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Einführung in die Warenkunde : ein Buch für Schule und Geschäft ; mit 137 Figuren im Text, 4 Weltkarten ... und je 1 Karte Europas und des Deutschen Reiches
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8. Glaswaren.

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sie die Hitze des Glattbrennens aushalten. Es sind Kobaltoxyd fürBlau (Zwiebelmuster), Uranoxyd und Iridiumoxyd für Schwarz undChromoxyd für Grün. Sie heißen Scharffeuerfarben und werden aufdie verglühte Ware gebracht.

8. Glaswaren.

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Glas ist eine aus feurigem Schmelzfluß erstarrte, durchsichtigeMasse, die aus Verbindungen zweier oder mehr Salze besteht, undzwar handelt es sich in der Regel um kieselsaure Salze. So bestehtbeispielsweise das gewöhnliche Glas, das zu Flaschen- und Fensterglasbenutzt wird, aus einer Verbindung von kieselsaurem Natrium undkieselsaurem Kalzium. Daß es sich hierbei nicht um eine bloßeMischung der beiden Salze handelt, ist unschwer nachzuweisen; denndas kieselsaure Natrium ist ein lösliches Salz als Natronwasserglaskommt es im gelösten Zustande im Handel vor, und müßte sichdemnach auswaschen lassen, wenn es nicht chemisch mit dem anderenSalze verbunden wäre.

Die Glasmacherkunst läßt sieb bis auf das Altertum zurückfuhren, da man in denägyptischen Königsgräbern Glasgegenstände gefunden hat, die lange vor Christo dort-hin gebracht wurden. Die kunstvollen Erzeugnisse der Glashütten zu Sidon undAlexandrien, die mit Hilfe der in Ägypten natürlich vorkommenden Soda gefertigtwurden, fanden durch die Phöniker weite Verbreitung, und von diesen lernten dieGriechen und Römer das Glas kennen. Zu hoher Blüte gelangte die Glasmacherkunstim 13. Jahrhundert auf Murano, der gute Ruf der Venezianer Glaswaren hat sich inmanchen Sorten bis auf heute erhalten. Von Venedig gelangte diese Kunst im 16.Jahrhundert nach Böhmen, das den Ausgangspunkt für die deutsche Glasindustriebildet.

Rohstoffe. Entsprechend der Mannigfaltigkeit, die die Glas-waren hinsichtlich ihrer Zusammensetzung zeigen, sind auch die Roh-stoffe außerordentlich verschieden und dementsprechend zahlreich. Vonden nachfolgend aufgestellten vier Gruppen machen die beiden erstendie eigentliche Glasmasse aus. Da man es beim Glase mit einemSalze zu tun hat, so müssen zunächst ein Nichtmetalloxyd (Säure)und ein Metalloxyd (Lauge) vorhanden sein (vergleiche S. 2). Diein der ersten Gruppe angegebenen Stoffe liefern den nichtmetallischen(sauren) und die der zweiten den metallischen (laugigen) Anteil desSalzes. Der metallische Anteil, kann auch als Grundlage des Salzesaulgefaßt werden. Da das Glas wie oben bereits erwähnt ist, einDoppelsalz ist, also mindestens zwei Metalle enthält, so müssen auchmindestens zwei Stoffe aus der zweiten Gruppe zur Verwendunggelangen.

1. Kieselerde und zwar Bergkristall für Straß, Quarz für weißesGlas und Kristallglas, Quarzsand für Tafelglas, weißer oder gelber Sandfür Flaschenglas. Kieselerde ist wasserfreie Kieselsäure, sie wird bis-