Praktikant nicht einfach die erhaltenen Werte in die Formeleinzusetzen braucht, sondern daß er den Gedankengang, welcherzu derselben geführt hat, noch einmal durchdenken muß. Inmanchen Fällen ist die Berechnung an einem Zahlenbeispieleerläutert, das zugleich ein Maß für die erreichte Genauigkeit gibt.Die Zahlen sind solche, wie sie von Praktikanten bei den Übungenerhalten worden sind.
Um den Praktikanten mit den allgemeineren Resultaten derphysikalischen Chemie bekannt zu machen, sind die Beispiele fürdie Übungen so ausgewählt, daß dieselben schon an den bei ihnenerhaltenen "Werten hervortreten. Auch sind möglichst die zu-gehörigen theoretischen Betrachtungen beigefügt.
Der Abschnitt „Gebraucht wird" soll es den Assistenten er-leichtern, alle für eine Übung erforderlichen Gegenstände zu-sammenzustellen.
Entsprechend den Zielen des Buches kann es nicht unsereAbsicht sein, die Beschreibung von Präzisionsmessungen zu geben,sondern wir müssen uns mit einer geringeren Genauigkeit der-selben begnügen. Daher werden die feineren Korrektionen über-haupt nicht berücksichtigt und da, wo es sich darum handelt,den Einfluß einer Fehlerquelle hervortreten zu lassen, dieMessungen so eingerichtet, daß der Fehler nicht zu klein ist.
Wir haben uns bemüht, die Apparate in sehr einfachen, da-für aber möglichst übersichtlichen Formen zu verwenden; sie sinddann auch zu Demonstrationsapparaten geeignet und ihre Be-schaffung ist weniger gut dotierten Instituten möglich').
Die sämtlichen mitgeteilten Aufgaben können innerhalb zweierbis dreier Semester bei zwei- bis dreistündiger wöchentlicherArbeit erledigt werden. Bei beschränkter Zeit läßt sich leichteine Auswahl treffen, die es dem Praktikanten ermöglicht, sichin einem Semester eine Übersicht zu verschaffen.
') Die meisten der benutzten Apparate sind von dem Mechaniker deshiesigen physikalischen Institutes, Herrn Böhner, ausgeführt worden.
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