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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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114 Abweichendes Verhalten d. aromatisch u. aliphatisch gebund. Substituenten-

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die Halogenalkyle sich mit der grössten Leichtigkeit herleihen (vgl'Bd. I, S. 183, 185). Man kann diese Halogenderivate (vgl. S. 43) mitAlkalien, Ammoniak, Kaliumsulfhydrat, Cyankaliumlösung etc. kochefl)ohne dass sie in Eeaction treten; nur durch die Anwesenheit gewisseranderer Substituenten im gleichen Benzolkern erlangen auch die „aro-matisch gebundenen" — d. h. im Kern befindlichen — Halogenatoffl ein gewissen Fällen grössere Reactionsfähigkeit (vgl. S. 161).

Besonders merkwürdig im Hinblick auf die Trägheit der aromatisch gebundene»Halogenatome gegenüber den meisten Agentien erscheint die Leichtigkeit, mit welch etdas Natrium bei den meist schon in der Kälte verlaufenden „PiTTio'schen Synthesen(S. 96) das Halogenatom dem aromatischen Kern entreisst. Auch ist der Austauschgegen Hydroxyl nicht etwa ganz unmöglich, erfolgt indess ungleich schwieriger, al 3bei Halogenalkylen; so liefert Brombenzol beim Erhitzen mit einer Lösung vo"Katriummethylat in Methylalkohol auf sehr hohe Temperatur — 220° — zwar Anis" 1C 6 1I 5 • 0 • CK, und Phenol C 6 H 5 • OH, aber keineswegs in glatter Reaction K Perchlof'benzol C 6 C1 6 geht durch Erhitzen mit Aetznatron auf 250—280° (in Glycerinlösuög)in Perchlorphenol C 6 C1 5 (0H) über 2 . Austausch gegen Amid vgl. S. 167.

Verbindungen ganz anderer Art 3 sind diejenigen Haloge n 'derivate, welche das Halogenatom in der Seitenkette — gewisse*"'massen also „aliphatisch gebunden" — enthalten, wie:

C 6 H 5 -CH 2 C1. C 6 H 5 -CH a Br.

Ihre Halogenatome sind beweglich, wie diejenigen der Halogen'alkyle, leicht austauschbar gegen OH, NH 2 , SH, CN etc. Im Gegensatzzu den kernsubstituirten Halogenderivaten sind diese in der Seitenkettehalogenirten Verbindungen daher wichtige und vielgebrauchte Hülfsmitte 1für synthetische Arbeiten.

Aehnlichen Unterschieden begegnet man in fast allen Klassen vo nBenzolabkömmlingen. Die im Kern gebundene substituirende Grupp eerhält durch diese Bindungsart einen eigenthümlichen Charakter, der ib rin Verbindung mit einem aliphatischen Rest nicht eigen ist (vgl. S. 43—44)idie in der Seitenkette befindliche Gruppe wird durch den Benzolkei' 11nicht mehr wesentlich beeinflusst; sie verhält sich analog wie in Vef'bindung mit einem rein aliphatischen Badical.

Um die Isomeren in der Benennung zu unterscheiden, kann m aI1die auf S. 75 erläuterten Principien benutzen, z. B.:

CH 3

CH.Cl

—Cl

Meihyl-l-chlor-2-benxen Ghloromethyl-benzen.

Derartige Bezeichnungen sind indess bisher nicht üblich. Man war bish eJgewöhnt, nur die kernsubstituirten Halogenderivate in ihren Namen al s

1 Blau, Monatsh. 7, 621 (1886). 2 Weber u. Wolpf, Ber. 18, 335 (188 5 >

3 Vgl. Keküle, Ann. 137, 188 (1866).

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