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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 2 (1903) Mehrkernige Benzolderivate
Entstehung
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471
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Nor aar an dicarbonsäure.

All

säure (7) zu bezeichnen. Die stereoisomere cis-Säure konnte bishernicht aufgefunden werden.

Mit besonderer Leichtigkeit findet endlich die Sprengung derjenigenBindung, welche dem Benzolkern und dem Trimethylenring gemeinsamist, statt, wodurch ein monocyclisches Derivat des Siebenrings gebildetwird (vgl. Bd. II, TL I, S. 962):

H H_H 2

\ P>CH-C0 2 H ----------- > (

H H H

-CO s H.

Dieser üebergang vollzieht sich bei der Verseifung des Pseudophenylacet-amids mit Natronlauge, welche nicht die zugehörige ölige Säure, sonderneine isomere Säure vom Schmelzpunkt 71° entstehen lässt, deren nähereUntersuchung ergeben hat, dass sie als Cycloheptatriencarbonsäureaufzufassen ist.

Wird der Ester der Pseudophenylessigsäure im evacuirten Rohr auf150° oder die freie Säure mit Wasser auf 150—160° erhitzt, so findetgleichfalls Umlagerung in eine Cycloheptatriencarbonsäure statt, welchejedoch mit der oben genannten nicht identisch, sondern durch dieLagerung der Doppelbindungen von ihr verschieden ist.

Die Uebergänge von der Pseudophenylessigsäure durch Ringsprengungverschiedener Art in monocyclische Derivate des Benzols, Trimethylensoder Heptamethylens entsprechen den Umwandlungen, durch welche manvom Caron bezw. Eucarvon in die Reihen des m- bezw. p-Cymols, desDimethyltrimethylens oder Trimethylheptamethylens gelangt (vgl. Bd. II,TL I. S. 971—974).

Wie Benzol reagiren auch Toluol und o-Xylol mit dem Diazoessig-ester unter Bildung von Homologen des Pseudophenylessigesters.

UorcaraudicarbonsSure (1.7) 1 , C 7 H 10 (CO 2 H) 2 . Wenn man äquimoleculareMengen Diazoessigester und zT-Tetrahydrobenzoesäureester (vgl. Bd. II, Th. I, S. 853)im Oelbad auf 110—120° erhitzt, bis keine Diazoverbindung mehr nachweisbar ist,so hat sich der Ester der Norcarandicarbonsäure gebildet:

H, H 2 CO,-CA

CA

N-

>CH-C0. 2 -C,H 5 =

COo-CoHr. .

Das Produkt stellt ein farbloses, bei 206—208° siedendes Oel dar. Beim Verseifenmit alkoholischer Kalilauge entsteht die freie Säure, welche in rhombenähnlichenFormen krystallisirt und bei 152—153° schmilzt. Sie ist ihrer gesättigten Naturentsprechend in sodaalkalischer Lösung gegen Permanganat beständig. Aus demUmstand, dass die Säure durch Kochen mit Acetylchlorid in ein inneres Anhydridübergeht, aus welchem sie unverändert zurückgewonnen wird, geht hervor, dass diebeiden Carboxyle auf derselben Seite der Ebene des Trimethylenringes liegen, dassalso die Säure die cis-Modification darstellt (vgl. Bd. II, Th. I, S. 19).

1 Braren u. Büchner, Ber. 33, 3453 (1900).