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22. Kautschuk und Guttapercha.
er sich in neuerer Zeit seit Anwendung eines besseren Gewinnungs-verfahrens einer stärkeren Aufnahme.
4. Peruanischer Kautschuk wird in zwei verschiedenen Sorten ge-liefert. Im' Osten Perus wird ebenfalls Heveabäumen der PeruvianPara abgezapft, der an Güte den brasilianischen Sorten gleichkommtund über Mollendo und Arica ausgeführt wird. Der echte peru-anische Kautschuk, Caucho, entstammt anderen Pflanzen, die unsnoch unbekannt sind. Die Art der Gewinnung ist ziemlich roh. DerGauchero versetzt der Rinde tiefe Einschnitte und fängt den weißenSaft in Kautschukbeuteln oder Zinnschüsseln auf. Ist der erreichbareTeil des Stammes erschöpft, so wird der Baum einfach umgehauen undvollständig vom Safte befreit. Zum raschen Gerinnen wird dem Saiteeine einfache Seifenlösung oder der Saft einer Liane beigesetzt unddas Ganze mit der Hand geschlagen, bis sich der Kautschuk zu Klumpenvereinigt. Das Wasser fließt durch Einschnitte ab, oder wird ausge-preßt. Die Zahl der Kautschukbäume nimmt natürlich bei dieser Be-handlung schnell ab. Das Nachbarland Bolivia liefert den Bolivian Para.
5. Zentralamerikanischer Kautschuk. Von Ecuador und Columbien.bis weit hinauf nach Mexiko gedeiht die castilloa elastica, ein Wald-baum, der zur Familie der Maulbeergewächse gehört, 12 bis 18 mHöhe erreicht und sich durch schnelles W T achstum auszeichnet. InMexiko und Guatemala wird er bereits forstmäßig angebaut, und manhofft, daß er sich vorzugsweise zum Plantagenbau eignet.
Der reine Castilloakautschuk ist feinste Ware, die Gewinnungaber noch sehr roh. Die bekanntesten Sorten sind Columbia-Kautschuk,'Guayaquil Strips, West Indian scraps, Centrals und ähnliche.
6. Afrikanischer Kautschuk. Als Kautschuk liefernder Erdteil stehtan zweiter Stelle Afrika. Die Ausfuhr ist in den letzten beiden Jahr-zehnten mächtig gestiegen; das ist natürlich; je mehr der Erdteil er-schlossen wird, desto mehr kann er liefern. Freilich wird vielfach Raub-bau betrieben, und dessen Folgen bleiben auch in Afrika nicht aus.So ist der Ertrag von Lagos und von der Goldküste bedeutend zurück-gegangen, während er in Portugiesisch-Westafrika, im Kongostaate undin unseren Kolonien erfreulicherweise stetig steigt. Die Zahl derHandelssorten afrikanischen Kautschuks ist Legion. Die Herkunft läßtsich nicht immer feststellen, die Bezeichnung ist zudem oft irreführend.
Die Kautschukpflanzen sind meist Schlinggewächse, Kautschuk-lianen, die zu' der Familie der Singrüngewächse gehören.
Die Entziehung des Milchsaftes ist sehr einfach. Aus tiefen Ein-schnitten im Stamme wird er in Behältern oder zusammengedrehtenBlättern aufgefangen. Der Saft ist dick und zähflüssig und wird so-fort zum Gerinnen gebracht. Die Einschnitte werden mit Salzwasser,-oder mit dem sauren Safte verschiedener Früchte besprengt, woraufsich der Kautschuk schnell ausscheidet. Das entstandene Klümpchenwird vom Sammler in runde Form gepreßt, und der weiter auslaufendeSaft darauf aufgewickelt, indem die Wunde von Zeit zu Zeit wieder■besprengt wird. So entstehen die twists (Garnrollen), die von Sene-