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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Verhalten der Ghinone.

Jod 1 , primäre aromatische Hydrazine zu Kohlenwasserstoffen 2 ( f §'S. 307), secundäre aromatische Hydrazine zu Tetrazonen 3 (vgl. S. 3" '349). Eigenthümlich ist, dass ein Chinon durch seine oxydire ncleWirkung ein anderes erzeugen kann; so ist beobachtet, dass Afflid 0 'thymol C 6 H 2 (CH 3 )(C 3 H 7 )(OH)(NH 2 ) von Benzochinon zu Thymochino»C 6 H 2 (CH 3 )(C 3 H 7 )0 2 oxydirt wird*.

Wenn hiernach die Chinone gegen Reductionsmittel schwefligSäure etc. sehr empfindlich sind, so sind sie andererseits gegen saui ßOxydationsmittel ziemlich beständig, wie schon ihre Bildung bei Geg eI1 'wart dieser Oxydationsmittel (vgl. S. 440) zeigt. Auch gegen starkeSalpetersäure sind sie sehr widerstandsfähig 6 . Gegen Alkalien da-gegen sind sie sehr empfindlich.

Sehr eigenthümlich ist ihr Verhalten gegen Chlorwasserstoff un

d

Bromwasserstoff 6 . Auch diese Agentien, welche sonst kaum reducirenwirken, führen nämlich die Chinone zunächst in Hydrochinone über, <h esich mit noch unverändertem Chinon zu Chinhydronen (vgl. S. 443) veI 'einigen; das in Folge dieser Beaction freiwerdende Halogen:

C 6 H 4 0 2 + 2 HCl = C 6 H 4 (OH) 2 + Cl,

bewirkt indess dann Substitution der Hydrochinone:

C 6 H 4 (OH) 2 + 01 2 = C 6 H 3 C1(0H) 2 + HCl,

so dass Chlor- bezw. Brom-Derivate der Hydrochinone die Endprodukteder Reaction bilden. In analoger Weise entstehen durch Einwirkungvon Säurechloriden bezw. -bromiden auf Chinone 7 Säureester von halo-genirten Hydrochinonen, z. B. Chlorhydrochinondiacetat Cl-C 8 rI 3 (0-CU'CH 3 ) 2 aus Chinon und A cetylchlorid.

Aehnliche Reactionen, bei welchen die auf die Chinone reagirende Substa 11 'einerseits Wasserstoffatome zur Bildung von Hydrochinonen, andererseits Reste, die l0den Kern eintreten, liefert, beobachtet man häufig. Hierher gehört z. B. die scho nS. 422 erwähnte Einwirkung der Sulfmsäuren, und die S. 450451 zu besprechend 6Reaction zwischen Chinonen und Aminen. Auch die eigenartige Reaction 3 , welc' ,esich bei der Einwirkung von directem Sonnenlicht auf Gemische der Chinone B 11Aldehyden abspielt und zur Bildung von Ketonderivaten der Hydrochinone führt'

C 4 H 9 -COH + C 6 H 4 0 2 = C 4 H 9 .CO-C 6 H 3 (OH) 2 ,

bietet ein Beispiel hierfür.

1 Vgl. Lew u. Schultz, Ann. 210, 142 (1881).

2 Zincke, Ber. 18, 786 Anm. (1885).

3 Mo. Pherson, Ber. 28, 2415 (1895).

4 Zincke u. Hebebrandt, Ann. 226, 74 (1884).

ä Vgl. C. Liebermann, Ber. 10, 2179 (1877). Nietzki, Ann. 215, 137 (1882)-

6 Wöhlee, Ann. 51, 155 (1844). Saraüw, Ann. 209, 99 (1881). CarstanjeN,J. pr. [2] 23, 430 (1881). Clark, Ber. 26 Ref., 546 (1893).

7 H. Schulz, Ber. 15, 652 (1882). Scheid, Ann. 218, 213 (1883).

8 Klinger u. Standke, Ber. 24, 1340 (1891).