4. Chemische Rohstoffe.
37
ist es löslich, von Salpetersäure wird es dagegen nicht und vonSchwefelsäure nur langsam angegriffen. Zur Gewinnung des Alu-miniums, die in elektrischen Öfen vorgenommen wird, dienen Bauxitund Kryolith. Ein bekanntes Werk ist in Neuhausen bei Schaffhausen.Das in den Hütten gewonnene Aluminium enthält 98 bis 99,7°/,, reinesMetall, es gelangt in Masseln und Rarren mit vielen Einkerbungen inden Handel und wird zunächst in Blech, Draht, Stäbe und Röhrenverwandelt. Man benutzt es zu Zierat, Küchengeräten und anderenGebrauchsgegenständen. Seine Legierung mit 3 bis lü°/ 0 Kupfer, dieAluminiumbronze, ist fest und widerstandsfähig gegen chemischeEinflüsse. Eine eigenartige Verwendung findet das Aluminium zurErzielung hoher Hitzegrade; ein trockenes Gemenge aus Alumium-pulver und Eisenoxyd, das Thermit, gibt entzündet eine so hoheTemperatur, daß größere Eisenteile zusammengeschweißt werdenkönnen.
nTJögnesium ist ein silberweißes, dehnbares und hämmerbaresMetall, dessen Dichte 1,7 ist und dessen Schmelzpunkt bei 800° liegt.Man verwendet es zu 10 bis 30°/ 0 mit Aluminium legiert als Mag-nalium anstelle von Messing zu physikalischen Geräten, im Maschinen-bau und in der Automobilindustrie. Es ist gut gießbar, glättbar,bruchfest und läßt sich gut bearbeiten. Das Magnesium wird außer-dem noch, da es an der Luft unter außerordentlicher Lichtentwickelungverbrennt, in Form von Band, Draht oder Pulver für das in der Photo-graphie benutzte Magnesiunilicht verwendet.
4. Chemische Rohstoffe.
Nicht alle Fabrikbetriebe, bei denen chemische Vorgänge, alsostoffliche Veränderungen, zur Erzielung eines Erzeugnisses in Fragekommen, werden zur chemischen Industrie gerechnet, denn beispiels-weise gehört das Hüttenwesen nicht hierzu. Trotzdem ist die Zahlder zur chemischen Industrie gehörigen Industriezweige sehr groß unddaher auch die Reihe der Rohstoffe und Erzeugnisse zahlreich, so daßin diesem und dem nachfolgenden Abschnitt nur ein sehr beschränkterTeil chemischer Waren Aufnahme finden kann. Da eine Anzahl hier-her gehöriger Waren zu besonderen Gruppen (Farben, Teerdestillate)zusammengefaßt worden ist, so handelt es sich in den beiden Ab-schnitten in erster Linie um Waren, die so vielseitig und massenhaftgebraucht werden, daß ihre Gewinnung auf breiter Grundlage beruht(Erzeugnisse der chemischen Großindustrie), ferner um künstlicheDungstoffe und um solche, die wegen ihrer geringen Bedeutung dieBildung einer besonderen Gruppe nicht erlauben. Das trifft auf Arsenund Antimon zu, die wohl metallähnlich sind, aber doch in der Chemie