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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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456
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B. Chinonoxime (Nitrosophenole).

Durch Einwirkung von salz saurem Hydroxylamin lassen sichChinone, wie H. Goldschmidt 1 fand, in Monoxime überführen. D ieentstehenden Verbindungen erkannte Goldschmidt als identisch mit defrüher durch andere Reactionen von Baeyee u. Caeo 2 entdeckten, &"'anders formulirten „Nitrosophenolen". Sie entstehen nämlich & uaus den Nitrosoderivaten der tertiären Anilinbasen durch Kochen & lwässerigen Alkalien (vgl. S. 213), sowie aus den Phenolen durch & 10Wirkung von salpetriger Säure 3 ; letztere Reaction bietet in der R e & eden bequemsten Weg für ihre Darstellung (vgl. S. 457—458 die ^ oi 'schrift zur Darstellung des Benzochinonoxims). Für den einfachsten J awerden die drei Bildungsweisen durch die folgenden Gleichungen wieu ergegeben:

0 : C 6 H 4 : 0 + H 2 N • OH = 0: C 6 H 4 : N ■ OH + H a O.

NO-C 6 H 4 .N(CH 3 ) 2 + KOH = N0-C 6 H 4 0K + HN(CH 3 ) 2 .

C 8 H 5 -OH + OH-NO = NO-C 8 H 4 -OH + H 2 0.

Man erkennt, dass sich die beiden letzten Bildungsweisen am elü 'fachsten formuliren lassen, wenn man die Reactionsprodukte als Nitro s0 'Substitutionsderivate der Phenole auffasst, während die erste Bildung 8 'weise zur Formulirung als Oxime führt (vgl. S. 386). Während m adie Verbindungen ursprünglich, so lange ihre Beziehungen zu ( 'eChinonen noch nicht bekannt waren, als „Nitrosophenole" ansah, " aman seit einigen Jahren diese Auffassung zu Gunsten der „Chinonoxnü 'Formulirung verlassen. Massgebend für diese Aenderung war namenth 0der Umstand, dass durch weitere Einwirkung von Hydroxylamin -A' 1 'oxime"' (vgl. S. 458) erhalten werden konnten, sowie dass beim Ers&tdes beweglichen Wasserstoffatoms durch Alkyl- oder Acyl-Reste stetsAether bezw. Ester von der Constitution 0:C 6 H 4 :N-OR entstehe»(vgl. S. 457 den Benzyläther des Chinonoxims).

Bei der Einwirkung von Hydroxylamin auf Oxychinone scheint zuweilen zgleich mit der Oximirung eines Chinonsauerstoffatoms der Austausch einer Hydroxj'gruppe gegen den Rest —NH-OH zu erfolgen 5 . — Als Monoxime von 0* v 'chinonen sind die Verbindungen anzusehen, welche durch Einführung e ' lieNitrosogruppe in das Molecül des Resorcins und seiner Homologen entstehen. " aMononitrosoorcin 0 : C 6 H 2 (OH)(CH 3 ): N-OH (Oxytoluchinononoxim) existirt lDzwei Modifikationen 6 , deren Verschiedenheit vielleicht auf Stereoisomerie ! im Sin nder HANizscH-WERNER'schen Theorie (vgl. S. 501 ff.), vielleicht auf Desmotropie linSinne der Formeln 8 :

1 Ber. 17, 213 (1884). ' Ber. 7, 811, 967 (1874).

3 Zur Theorie dieses Processes vgl. L. Wolff, Ann. 288, 11 (1895).

4 Vgl. Bridge, Ann. 277, 79 (1893).

5 Kehrmann u. Tiesler, J. pr. [2] 41, 87 (1890).ö Henrich, Ber. 29, 989 (1896).

7 Vgl. auch Kehrmann, Ber. 27, 217 (1894); 28, 340 (1895).

8 Kehrmann, Ber. 29, 1417 (1896).