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Practicum für Pharmaceuten : Analytische Uebungen und Präparate im Anschlusse an die "Einleitung in die chemische Analyse" und das Arzneibuch
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Gerüche erkennen lassen, bei grösserer Menge sich in demselbenauch in Gestalt öliger Tropfen abscheiden. Man entzieht siedem trüben Destillate durch Ausschütteln mit Aether underhält sie beim Verdunsten des Aethers in der Kälte als bren-nend schmeckende dickliche Flüssigkeit, die man zur weiterenIdentiüzierung in Wasser löst und mit deren wässriger, gege-benen Falls von Ungelöstem (hauptsächlich Kohlenwasserstoffenaus unreinen Präparaten) abfiltrierter Lösung man folgendeReaktionen anstellt.

Ein Teilchen der Lösung prüft man mit einer geringenMenge verdünnter Eisenchloridlösung: es tritt die bekannteBlaufärbung ein. — Mit einem zweiten Teile stellt man diePlugge'sche Probe an: man versetzt die Lösung mit einer Lö-sung von Mercuronitrat, der wenig salpetrige, Säure beige-mengt ist (oder mit einer Lösung von Quecksilber in rauchen-der Salpetersäure, die mit 2 Vol. Wasser verdünnt ist) underwärmt; es tritt Eosafärbung ein. — Eine andre Probeversetzt man nach Lex mit l / 4 Vol. Ammoniakflüssigkeit undwenigen Tropfen Chlorkalklösung (1 : 20): nach gelindemErwärmen tritt königsblaue Färbung ein. — Sodann versetzeman einen Teil der wässrigen Lösung mit Bromwasser: esscheidet sich ein weisser bis gelblichweisser Niederschlag vonTribromphenol (C°H 2 Br 3 . OH) aus, der sich unter dem Mi-kroskop deutlich krystallinisch erweist. — Man kann auch einenTeil des Rückstandes der Aetherausschüttelung mit etwas stär-kerer Salpetersäure vorsichtig erwärmen: es entsteht Pikrin-säure (Trinitrophenol, C 6 PP(N0 8 ) 3 OH). Man verdünntdie gelbe Lösung mit Wasser und schüttelt mit Aether: beimVerdunsten des Aethers hinterbleibt die Pikrinsäure krystal-linisch. Löst man sie nun in Wasser und legt in einen Teilder bitter schmeckenden, gelben Lösung Seide- oder Woll-fäden, so färben diese sich gelb. Einen anderen Teil versetzeman mit Cyankaliumlösung und erwärme: es entsteht dannunter Rotfärbung isopurpurs. Kalium.

Zur quantitativen Bestimmung des Phenols destil-liert man ans saurer Lösung im Dampfstrom, bis die letzt über-gehenden Teile keinen Phenolgeruch mehr zeigen, und fällt dasDestillat — gegebenen Falls nach Zusatz von Wasser bis zurLösung — mit Bromwasser, bis zur bleibenden Gelbfärbungzuzusetzen. Man sammelt das Tribromphenol auf einemgetrockneten, gewogenen Filter, wäscht aus bis zum Verschwin-den der sauren Reaktion, trocknet bei 80° und wägt. (Bez.der Titration von Phenol und der Bestimmung in Verband-stoffen vgl. später!)

Aehnlich wie Phenol verhalten sich die Kresole, dieden Hauptbestandteil der rohen Carbolsäure bilden unddie wirksamen Bestandteile von Kreolin, Lysol, LiquorKresoli saponatus etc. sind. Auch sie lassen sich mitWasserdämpfen übertreiben, sind am Geruch zu erkennen,

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