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Einführung in die Warenkunde : ein Buch für Schule und Geschäft ; mit 137 Figuren im Text, 4 Weltkarten ... und je 1 Karte Europas und des Deutschen Reiches
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4. Chemische Rohstoffe

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Besonders ist dies bei den Kiesen Spaniens und Portugals derFall, deren bedeutende Lager in der Schwefelsäureindustrie der Weltdie wichtigste Rolle spielen. Spanien führte 1905 759385 Toneladasim Werte von annähernd 9000000 Pesetas aus. Deutschland führte imgleichen Jahre aus Spanien 458 000 t und aus Portugal 71000, t ein.Deutschland hat ausgedehnte Lager brauchbarer Kiese in den Rheinlanden, Westfalen, Sachsen und am Harz.

Kocfl5Qlz führt in der Chemie die Benennung Chlornatrium,

womit zugleich seine beiden Bestandteile ausgedrückt sind. Man findetes in farblosen Würfeln oder derben Massen, bisweilen auch gefärbt inder Natur, außerdem wird es im Meerwasser gelöst angetroffen. SeinemVorkommen und seiner Gewinnungsweise entsprechend unterscheidetman: Steinsalz, Siedesalz, See salz.

Die teilweise recht mächtigen Steinsalzlager sind durch Verdunstendes Meerwassers entstanden, und finden sich in fast allen Ländern derErde. Deutschland besitzt bei Staß fürt ein berühmtes Salzlager, dasbesonders dadurch wichtig ist, daß liier auch die anderen Salze des.Meerwassers (A br au m s alze), welche wegen ihrer leichten Löslich-keit in der Regel selten zum Absatz gelangt sind, vorgefunden werden.Von außerdeutschen Ländern sei Galizien mit seiner gewaltigen Stein-salzgrube von Wieliczka hervorgehoben. Das bergmännisch gewonneneSalz wird gemahlen und dient in seiner größten Menge als Fabriksalz.

Den Bedarf als Speisesalz hat bei uns hauptsächlich das Siede-salz zu decken. Es wird durch Reinigen und Versieden von Salz-lösungen verschiedenen Ursprungs gewonnen und löst sich erheblichschneller als das Steinsalz. Von natürlichen Salzlösungen sind die Salz-solen zu nennen, die entstehen, wenn Süßwasserquellen auf ihrem Wegezur Oberfläche über Salzlager fließen. Dieser Vorgang wird künstlichnachgeahmt, wenn es sich um Ausbeutung von Lagern des mit Tonvermengten Steinsalzes (Salzton) handelt.

Schwache Natursalzlösungen werden vor dem Versieden erst aufeinen gewissen Salzgehalt gebracht. Das Anreichern der Lösung ge-schieht durch Zusatz von Steinsalz, besonders von solchem, das über-mäßig viel totes Gestein mitführt und daher noch verwertbar ist. Dasfrüher übliche Gradierverfahren ist heutzutage fast ohne Bedeutung.

Die Gewinnung von Seesalz findet in den Küstenstrichen desmittelländischen, adriatischen und schwarzen Meeres statt, dort benutztman die Luftwärme, um das in sogenannte Salzgärten geleiteteMeerwasser teilweise oder ganz vom Wasser zu befreien. Diese Ge-winnungsart ist für manche Länder von nicht geringer Bedeutung, inPortugal besteht beispielsweise die ganze Salzgewinnung aus Seesalz.Der Gehalt des Meerwassers an festen Bestandteilen beträgt 3,5 °/ 0 , da-runter sind 2,6 °/ Kochsalz. In der chemischen Technik wird dasKochsalz zur Herstellung von Natriumverbindungen (Sulfat, Soda) undChlorverbindungen (Salzsäure) gebraucht, ferner dient es als Flilfsmittelverschiedener gewerblicher Betriebe (Seifensiederei, Gerberei) und zumHaltbarmachen von Fleisch, Fischen, Häuten und anderen Stoffen, da