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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Sulfinsäuren.

durch Einwirkung von Benzolsulfochlorid auf Phenylhydrazin erhält manBenzolsulfazid:

C 6 H 3 -S0 2 -C1 + NA-CsHj = C 6 H 5 -S0 2 -N 2 H 2 .C 6 H 5 + HCl,

welches sich beim Erhitzen mit verdünnter Natronlauge unter Stickstoff-entwickelung in benzolsulfmsaures Natrium und Benzol zersetzt:

C 6 H 5 .S0 2 -N 2 H 2 .C 6 H 5 + NaOH = C 6 H 5 • S0 2 IS T a + N, + C„H 3 + H 2 0;auf Thiophenolsalze reagiren Sulfochloride unter Bildung von sulfinsäurenSalzen und Disulfiden:

C e H ä -S0 2 Cl +2NaS.C 9 H. = NaCI + C 8 H 6 -SO,Na+

Benzolsulfinsäure ist auch durch Einwirkung von Schwefiigsäure-anhydrid auf Benzol in Gegenwart von Aluminiumchlorid erhalten worden-

Die freien Sulfinsäuren sind farblose, gut krystallisirende Substanzen)in kaltem Wasser schwer, in heissem Wasser leicht löslich, stark sauerreagirend. Ihre wässerige Lösung röthet anfangs Lakmuspapier undbleicht es dann; sie nimmt an der Luft allmählich Sauerstoff unterOxydation zur entsprechenden Sulfosäure auf. Durch Einwirkung vonChlor werden Sulfinsäuren in Sulfosäurechloride verwandelt. In ver-dünnter wässeriger oder alkoholischer Lösung werden sie von Schwefel-wasserstoff zu Polysulfiden, wie (C 6 H 6 ) 2 S X , reducirt. Eine sehr eigen-tümliche Zersetzung erleiden sie beim Erhitzen mit Wasser auf 130°;während nämlich ein Theil zur Sulfosäure oxydirt wird, geht ein andererTheil in Disulfoxyde (s. unten) über:

SCÄ-SO.H = C 6 H 6 -S0 3 H + C 6 H 5 • S0 2 • S • C 6 H 5 +H..O:diese Zersetzung geht auch schon bei gewöhnlicher Temperatur —namentlich bei Gegenwart geringer Mengen Salzsäure — vor sich; ihrentspricht ferner die Reaction, welche sich zwischen Benzolsulfinsäureund Phenylhydrazin in stark salzsaurer Lösung abspielt:3C 6 H 6 -S0 2 H + C 6 H B -N S H 8 = C 3 H 5 • S0 2 • N 2 H 2 • C„H 5 + C„H 5 • S0 2 ■ S ■ C 6 H 5 + 2H 2 0-

Von erheblichem Interesse sind die Vorgänge bei der Esterbildungaus den Sulfinsäuren. Man erhält durch Umsetzung der sulfinsäurenSalze mit Halogenalkylen, z. B.:

C„H 5 -S0 2 -Na + Br-C 2 H 3 = NaBr + C 6 H 5 -S0 2 -C 2 H 5 ,

Verbindungen, welche sich durch ihre Eigenschaften und anderweitigeBildungsweisen — z. B.:

C 6 H 5 -S-C 2 H 5 + 0 2 = C 6 H 5 .S<VC 2 H 5 -

als Sulfone erweisen, d. h. die beiden Kohlenwasserstoffreste direct anSchwefel gebunden enthalten:

C 6 H 5 -S-C 2 H 5

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